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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-04-01 · 7 (1.4.1929) · p. Seite 107

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
7 (1.4.1929)
Article
Israelitischer Lehrerverein für Bayern
Date
1929-04-01
Page
Seite 107 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 7 Bayerische Israelitische Gemeindezektung 107 Am Sonntagabend findet ein gemütliches Beisammensein statt. Das Nähere wird bei der Tagung bekanntgegeben werden. Die einzelnen Stellen, die zur Behandlung kommen, werden den Teilnehmern noch rechtzeitig vor dem Kurs mitgeteilt werden. Ingolstadt. In unserem aufstrebenden Jugendverein sprach am Sonntag, dem 17. März, Herr Rabbiner Dr. Bärwald, München, über „Die Pharisäer" und zeichnete in meisterhafter Weise ein glänzendes Bild der Rechtfertigung dieser Talmudgelehrten. Außer der Jugend hatten sich die meisten Mitglieder der hiesigen Kultusgemeinde zu dem Vortrage eingefunden und alle folgten mit regem Interesse den Ausführungen des Referenten. Dieser entwickelte ungefähr folgende Gedanken. Beinahe 2000 Jahre schon dauert die Verunglimpfung, die sich mit Vorbedacht an den Namen Pharisäer heftet. Forscher neuerer Zeit, an ihrer Spitze Herford, haben die Falschverdächtigten von denen ihnen zugedichteten Makeln befreit. Wie der Vibelkritik noch heute meist die Ergebnisse der christlichen Forschertätigkeit zugrunde gelegt werden, so hat sich die Welt gewöhnt, nach christlichem Muster die Pharisäer als Heuchler einzuschätzen. Und doch verdienen sie nichts weniger als diesen Schandnamen. Die würdigen Schüler und Nachfolger eines Esra, des Mannes von so überragender Bedeutung für die Erklärung der jüdischen Geschichte und für die Gestaltung des religiösen Lebens, haben die Pharisäer auf dem von ihrem großen Lehrer gelegten Grundstein weitergebaut. Esra schuf das statische und dynamische Element im Judentum, seine Schüler pflegten mit aufopfernder Liebe und Begeisterung die Thoraforschung, Hagada und Halacha, Talmudstudium. Dabei lag den frommen Gelehrten jede Heuchelei, jede unlautere Absicht durchaus fern, sonst hätte sich ihr Werk nicht durch die Jahrtausende der tiefsten Bedrängnisse erhalten können. Sie Mo dellhaus TVemstraße Frii k jahrs^fyLo de l h Kleider *' J\dän tel * Hüte * PeL usil MAX NEUMAYER Kraftfahrzeuges Kaulbachstraße 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 33 8 23—24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung / SpeziabReparaturwerkstätte / Günstige Ratenzahlungen schufen nicht eine in reinen Begriffen geordnete Religion und Ethik, sie ließen vielmehr diese nach dem Vorbild der Propheten in warmen lebendigen Bildern auswirken. Nicht blutleer kalte Gesetzesparagraphen stellten sie auf; sie haben in g'ttgetreuer begeisterter Denkertätigkeit und Gelehrtenüberlegung sich für Gesetz und Recht bemüht. Von dieser heiligen Tätigkeit im Dienste der Thora ließen sie sich auch von der Tochterreligion des Judentums nicht stören. Dem Dogma und festen Erlöserglauben des Christentums gegenüber verhielten sie sich ablehnend. Sie wollten lernen und forschen, Ansichten tauschen, diskutieren, in den Wundergärten der Hagada sich bewegen. Der nicht erwartete und unbesiegbare Widerstand der Pharisäer gegen Bekehrungsversuche erweckte die Gegnerschaft der jungen Tochterreligion und veranlaßte die Verächtlichmachung der hartnäckigen Gesetzeslehrer. Eine glänzende Ehrenrettung schuf der christliche Theologe Herford; eine Ehrenrettung gab uns auch Herr Rabbiner Dr. Bärwald für die Pharisäer. Reicher Beifall lohnte die tief durchdachten und doch gemeinverständlich vorgetragenen Ausführungen des Herrn Referenten. In der Diskussion kamen die Herren Dr. Luchs und Hauptlehrer Rosenbaum zu Wort. Ersterer gedachte der überragenden Bedeutung Esras, des Thorasammlers und Schreibers, dessen Art und Wirksamkeit kennen zu lernen jeder Jude verpflichtet ist. Hauptlehrer Rosenbaum erinnerte daran, wie sehr uns in den letzten 150 Jahren die bibelkritische Forschertätigkeit christlicher Theologen geführt hat. Die nicht immer bibelfreundlichen Forscherergebnisse eines Willhausen, eines Ed. Meyer oder deren Schüler, namentlich in bezug auf das alte Testament, blieben nicht ohne Einfluß auf die Einschätzung der Bibel. Namentlich in jungjüdischen Kreisen hat man sich vielfach daran gewöhnt, die Bibel mit einem Achselzucken abzutun, sich in religiösen Dingen rein negativ einzustellen. Aufklärend und gewiß segensreich muß darum ein Buch lllllllllllllllllllM^ lessin« Hofrat Friedrich v.Hessing'sche i Orthopädische Heilanstalt Georg Hessing, Generaldirektor Dr.med. Gg. Hessing, Facharzt für Chirurgie vr.meck. Engels, praktischer und Hausarzt Augsburg-Göggingen Drahtnachricht: Hessing Göggingenbayern Fernsprecher: 36 und 3SV3 Äehandlung sämtlicher Deformitäten des Knochensystems undÄewegungsapparates mittels unserer anDollkommenheit von keiner Seite erreichten Schienenhülsen - und Korsett-Therapie. Jahrzehntelange Spezialerfahrungen in Äehandlung von Wirbelsäule-Verkrümmungen. Erstklassige Verpflegung, herrliche Parkanlagen, gedeckte Wandelhallen, ruhige Lage gewähren vollen Ersatz für Prospekt D anderweitige Erholungsstätten. ■IM Frottier wasche Bademäntel in nicht zu überfreffendter Huswahl

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