Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 6 (15.3.1929)
- Article
- Jüdischer Jugend-Verein München
- Date
- 1929-03-15
- Page
- Seite 92 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2727810-2727875-2727881-2735273--04509-2735339- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
92 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 6 Oie Purimnummer des „Zell“ erscheint dieser Tage. Sie enthält neben allerhand lustigen Purimgescbichten auch ZWEI PUR1MSPIEEE für kleine und größere Kinder # Auch Ihre Kinder wollen Purim feiern; sie wissen nur nicht wie? Bestellen Sie ihnen sofort „DAS JKELT“. Man abonniert bei der Post oder beim Verlag JB. HßUiKk, München. IMinganserstraße 64. » Donnerstag-Abende: Die Abende finden sämtlich im Lessingsaal, Herzog-Rudolf- Straße 1/0 Rg. statt. — Gäste sind stets willkommen. Donnerstag, den 21. März 1929: Herr Bankier Max Krämer spricht über „Jüdische Not und jüdische Aufgaben". Anschließend Aussprache. Beginn 20.45. Donnerstag, den 28. März 1929: Herr Dr. Josef Waldner leitet den (vierten) „Musikalischen Abend". Beginn 21.30. Den Mitgliedern ist durch den späten Beginn die Möglichkeit des Besuchs des gemeindlichen Lehroortrags gegeben. Donnerstag, den 4. April: Herr Studienrat Adolf Schaalmann spricht über „Einführung in die Kunstbetrachtung". Beginn.20.45. An den Vortrag knüpfen sich im Lauf der nächsten Wochen Führungen durch die Glyptothek und Pinakotheken. Sonntage: Mit dem Frühling beginnen auch wieder unsere Sonntags-Veranstaltungen. Alle Auskünfte gibt Herr Rudolf Lewin, Telephon 90 7 86. Es sind vorgesehen: Sonntag, den 17. März 1929: Vormittag: 9.30 Lessingsaal: Herr Dr. Keßler spricht einige vorbereitende Worte für die anschließende Besichtigung des Museums für Völkerkunde. Nachmittag: Treffpunkt 14.30 Endhaltestelle der Linie 3 in Freimann. Sonntags den 24. März 1929: Treffpunkt: 14.30 Grohhefselohe, Trambahnhaltestelle der Linie 25 und 17. Sonntag, den 31. März und 1. April 1929 (Ostern): „Wander-, Sport- und Diskufsionsfahrt nach Garmisch", voraussichtlich gemeinsam mit anderen südbayerischen jüdischen Jugendvereinen. Einzecheiten werden an den Vereinsabenden noch bekanntgegeben. Sonntag, den 7. April 1929: „Wanderung Forstenrieder Park". Treffpunkt: 8.20 Giesinger Bahnhof. Fahrpreis etwa 80 Pfg. Montag-Abende: Die Diskussionen der Jugend unter sich! Der Leiter der Abende, Herr Rudolf Lewin, richtet dazu folgende Worte an unsere Mitglieder und solche, die es werden wollen: „Beschäftigt Sie irgendeine Frage von allgemeinem Interesse, so stellen Sie diese bei uns zur Diskussion. Ein Kreis, der Ihre Frage zur eigenen macht, trifft sich zu diesem Zwecke an jedem zweiten Montage um 20.45 Uhr, Herzog-Max-Straße 3/1. Wir behandeln zur Zeit das Thema „Moderne Jugend", angeregt durch den Vortrag von Frau Dr. G. Weil. An den nächsten Abenden wollen wir uns über „Jüdisches Denken und Fühlen" unterhalten, doch binden wir uns an kein Programm, sondern stellen andere Fragen in den Vordergrund, wenn ein Mitglied es wünscht. Kommen Sie zu uns am: 18., 25. März, am 8. und 22. April. Dienstag-Abende: Der unerschöpfliche Max Vrod: „Heidentum, Christentum, Judentum", beschäftigt auch in den kommenden Wochen noch die Freunde dieser Abende. Ausführliche Besprechung religionsphilosophischer und weltanschaulicher Fragen knüpfen sich an die Vorlesung der Buchstellen an. Die Abende finden wöchentlich im Bibliocheksaal der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 5/II, statt. Beginn 20.45 Uhr. Freitag-Abende: Die beliebten Freitag-Abend-Feiern unseres Vereins finden auch in den kommenden Wochen ihren Fortgang. Nicht nur unsere Mitglieder, sondern alle jungen Juden Münchens, insbesondere auch solche, die vorübergehend hier weilen, sind stets herzlich willkommen. Der gemütliche Raum, Herzog-Max-Straße 3/1, steht für die Abende weiterhin zur Verfügung. Beginn 20.45 Uhr. Vereinsmitteilungen: Junggruppe. Nach längerer Ruhepause haben wir unsere Junggruppe wieder zu neuem Leben erweckt. In Heimnachmittagen und später auf Wanderungen soll sich unsere Jugend durch gemeinsame Lektüre und durch Besprechungen selbst geistig fordern.' Vv.'c~' Neutralität verbürgt den Schutz dieser Jugendlichen (9—16 Zal,i2.) vor allzufrüher einseitiger Einstellung. Anfragen und Beitrittserklärungen an Herrn Fritz Keßler, Bothmerstraße 5/1, Tel. 60 9 35. Sportgruppe. Die Gruppe nimmt in wenigen Tagen ihre Tätigkeit wieder auf. Leichtathletik, Fußball, Faustball, später Schwimmen, sind in Aussicht genommen. Wir erbitten noch in dieser Woche möglichst schriftliche Meldungen (Herren und Damen) an Herrn Luitpold Wolfs oder Herrn Ingenieur Erich Schwarz. Tennisgruppe. Wie im vorigen Jahre, können auch jetzt bei genügendem Interesse verbilligte Tennisplätze zur Verfügung gestellt werden. Geübtere Spieler haben sich für einige Trainingstunden zur Verfügung gestellt. Um eine genaue Übersicht über die Interessenten zu erhalten, bitten wir um schriftliche Mitteilung bis 15. März an Herrn Dr. Wellisch, Paul-Heyse-Straße 9. Diese muß enthalten: Name, Adresse, Telephon-Nummer, wieviel Wochenstunden, mögliche Zeit, wie lange Spieler. Die Vorstandschaft hofft, daß die Veranstaltungen das Interesse der Mitglieder finden, daß aber auch die noch fernstehende jüdische Jugend im Jüdischen Jugendoerein die gebotene Möglichkeit geistiger und körperlicher Ertüchtigung kennenlernen möge. Dr. Ernst Wellisch Der Verlag der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung hat neue Geschäftsräume in der Plinganserstratze 64 bezogen, an welche Adresse nunmehr alle Zuschriften und Anfragen zu richten sind. Eine Annahmestelle für Anzeigen, Aufträge und Zahlungen befindet sich nach wie vor in der Herzog-Max-Straße 4. Sescyattsnachncylen Die wirtschaftliche Frauenschule auf dem Lande in Wolsratshausen f Jedes Jahr taucht wieder für viele Mädchen, die 10 Jahre lang zur Schule gegangen sind, die Frage auf, was beginnen wir, wenn aus den Schulpforten zum erstenmal der Schritt ins Leben führen soll? Daß jedes Mädchen einer Berufsausbildung zustrebt, ist heute selbstverständlich. Aber welchen Beruf soll es ergreifen? Fast alle Berufe sind überfüllt. Außerdem ist es sehr schwer für das junge Mädchen, nachdem es lange Zeit in der Schulwelt gelebt hat, nun auch zu wissen, ob ihr dieser oder jener Beruf, der ihr aus einer Beschreibung bekannt oder sympachifch erscheint, nun auch wirklich liegt. Da darf man in den allermeisten Fällen mit bestem Gewissen raten, ein hauswirtschaftliches Jahr zunächst folgen zu lassen. Das hauswirtschaftliche Jahr ist heute die Grundlage für zahlreiche Frauenberufe. Das junge Mädchen beobachtet in diesem Jahr noch einmal seine Neigungen und Fähigkeiten viel besser als vorher und kommt dann in die gewünschte Berufsausbildung hinein, ohne Zeit verloren zu haben. Denn keinesfalls ist dieses Jahr verloren. Wird wirklich einmal später kein besonderer Beruf gewählt, so wird wenigstens Hausfrauenarbeit als gelernte Berufsarbeit betrachtet. Diese Anschauungen scheinen auch in unseren guten jüdischen Familien, immer mehr Raum zu gewinnen. So kann die „Wirtschaftliche Frauenschule aus dem Lande in Wolfratshausen" die erfreuliche Taffache fesfftellen, daß sie sich zu Ostern 1929 ganz erheblich erweitern muß. Die Wirtschaftliche Frauenschule in Wolfratshausen ist die erste jüdische Frauenschule auf dem Lande in Deutschland. Daß ein im engsten Zusammensein mit der Natur verbrachtes Jahr seelisch und gesundheitlich für unsere jüdischen jungen Mädchen von nachhaltigster Wirkung ist, braucht wohl hier nicht weiter hervorgehoben zu werden. Siehe auch Anzeige im Inseratenteil! Das Restaurant Schwarz brachte auch in diesem Winter eine bemerkenswerte Neuerung, indem es seine Lokalitäten Gesellschaften zur Abhaltung von Festen mit Tanz zur Verfügung stellte. Die intimen Räume waren wundervoll dekoriert und in ihnen herrschte eine gesellschaftliche Harmonie, wie nach allgemeinem Urteil nirgends sonst in München. Werden schon im Hause Schwarz selbst alle Gäste auf das vorzüglichste bewirtet, so bildet die Stadtküche für Lieferung von Essen zu allen Gelegenheiten außer dem Hause eine musterhafte Neueinrichtung. Für größere Festlichkeiten, wie Hochzeiten, Bankette, Bälle usw., hat Schwarz hier mit den ersten Hotels ein Abkommen getroffen, wonach ihm die geeignefften Räumlichkeiten jederzeit zur Verfügung stehen. Dadurch ist jedem Verein, jeder Loge und ähnlichen Organisationen Gelegenheit geboten, im Bedarfsfälle Schwarz mit der Bewirtung zu betrauen, ob die Teilnehmerzahl 30 bis 500 beträgt, immer sind Räume dafür vorhanden; und was Küche und Keller anbelangt, kann den strengsten Ansprüchen Rechnung getragen werden.