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Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern · 1929-03-15 · 3 (15.3.1929) · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1929
Issue
3 (15.3.1929)
Article
Bezirkskonferenz Nordoberfranken
Date
1929-03-15
Page
Seite 6 (sequence 1)
Language
German
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6 Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern Nr. 3 Aus räumlichen Gründen kann der Abdruck des Artikels „Vorgeschichte der israelitischen Volksschule Altenstadt" erst in der nächsten Nummer fortgesetzt werden. Bezirkskonferenz Nordoberfranken. Seit etwa zwei Jahren besteht auch in Nordoberfranken eine Bezirkskonferenz, deren wissenschaftliche Leitung in den Händen des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Solomon (Bayreuth) liegt. Trotz der Schwierigkeit, die durch die große räumliche Entfernung verursacht ist, finden regelmäßig jeden Monat die Konferenzen in Bayreuth statt. Den Mittelpunkt der Konferenzen bildet selbstverständlich das „Lernen". In abwechselndem Vortrag der Mitglieder werden Mischrah und Chore odom behandelt. Aus dem ersten Gebiete wurden im abgelaufenen Jahre die Traktate „Psochim" und „Vrochaus" gelernt, während aus dem zweiten die Dinim über Chanukkah und Pesach zur Behandlung standen. Daneben stehen aus jeder Tagung pädagogisch-methodische Fragen, in Form von Referaten, zur Erörterung. Es sprachen, Vezirksrabbiner Dr. Solomon (Bayreuth) mit großer Sachkenntnis und Gründlichkeit über das Thema „Die Entstehung des Christentums als Unterrichtsstoff im jüdischen Geschichtsunterricht". Steinbock, Burgkundstadt erfreute die Teilnehmer des öfteren durch den tiefgründigen Vortrag eines Blattes Gemoro. Seeliger (Lichtenfels) zeigte durch Ausarbeitung von Schiur-Vorträgen wie dieses Gebiet erfolgreich gestaltet werden kann und der Unterzeichnete hielt ein Referat über den hebräischen Sprachunterricht und unterzog anschließend daran die Fibeln von Mandelbaum (Hamburg) und Abraham (Berlineiner eingehenden Kritik. Die Besprechungen von jüdischen Gegenwartsproblemen und Standes- und Berufsfragen bereichern den Verhandlungsstoff in angenehmer Weise. Dem Herrn Bezirksrabbiner Dr. Salom fei auch an dieser Stelle für seine vortreffliche Leitung herzlicher Dank ausgesprochen. Leopold Weil. Bezirkskonferenz Ansbach. In der Konferenz am 24. Februar wurde nach Besprechung einiger wichtiger, den Beruf und den Kultus betreffenden Fragen mit dem Lernen „Gemoroh Chulin 25 ff" begonnen. Sodann hielt Herr Bezirksrabbmer Dr. Munk (Ansbach) einen Vortrag über „Erklärungen zur Tefilla". Dem verehrten Redner, der zu den eifrigsten Föderern der Bezirkskonferenz gehört, wurde reicher Beifall zuteil. De nächste Konferenz findet am 7. April statt. L e v i t e. Bezirkskonferenz Schwaben. Auf Wunsch unserer Vereinsleitung habe ich wieder die Obmannschaft unserer Bezirkslehreroereinigung übernommen. Ich bitte die schwäbischen Kollegen hiervon Kenntnis zu nehmen. Um wieder neues, frisches Vereinsleben anzuregen, soll während der Osterferien eine Konferenz in Augsburg statffinden. Es kommen Berufs-, Vereins- und Standesfragen zur Aussprache. Als Konferenztag möchte ich Montag, den 8. April, vorschlagen. Genauere Zeitangabe erfolgt eventuell durch Rundschreiben. Etwaige Wünsche und Anträge wollen sofort an mich gerichtet werden. Treukollegiale Grüße! M. Sonn, Buttenwiesen. personalia Heinrich Friedmann zu senem 80. Geburtstag Am 24. März begeht Oberlehrer a. 2. Heinrich Friedmann, dank vor allem göttlicher Gnade, in körperlicher Rüstigkeit und in geisttger Regsamkeit seinen achtzigsten Geburtstag. Ein gesegnetes Leben, reich an beglückenden Familienfreuden, reich aber auch an verantwortungsvoller Berufsarbeit bei der Erziehung unserer jüdischen Schuljugend zu sittlich-religiösen Menschen, eine Aufgabe, deren Erfüllung unser Jubilar 52 Dienstjahre hindurch mit seltener Pflichttreue, mit vorbildlichem Eifer sich widmete. Im Jahre 1884 von Neumarkt ist der Oberpfalz nach München berufen, wirkte er in unserer Gemeinde bis 1920 als Religionslehrer in Volks- und Mittelschulen und über diese Zeit hinaus bis 1924 als technischer Leiter des israelitischen Religionsunterrichts an den Volksschulen. Dank und ehrenvolle Anerkennung wurde ihm bei verschiedenen Anlässen in Wort und Schrift gezollt von jüdischen und nichtjüdischen Behörden für seine ersprießliche Tätigkeit auf pädagogischem Gebiete. Als ein Beispiel unter vielen anderen sei zitiert, was der Jahresbericht des Wilhelms-Gymnasium für das Schuljahr 1919 bis 1920 über unsres Jubilars Wirksamkeit berichtet: „Hauptlehrer Friedmann, der nunmehr das 71. Lebensjahr erreicht hat, wirkte volle 36 Jahre als Lehrer an den Münchner Gymnasien. Sein hoher Pflichteifer und sein freundliches Wesen haben ihm die aufrichtige Wertschätzung seiner Amtsgenossen und die Dankbarkeit seiner Schüler erworben." An der Seite seiner ihm gleichgesinnten Gattin, im Kreise seiner Kinder, Enkel und Urenkel, zur Freude seiner ihn verehrenden Kollegen, Freude und Schüler möge noch recht lange an unserem liebenswürdigem Jubilar des Pfalmisten Wort zur Wahrheit werden: „Od jennovum beßewoh". K i r s ch n e r. Lehrer Lehmann, der seit 1887 in Eschau tätig war, ist in den Ruhestand getteten. Kollege Wähler (Hörstein) wurde zum Oberlehrer befördert. Direktor Dr. Elias verläßt mit Beginn des neuen Schuljahres Fürth, um das Direktorat der Hirsch'fchen Realschule n Frankfurt a. M. zu übernehmen. Kurz vor Redaktionsschluß erreichte uns die Trauerbotschaft vom Heimgange unseres lieben Freundes und Kollegen, des Kantors Simon Krämer von Ansbach, der im Hause seines Sohnes in Heidelberg am 12. März leider verschieden ist. Wie werden diesem treuen, stets liebenswürdigen und pflichteifrigen Mitglieds ein tteues Gedenken bewahren. Seminar-Schlußprüfung 1929 Vom 18. bis 21. Februar fand der schriftliche Teil der Seminarschlußprüfung statt. Im 1. Abschnitt (5. Klasse) beteiligen sich 11, im 2. Abschnitt (6. Klasse) 9 Schüler. Die Aufgaben aus der Religionslehre (1. Abschnitt) lauteten: 1. Der Talmud. Seine Geschichte, seine religiöse und literarische Bedeutung. 2. Die religiösen Voraussetzungen des Versöhnungstages. Im 2. Abschnitt waren aus Theorie des Synagogendienstes folgende Aufgaben zu bearbeiten: 1. Das Tachanungebet: a) Bestandteile des Tachanungebetes in weitestem Sinne. tr) Bedeutung des Psalm 6 für das Tachanun im besonderen, für das Gebet im allgemeinen. 2. Thora-Vorlesung: a) An welchen Tagen finden im öffentlichen G'ttesdienst Thora-Vorlesungen statt? d)Zahl der Aufzurufenden mit Begründung. 3. Welche Gebete sind auf den Amoräer Rab (Abba Areka) zurückzuführen. Die mündliche Prüfung findet am 6. März statt. Ein werkvolles Hilfsmittel für jüdischen Unterricht und jüdische Erziehung Die jüdische Jugendzeitschrift „Das Zelt" findet leider immer noch viel zu wenig Beachtung von seiten der Kollegen und dabei wäre diese Zeiffchrift so sehr geeignet, den Lehrer bei seiner Arbeit zu unterMtzen. Sie vermittelt in unaufdringlicher Weise Kenntnisse über Juden und Judentum und erweckt jüdisches Gemeinschaftsgefühl. Auch für den Unterricht selbst kann vieles als „Quellenlesestoff" nutzbar gemacht werden. Die Leitung der Zeitschrift, die von Oberlehrer Dingfelder sel. mitbegründet wurde, liegt in bewährten Händen und der Bezugspreis ist in erträglichen Grenzen gehalten. (RM. 1.20 pro Quartal.) Wo die einzelnen Kinder die Kosten nicht allein tragen können, sollte der Lehrer die Bildung von Zirkeln zu gemeinsamem Bezug veranlassen; zumindest aber müßte 1 Exemplar von der Schule gehalten werden, das die Kinder reihumlesen und ein weiteres Exemplar, das in der Schulbibliothek für gelegentliche Verwendung im „Arbeitsunterricht" Platz findet. I. B. Hirnheimer, München (Höchberg).

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