Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 5 (1.3.1929)
- Article
- Responsen von R. Seligmann Bär Bamberger [Rezension]
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 72 (sequence 2)
- Language
- German
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72 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 5 i tuntit ■* im i f iini i 11 mini i j liiiinimmiu iiiniiiniiinn| DÄirARMI FIRMÄCARtVOLKERT MÖNCHEN wmmmmamamtmmm MAXIMILIÄNSTR. 41 Die alte Spezialfirma für die gepflegte Qualitätszigarre und erstrecken sich aus die verschiedensten Gebiete des Schulchan Aruch. Von besonderem Interesse ist die Behandlung einiger Probleme des modernen Wirtschaftslebens in ihrem Zusammenhang mit dem jüdischen Religionsgesetz. vor allem mit Sabbatgebot und Zinsverbot. Herrn Rabbiner Dr. S. Bamberger (Kisfingen) gebührt aufrichtiger Dank für die Herausgabe dieses wertvollen Werkes, das die jüdische Welt mit großer Freude erwartet und begrüßt hat. Jüdisches Lexikon. Ein enzyplopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden. Begründet von Dr. Georg Herlitz und Dr. Bruno K i r s ch n e r. Mit über 2000 Illustrationen, Beilagen, Karten und Tabellen. Unter Mitarbeit von über 250 jüdischen Gelehrten und Schriftstellern. Band II: 1)—II. In Leinen gebunden RM. 35.—, in Halbfranz gebunden RM. 44.—. Der zweite Band des „Jüdischen Lexikons" rechtfertigt vollauf die Erwartungen, die man nach dem ersten Band für die Weiterführung dieses Unternehmens hegen durfte. Ohne den Fehler zu begehen, durch allzu breite Behandlung zu ermüden, ist die Darstellung doch immer ausführlich genug, um eine abgerundete Vorstellung zu-übermitteln. Besonders dankenswert ist die reichliche Verwendung von Abbildungsmaterial. In unserer Zeit, wo vielmehr als bisher durch den Gesichtssinn ein dauernder Eindruck erweckt wird, ist die Heranziehung einer bildlichen Vorstellungsübermittlung besonders geboten. Der vorliegende Band vereint unter den Buchstaben v—H mit die wichtigsten Erscheinungen und Begriffe des Judentums. „Gemeinde", „Geschichte" — eine ausführliche Darstellung daneben unter „Deutschland", „England" und „Frankreich" —, „Familie", „Erbrecht", „Frau im Judentum", „Haggada" und „Haggada schel Pessach" werden — um einige Beispiele zu nennen — umfassend behandelt. Es wäre zu bedauern, wenn die gewählte Art der Darstellung MAX NEUMAYER Kraftfahrzeuge, Kaulbachstraße 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 33 823—24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung / SpeziahReparaturwerkstätte / Günstige Ratenzahlungen einer gedrängteren weichen mühte, um den Rest (J—Z) in zwei Bänden unterzubringen. Ich glaube, daß jeder Subskribent lieber einen weiteren Band in Kauf nimmt, als daß er einer rudimentären Sachdarstellung zustimmen würde. Theo Harburger. Marcus Ehrenpreis: Das Land zwischen Orient und Okzident. Spanische Reise eines Juden. Mit einem Brief an den Verfasser von Alfons Paquet. Fünfunddreißig Text- und Tafelbilder. 1928, Der Heine-Bund, Berlin. Die Bedeutung Spaniens für die Geschichte der Weltjudenheit ist allgemein bekannt; doch wird sie vielfach lediglich als Tatsache hingenommen, ohne daß Rechenschaft darüber abgelegt würde, wie gerade dieses Land, an den äußersten Grenzen des klassischen und nachklassischen Weltand Kulturkreises, dazu berufen war, eine so einschneidende Rolle im geistigen und materiellen Leben eines Volkes zu spielen, das im vorderen Orient beheimatet war. Dieser Erscheinung nachzuspüren, setzte sich der Stockholmer Oberrabbiner zur Aufgabe, für die er um so mehr geeignet war, als ihn feine Jugend und besonders seine langjährige bedeutsame Tätigkeit als bulgarischer Oberrabbiner mit dem Wesen der S'fardim, der spamolischen Juden vertraut gemacht hatte. Mit dem seherischen Blicke des Dichters ist Ehrenpreis den nicht allzu zahlreichen'Spuren der jüdischen Glanzzeit nachgegangen. Nicht nur die großen Gestalten der Dichter und Philosophen in S'sarad entstehen vor seinem und durch seine Darstellungskunst vor unserem geistigen Auge zu einem Leben, das uns neue Einblicke in unsere tieferen Grundlagen vermittelt, das Wichtigste an dem Werke ist die Beleuchtung der spanischen Volksseele. Landschaft und vielgestaltige Vergangenheit, besonders die geistigen Niederschläge der großen Völker, die seit den frühen Tagen des Altertums um diesen Boden gerungen und ihm ihren unverwischbaren Stenrpel ausgedruckt haben, werden bildhaft dargestellt. Der Anteil der Juden als der Vermittler zwischen Ost und West, die in den maßgebendsten Jahrhunderten am Aufbau der geistigen Größe der maurischen wie auch der europäischen Kultur sich in hervorragendem Maße beteiligt hatten, gewinnt in dieser Beleuchtung den ihm zustehenden Rang. Wie Spanien geographisch zwischen dem Abendland und dem in Nordafrika dominierenden Orient gelagert ist, so fühlt sich das spanische Volk zu der kulturellen Aufgabe gedrängt, Mittler zur islamischen Geisteswelt zu werden. Zu diesem Gedanken, der eine Zusammenfassung nicht aus der heute Herrschenden Kulturmacht erfordert, sondern auch die vergangene Größe Spaniens heraufbeschwören will, bekennen sich heute gerade die führenden Geister nicht allein Spaniens, sondern der ganzen iberischen Halbinsel. In diesem Zusammenhänge erwachte nicht nur — in einem imperialistischen Sinne ursprünglich — das Interesse an den Vertriebenen und Verfolgten, die Opfer der Inquisition waren, sondern auch an den lebenden Überresten im Lande, den Marannen. Für uns Juden find natürlich die Kapitel. die diesen zum Judentum offen und bewußt zurückdrängenden Schichten gewidmet sind, von besonderem und eigenartigem Interesse. Cs ist nur zu wünschen, daß die mit dichterischem Schwünge erfüllten Schilderungen und die in ihnen ausgesprochene Meinung recht behalten, daß ein neu emporstrebendes Spanien eine Politik einschlagen wird, die der der Judenaustreibung diametral entgegengesetzt ist. Die Darbietung dieser Reiseschilderung, die über den einfachen Zweck einer solchen weit hinausgeht, in deutscher Sprache ist ein großes Verdienst des „Heine-Bundes", der seinen Mitgliedern die Übertragung aus dem schwedischen Original, bearbeitet vom Verfasser selbst, bringt. Die wertvollen Bildbeigaben bilden einen Schmuck des gut ausgestatteten Buches. München. Theo Harburger Opvlofchu: Der letzte Waldjude. Ein Roman. Aus dem Jiddischen von Siegfried Schmitz. Der Heine-Bund, Berlin, 1928. Der rührige Heine-Bund, eine jüdische Buchgemeinschaft, hat sich durch die Übermittlung eines neueren ostjüdischen Werkes ein unzweifelhaftes Verdienst um seinen Leserkreis erworben. Das uns so merkwürdig erscheinende jüdische Leben in Polen rollt in einem bewegten Beispiel mit zeitgenössischem Hintergrund vor unseren geistigen Augen ab. Der Übergang vom Leben des „Waldjuden", der fern von der Stadt, fern von den jüdischen Mittelpunkten ein naturverbundenes Leben führt, aber doch mit den Zentren den Zusammen-