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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-03-01 · 5 (1.3.1929) · p. 65

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
5 (1.3.1929)
Article
Inhalt
Date
1929-03-01
Page
65 (sequence 1)
Language
German
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Nachrichtenblatt öer Israelitischen Kultusgemeinüen in München unö Augsburg unö öeS Verbanöes Vagerischer Israelitischer Gemeinäen Dagerische Israelitische Gemeinüezeitung erscheint am 1. unö 15. jeüen Monats. — Verlag: S. heller, München, tzerzog-Mar-Straste 4, Kernruf 95099/ Postscheckkonto München Nr. 5987. Schristleitung: Vr. Lugen vchmiöt, Rechtsanwalt ln München, Karlstraste 6. VezugsprelS für nicht Angewiesene Sezjeher: Reichsmark 4.60 für öas Zahr. Anzeigenpreis: Oie 4 gespaltene Millimeter-Zeile 40 Reichspfennig Kamtltenanzeigen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote 19 Reichspfeaoig fp£p München, t. Marz Ar. f Inhalt: Religiöse Sonette — Jakob Loewenberg zum Gedächtnis — Die Kriminalität der Juden — Aus dem Reiche — Aus dem Verbände — Aus der Gemeinde München — Aus der Gemeinde Augsburg — Bücherschau — Vereine — Personalia — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden: Bekanntmachung über Unterbringung von Kindern in der israelitischen Kinderheilstätte Bad Kissingen und im jüdischen Landheim Wolfratshausen; Bekanntmachung über Unterbringung von Kurbedürftigen des Mittelstandes im Kurhospiz Bad Kissingen — Bekanntmachungen der Israelitischen Kultusgemeinde München: Bekanntmachung über Ersatzwahl; Bekanntmachung über Beihilfen zum Kurgebrauch. Religiöse Sonette Von Uriel Birnbaum (Wien) Anläßlich des Vortrags des Autors in München am 6. März I. Gib Deine Kraft mir, wenn ich müde bin! Und müde bin ich oft und ohne Maßen: Wie fern, mein Gott, liegt dieses Weges Sinn Und wie so lange sind zu ihm die Straßen! Wo sind die Stunden, die mich längst vergaßen? Wo sind die Taten, die ich einst getan? Wo sind sie hin, die meine Tage fraßen? — War jedes dieser Opfer eitel Wahn? Mein Gott, demütig geh' ich Deine Bahn... Nur manchmal faßt mich Zorn in meiner harten Rastlosigkeit —. faßt mich wie ein Orkan Und peischt zu Lästerungen die erstarrten, Die müden Lippen mir ... Herr meiner Fahrten, Gib Deine Kraft mir: Deine Kraft im Warten! II O Herr mein Gott, in Staub versinkt mein Leben! Mein Herz erlahmt! Das Atmen wird mir schwer! Haft Du mich ganz verbannt und preisgegeben Und sehe ich Dein Antlitz niemals mehr? ... So schrie ich auf zu Dir und klagte sehr — Da faßte Deine Hand der Erde Ränder Und schüttelte die Felsen hin und ber, Wie Menschenhände staubige Gewänder. In Glut und Greuel lösten sich die Länder, Zum Himmel auf stieg Blut und Wehgeschrei^ Und Menschenwcrk und Menschenunterpfänder, Hinftoben sie im Sturm wie Staub und Spreu Herr, da erkannte ich's als einerlei, Ob ich im Elend, ob im Glücke sei. III O Herr, die Not, in der Du mich verbrennst, Ist Deiner Liebe Glut, nicht Zornes Feuer! Die Qual, die Deinen Lieblingen Du gönnst, Ich kenne sie und weiß, ich bin Dir teuer! Und weil es Du bist, dessen Hand das Steuer, Das scheinbar irre, meines Lebens hält, Wird all mein Elend edles Abenteuer Und ob auch bettelnd, bin ich Herr der Welt: Denn diese Welt ist etwas, das zerfällt! Ein Schatten nur im Lichte Deines Blickes! Ich aber, ob von Bosheit auch umgellt, Ich bin inmitten meines Mißgeschickes, Das mich erwürgt wie mittels eines Strickes, Der Ewigkeit gewiß und ewigen Glückes! lkeligiöser IDortrag in der spnsgoge: Sonntag, 3.jlttän. Wheres Seite 70).

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