Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 4 (15.2.1929)
- Article
- Pädagogische Arbeitsgemeinschaft der Ortsgruppe München des jüdischen Frauenbundes
- Date
- 1929-02-15
- Page
- Seite 56 (sequence 2)
- Language
- German
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56 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 4 Usli HAX NEUMAYER Kraftfahrzeuge, Kaulbachstraße 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 33823-24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung / Spezlal>Reparaturwerkstätte / Günstige Ratenzahlungen Jugend" eine Mütteroereinigung im Jüdischen Frauenbund begründet wurde. Diese setzt sich zum Ziel, nach den an dem Vortragsabend entwickelten Grundsätzen Einfluß auf die geistige und Charakterentwicklung der Kinder zu nehmen und gemeinsam auf eine Reform der Kindergeselligkeit hinzuwirken. Wer sich dieser Vereinigung anschließen will, wird gebeten, sich bei Frgu Dr. Wilmersdoerffer, Scheinerstraße, anzumelden. Es besteht die Absicht, etwa vierteljährlich zusammenzukommen; dabei sollen aktuelle pädagogische Fragen besprochen werden, die aus dem Kreis der Mütter selbst auftauchen. Es wäre sehr erwünscht, wenn solche Fragen und Vorschläge in bezug auf ein Thema an die obige Adresse eingesandt würden, damit die Aussprache wirklich Klärung über schwierige Punkte der Erziehung bringen kann. Dr. G. W. vücberschau Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden gibt mit dem Jahre 1929 den 1. Jahrgang der oben genannten Zeitschrift heraus. Diese Zeitschrift tritt an Stelle des Nachrichtendienstes der Zentralwohlfahrtsstelle und der Zeitschrift „Zedakah". Die neue Zeitschrift wird eingeleitet durch ein Vorwort von Leo Baeck, das die Verbundenheit und Besonderheit der jüdischen Wohlfahrtspflege umreißt. Von den Auffätzen sei besonders erwähnt „Das Problem der inneren Wandlung" von Prof. Dr. Erich Stern, in welchem der Verfasser mit sicherem Blick die außerordentliche Bedeutung der Alfred Adlerfchen Jndividualpfychologie gerade für die Probleme der sozialen Fürsorge erkennt. Ferner Dr. M. Türk über den „Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes" und Dr. Tugendresch über „Aufgaben der Sozialhygiene". DALLARMI HRMÄCÄRIVOLKERT HOFLIEFERANT MÖNCHEN MAX3MIIIANSTR.41 Die alte Spezialfirma für die gepflegte Qualitätszigarre Verein zur Förderung rilueller Speisehäuser Soeben ist das neue Verzeichnis ritueller Speisehäuser erschienen. Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler. Das dritte diesjährige Notizblatt der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler fährt darin fort, die Jubiläumsausstellung der Gesellschaft aus Frankfurter Privatbesitz bekannt zu geben. Von einer zusammensassenden Auswertung der einzelnen Abbildungen ist diesmal abgesehen worden, um nicht den Beiträgen zur jüdischen Kulturgeschichte oorzugreisen. Um so deutlicher zeigt sich der Wert des Katalogs, der als ein Beispiel gedacht ist, um die ganz unzulänglichen Beschreibungen der jüdischen Kunstmäler auf ein Niveau zu heben, das der wissenschaftlichen Bearbeitung der Objekte entgegenkommt. In diesem Zusammenhang muß besonders auf die Publikation der jüdischen Vrautringe hingewiefen werden, deren Bedeutung vor allen Dingen darin liegt, daß sie weit älter sind als die Mehrzthl der jüdischen Objekte sonst. Die Mitgliedschaft wird durch Einsendung von mindestens RM. 10.— Jahresbeitrag auf das Konto Julius Kaufmann, Vereinskonto, Frankfurt a. M. 47 620, erworben. Mitglieder erhalten sämtliche Publikationen der Gesellschaft zu wesentlich ermäßigten Bezugsbedingungen; die Ermäßigungen machen allein schon einige Jahresbeiträge aus. Line hebräische Monumentalbibel. Die Soncino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches E. V. verteilt an ihre Mitglieder soeben den Probedruck der von ihr vorbereiteten Monumentalausgabe der hebräischen Bibel. Der Druck erscheint in Großfolio in einer für die Gesellschaft von Marcus Behmer nach alten Vorlagen neu geschaffenen Drucktype. Die Herstellung des Druckes erfolgt auf der Handpresse der Officina Serpentis zu Berlin. Seit vielen Jahrhunderten ist dies der erste Versuch, der von iüdischer Seite zur Herausgabe einer ästhetisch und inhaltlich einwandfreien hebräischen Bibel unternommen wird. Nähere Mitteilungen über das geplante Unternehmen können von der Geschäftsstelle der Gesellschaft, Berlin C 2, Kaiser-Wilhelm-Straße 12, bezogen werden. Gleichzeitig veröffentlicht die Gesellschaft das Programm ihrer diesjährigen Jahresversammlung, die für den 16. und 17. Februar nach Berlin berufen ist. Am 16. Februar wird im engeren Kreise ein zwangloser Begrühungsabend die Erschienenen vereinen. Sammy Gronemann, der beliebte Autor von „Tohuwabohu", „Harodoloh und Zapfenstreich" spricht unter dem Titel „Ich werde bibliophil". Am 17. Februar findet im Repräsentanten-Sitzungssaal der Berliner Jüdischen Gemeinde die Mitgliederversammlung statt, für die ein Festvortrag mit dem interessanten Thema „Die gegenwärtige Lage der hebräischen Literatur" angekündigt wurde. Den Abschluß der Veranstaltung bildet ein Gefellfchaftsabend im Hotel „Der Kaiserhof", bei dem zahlreiche prominente Mitglieder sprechen werden. Eine große Anzahl von Privatdrucken für die Teilnehmer an dieser Veranstaltung ist bereits angekündigt. Wichtige Neuerscheinung. Der Talmud, übertragen von Lazarus Goldschmidt, vollständig umgearbeitete und berichtigte Ausgabe in 11 Bänden, beginnt noch in diesem Monat zu erscheinen. Die Ausgabe enthält die vollständige ungekürzte deutsche Übersetzung einschließlich sämtlicher zensierten Stellen. — Die „Ewer"-Buchhandlung nimmt Subskriptionen schon jetzt entgegen. Seschättsnaidrichlen Aktennotiz Jedes Jahr taucht wieder für viele Mädchen, die 10 Jahre lang zur Schule gegangen sind, die Frage auf, was beginnen wir, wenn aus den Schulpforten zum erstenmal der Schritt ins Leben führen soll? Daß jedes Mädchen einer Berufsausbildung zustrebt, ist heute selbstverständlich. Aber welchen Beruf soll es ergreifen? Fast alle Berufe sind überfüllt. Außerdem ist es sehr schwer für das junge Mädchen, nachdem es lange Zeit in der Schulwelt gelebt hat, nun auch zu wißen, ob ihr dieser oder jener Beruf, der ihr Fortsetzung auf Seite 59