Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 4 (15.2.1929)
- Article
- Ablösung vor!
- Date
- 1929-02-15
- Page
- Seite 55 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 4 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 55 In Augsburg Hotel Bayerischer Hof wohnt man gut und billig „Ablösung vor!" Ein militärisches Kommando in unserer entmilitarisierten Zeit! In den nächsten Wochen finden die alljährlichen Mitgliederversammlungen der Israelitischen Wohltätigkeitsvereine in München statt. Fast aus allen Tagesordnungen wird als Beratungsgegenstand: Ersatzwahlen enthalten sein. Der Tod hat in den letzten Jahren in der Leitung vieler Vereine in München Lücken gerissen, welche noch nicht wiederum ausgefüllt sind. Nicht nur, um der gesetzlichen Form gegenüber dem Gerichte zu genügen, welches das Vereinsregister führt, sondern um einen der Verstorbenen würdigen Ersatz zu finden, sollten sich alle Mitglieder bemühen und in den Versammlungen zahlreich erscheinen. Soll das Vereinsleben, wie bisher, weiterblühen, soll das Werk der Wohltätigkeit und Menschen- und Nächstenliebe in echt jüdischer althergebrachter Form weitergefördert werden, bedarf es des Aufgebots aller hilfsbereiten Kräfte. Diese zur Mitarbeit aufzurufen, sollen diese Zeilen bezwecken. Aber noch ein anderer Gedanke sei der Überschrift dieser Zeilen entsprechend hier ausgesprochen: Solange ein Vereinsvorstand oder Ausschußmitglied arbeitet und seine Stelle in der gewohnten Weise versieht und wenn dieses auch noch so viele Jahre geschehen mag, gewöhnt man sich so daran und denkt nicht, daß wir alle nur Menschen sind und die Tätigkeit eines jeden einzelnen einmal aufhören muß. Wir haben in vielen Vereinen alte, bewährte Kräfte, welchen wir noch lange Gesundheit wünschen; aber die Vereine und die Vereinsleitungen brauchen Ersatz in jüngeren Kräften und auch die alten bewährten Kräfte werden froh sein, wenn neben ihnen jüngere erscheinen und sie zuerst entlastet und dann abgelöst werden. Dieses gilt besonders auch bei der Liebestätigkeit „schel emeth" in der Chewra, bei welcher die Zahl der vorhandenen tätigen Mitglieder, namentlich auch die Zahl der „liberalen" nicht groß ist und dringend der Ergänzung bedarf. Darum: „Ablösung vor!" Justizrat Leo Oppenheimer Die Frühjahrs reise des Deutschen Keren hajessod nach Palästina Die Teilnehmer an der Keren-Hajessod-Reise werden ein besonders interessantes Erlebnis in Palästina haben. Die Habimah, die soeben ihre erste Neueinstudierung mit großem Erfolg herausgebracht hat, bereitet jetzt ein zweites Stück „Die Locken Absaloms" von Kalderon vor, dessen Premiere im März stattfinden wird. Es besteht der Plan, sie zu einer Zeit zu veranstalten, in der sich die Teilnehmer der Keren-Hajessod-Reise in Palästina aufhalten. Vereine Jüdischer Jugendverein, München. Der Verein hielt am Donnerstag, dem 24. Januar, seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Aus dem Bericht des geschäftsführenden, stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Dr. W e l l i s ch , konnte man die rege Arbeit des Vereins auf den verschiedensten Gebieten der Jugendpflege und Erziehung entnehmen. An den Donnerstagabenden fanden jeweils die für die Vereinsmitglieder (und Gäste) bestimmten Vorträge und Darbietungen statt. Die Dienstagabende dienten und dienen weiterhin der ernsten Erörterung jüdischer Literaturwerke und Weltanschauungsfragen im geschloffenen Kreis. An den Montagabenden sammeln sich junge Menschen zu Diskussionen über praktische jungjüdische Fragen. Die Freitagabende, vom Jüdischen Jugendverein traditionsgemäß im gesamtjüdischen Interesse Münchens veranstaltet, hatten sich regen Besuchs zu erfreuen. Nach Erledigung der statutarischen Vorschriften erfolgte die Neuwahl des Vorstandes. Sie ergab Herrn Oberlehrer Dr. Siegfried Keßler als ersten Vorsitzenden und die Herren Dr. Wellisch, Knoblauch, Wolff, Dr. Waldner, Levin und Cohn sowie Frl. Neuwirth und Bober als weitere Mitglieder der Vorstandschaft. ' Am Donnerstag, dem 7. Februar 1929, sprach im Jüdischen Jugendverein Herr Hauptlehrer Jakob Krämer über jüdische Verfassungssragen in Deutschland. Er gab den interessierten Zuhörern unter Beschränkung auf das Wesentliche ein anschauliches Bild der Entstehung und des heutigen Zustandes der jüdischen gemeindlichen Verfassung in den deutschen Staaten. Am nächsten Donnerstag, dem 21. Februar 1929, veranstaltet der Jüdische Jugendverein im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1 Rgb., um 21 Uhr eine Lessingfeier, auf die schon heute mit der Bitte hingewiefen sei, durch zahlreiches Erscheinen zu beweisen, daß der Geist eines Lessing auch heute noch in Münchens Judenheit Widerhall findet. Den Festvortrag wird der neugewählte Vorsitzende, Oberlehrer Dr. Keßler, halten. Darbietungen des jüdischen Kammerorchesters werden die Feier stimmungsvoll umrahmen. Eintritt auch für Nichtmitglieder frei. Jüdischer Jugend-Verein München. Auskünfte und Anfragen an: Frl. Emma Neuwirt, Franz-Joseph-Straße 33. — Donnerstag, den 28. Februar 1929: Herr Dr. I. Waldner leitet einen dritten Musikalischen Abend im Lessingsaal, Herzog-Max-Straße 1/0, Rückgebäude. Beginn 20.45 Uhr. — Unsere Freitag-Abend- Feiern finden wie bisher Herzog-Max-Straße 3/1, statt. Beginn 20.45 Uhr. Jeder Jude ist herzlich willkommen! Jüdischer Gesangverein e. V., München. Am Dienstag, dem 19. Februar 1929, abends 8.15 Uhr, findet im Mathildensaal im Rahmen der Bildungsabende der München Loge eine „Schubertfeier" unter Mitwirkung des Jüdischen Gesangvereins statt. Die Hauptprobe hierzu ist am Montag, dem 18. Februar 1929, abends 8.15 Uhr im Mathildensaal. Jüdischer Gesangverein e. V.. München. In der jüngst stattgefundenen Generalversammlung des Jüdischen Gesangvereins München wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, daß nunmehr im Anschluß an den bereits bestehenden gemischten Chor ein Knabenchor ins Leben gerufen werden soll. In dem Bestreben, möglichst vielseitig die spezifisch jüdische Musik zu pflegen, wurde die Notwendigkeit immer fühlbarer, einen solchen Chor zu gründen, um in unserem Programm auch die Kompositionen aufnehmen zu können, die für Männer- und Knabenchor geschrieben sind. Ihre Mitarbeit haben die Herren Kantoren Neu und Davidovics in liebenswürdiger Weife zugesagt. Die Oberleitung liegt in den bewährten Händen unseres Kapellmeisters Joseph Ziegler. Wir fordern alle stimmbegabten Knaben im Alter von 8—14 Jahren aus, sich an unserer Sache rege zu beteiligen. Probelokal Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1. Chorstunde Mittwoch, den 13. Februar 1929, nachmittags 3.30 Uhr. Dortselbst werden die Anmeldungen entgegengenommen, evtl. Telephon 20156. Die Vorstandschaft des Jüdischen Gesangvereins e. V. Die Pädagogische Arbeitsgemeinschaft der Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes teilt mit, daß im Anschluß an einen Vortrag von Frau Gertrude Weil über „Unsere Heranwachsende StoilwercK | SCHOKOLADE-PRALINEN "