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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-02-15 · 4 (15.2.1929) · p. Seite 53

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
4 (15.2.1929)
Article
Eine goldene Medaille für die Heldentat eines Juden 1796
Date
1929-02-15
Page
Seite 53 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 4 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 53 einer jährlichen Pension von 1000 fl. erhalten hat. Der Name dieses Helden ist aus begreiflichen Gründen in dem zeitgenössischen Bericht nicht angegeben. Vermutlich wurde ihm die österreichische Tapferkeitsmedaille (in Gold) für den Feldzug in Italien verliehen. Vielleicht befindet sie sich noch in irgendeinem Münzkabinet, und ist der Name auf dem Rande eingraviert. Antiquar Robert R o s e n t h a l. Aus dem Verbände Verband gefeheslreuer jüdischer Jugendvereine Bayerns. Am 30. Dezember 1928 hielt der Verband der gesetzestreuen jüdischen Jugendvereine Bayerns (A.J.J.O.) seinen sechsten Verbandstag ab, der bei regster Anteilnahme der Mitglieder einen überaus wirkungsvollen Verlauf nahm. Nach dem Eröffnungsfchiur des Herrn Rabbinatsassesfor Bergmann und den Begrüßungsworten des ersten Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt Dr. Münz, sprachen herzliche Worte der Begrüßung und Anerkennung für die bisher geleistetete Arbeit die Herren: S. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Klein (Nürnberg), Oberstudienrat Dr. Dachauer für die Gemeinde der Adas-Jsroel, Leo Katzenberger für den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden, Gerson Schnerb für den O.V. der A.J.J.O., Dr. Eisemann für die A.-J. (Ortsgruppe Nürnberg), David Lehmann für die Agudas-Jfroel (Ortsgruppe Fürth), Dr. Heinrich Klein für den Chewras-Vachurim Nürnberg und Rechtsanwalt Dr. Meyer (Regensburg) für die auswärtigen Mitglieder der Leitung. Der sodann durch den Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt Dr. Münz, erstattete Geschäftsbericht gab Einblick in die ständigen Bemühungen der Leitung, die Grundlage des Bayerischen Jugendverbandes zu vertiefen, organisatorisch zu festigen und zu verbreiten sowie in die mannigfache Tätigkeit des G.A., die sich in Trefffahrten, Bezirksveranstaltungen, Vorträgen und Einrichtungen von Schiurim auswirkt. Der Bericht zeigte auch die vielen Schwierigkeiten, die immer noch der Tätigkeit des Verbandes entgegenstehsn und bemühte sich, Wege zu deren Hebung aufzuzeigen. Die Geschäftsdebatte endete damit, daß der Leitung das volle Vertrauen ausgesprochen wurde. Die Wahl ergab einstimmig die Wiederwahl des bisherigen Vorortes und Vorsitzenden. Sodann ergriff Herr Dr. Merzbach, Frankfurt a. M., das Wort zu seinem Thema „Religiosität". Der Redner verstand in eindringlicher Weise darzulegen, daß der jüdische Mensch nur dann wirklich jüdisch leben und handeln kann, wenn Religion und Religiosität aufs engste verbunden seien. An die Ausführung schloß sich eine interessante ausgedehnte Diskussion an. Herr Dr. Max Cohen (Köln) sprach über „Die Berufs- und Wirtschaftsnot der jüdischen Jugend". An Hand umfangreichen wissenschaftlichen Materials berichtete der Redner von den immer größer werdenden Schwierigkeiten, die im Wirtschaftsleben der sabbathaltenden Jugend entgegentreten und von der unbedingten Notwendigkeit, diese Gefahren rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Die Diskussion zeitigte wertvolle Ergebnisse, die darin gipfelten, daß eine richtige Berufsberatung und Ausbildung von Wichtigkeit sei und daß den Auswüchsen des gesellschaftlichen Lebens, die eine über das gegebene Maß gesteigerte Lebenshaltung notwendig machen, mit Entschiedenheit entgegengetreten werden Der Verbandstag wurde durch den Abendvortrag des Herrn Jakob Rosenheim, Frankfurt a. M., über „Die Kenessio Gedaulo und die Probleme der gesetzestreuen Judenheit" gekrönt. Eine vielhundertköpfige Menge lauschte andächtig den begeisterten Ausfübrungen des bekannten Führers der Agudas Israel, die mit nicht endenwollendem Beifall ausgenommen wurden. Würzburg. Der dritten Generalversammlung des Bayerischen Schochtimverbandes wohnten die Delegierten des deutschen Schochtimverbandes, Bezirksrabbiner Dr. Hanover, Vertreter bayerischer israelitischer Gemeinden und der israelitischen Kultusgemeinde Würzburg bei. Der Vorsitzende, Herr Neustädter (Bad Kissingen), hob das gute Einvernehmen der Gemeinden zur jüdischen Beamtenschaft Bayerns hervor und begrüßte die Anwesenden. Bezirksrabbiner Dr. Hannover kennzeichnete den Zusammenschluß der Schochtim als eine unbedingte Notwendigkeit im Interesse der Schechitofrage, und Herr Engel gab die Versicherung, daß von den Gemeinden alles unternommen werde, um den Beamten eine gesicherte Existenz zu verschaffen. Bei dem Jahresbericht konnte der Vorsitzende feststellen, daß die Versicherung der Schächtbeamten bei der Fleischerei-Berufsgenossenschaft nach jeder Richtung gutgeheißen werden kann und gab die Anregung, daß auch die Beamten der Kleingemeinden gegen Unfall dort zu versichern seien. Dann erwähnte er die Mitarbeit des Verbandes in der bayerischen Schechitofrage, die hier immer noch große Sorge verursache. Verschiedene Anregungen zur Hebung des Schochtimstandes hätten nicht immer die nötige Unterstützung gefunden. Als Beweis für die Benachteiligung der Schochtim führte er ziffernmäßige Angaben an über die Gehälter eines Lehrers und eines Schochets in den verschiedenen Dienstjahren und drückte die Hoffnung aus, daß es dem Verbände bayerischer israelitischer Gemeinden gelingen möge, diese Härten bald auszugleichen. Schriftführer Kurzweil (Treuchtlingen) dankte dem Vorsitzenden für die geleistete Arbeit und regt die Gründung einer Schochtimschule an. Dieser Punkt soll mit der neuen Lehrerbildungsordnung erledigt werden. Ein Referat Lubinski (Schweinfurt) behandelte darauf das Thema, ob man an die Schächtvorschriften den medizinisch-wissenschaftlichen Maßstab anlegen dürfe und könne. Seine tiefgründigen, wissenschaftlichen Ausführungen fanden allgemeinen Beifall und es wurde die Anregung gegeben, das Referat der Presse zu übergeben. In einem weiteren Referat gab Bacharach aus seiner langjährigen Praxis Ratschläge über das Verhalten des Schochets im Schlachthause. Nur ein sicheres Wissen und Können könne das Ansehen der Schochtim heben. Die Gemeinden müßten aber auch dem Schochet die Besoldung geben, die seiner Verufsanstrengung und seiner schweren Arbeit wert fei. Dann führte er den neuen Kopfhalter vor, der für alle Schlachthäuser zu empfehlen sei. Über den Zusammenschluß mit dem deutschen Schochtimverband konnte infolge der Kürze der Zeit ein Beschluß nicht gefaßt werden. Eine außerordentliche Generalversammlung wird zu diesem Zwecke anberaumt werden. Keren Kajemelh Lejisrael (Jüdischer Nationalfonds) E. V. Am Sonntag, dem 24. Februar, wird in München der neue große Kulturfilm „Frühling in Palästina", der gemeinsam vom Keren Hajefsod und Jüdischen Nationalfonds hergestellt wurde, vorgeführt. Der Film bringt erstmalig Bilder aus dem unbekannten Palästina und ist von einer eigenen Musik begleitet, die durch die Verwendung orientalischer und jüdischer Motive bemerkenswert ist. Die deutsche Bearbeitung des Films hat der bekannte Regisseur von „Wege zu Kraft und Schönheit", Willy Prager, übernommen. Herr Dr. Georg Landauer, Jerusalem, ein hervorragender Kenner des Landes, wird durch eine kurze Ansprache den Eindruck der Aufführung vertiefen. Da der Film bei allen bisherigen Aufführungen glänzende Beachtung gefunden hat, ist zu erwarten, daß die Veranstaltung auch in München das jüdische Ereignis der Saison werden wird. s-r Aus der Gemeinde (Düncben Religiöse Vorträge in der Synagoge Den nächsten der religiösen Vorträge in der Synagoge wird voraussichtlich am 3. März Herr Rabbiner Dr. Lazarus, Frankfurt a. M. über ..Die ersten Blätter der Bibel" halten. Lehrkurse der Israelitischen kultusgemeinde München Programm Frühjahr 1929: I. Anw.-Professor Dr. August Mayer. Zur Geschichte der Synagogen in Spanien. Vortrag mit Lichtbildern Donnerstag, 28. Februar, 20.15 Uhr, im Museumssaal, Prvmenadeplatz 12. Numerierter Sitzplatz RM. 1.—, Saalkarte 60 Pf., Kategoriekarte 80 Pf. II. Ariel Birnbaum. Wien. Vorlesung aus eigenen Werken, Mittwoch, 6. März, 20.15 Uhr, im Steinickesaal, Adalbertstraße 15. Numerierter Sitzplatz RM. 1.—, Saalkarte 60 Pf., Kategoriekarte 30 Pf. III. Dr. E. Brandenburg, Weimar. Uraltes Kulturgut im heutigen täglichen Leben mit besonderer Berücksichtigung des Judentums, Mittwoch, 13. März, 20.15 Uhr, im Saal des Kunstgewerbehauses, Pfandhausstraße 7. Numerierter Sitzplatz RM. 1.—, Saalkarte 60 Pf., Kategoriekarte 30 Pf. IV. Dr. Max Mayer, Berlin, über neuhebräische Literatur, Mittwoch, 27. März, und Donnerstag, 28. März, 20.15 Uhr im Steinickesaal, Adalbertstraße 15. Numerierter Sitzplatz RM. 1.50, Saalkarte RM. 1.—, Kategoriekarte 60 Pf.

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