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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-02-01 · 3 (1.2.1929) · p. Seite 42

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
3 (1.2.1929)
Article
Aufruf
Date
1929-02-01
Page
Seite 42 (sequence 1)
Language
German
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42 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 3 Jahrmarkt in Tel-Awiw ist baa Motto des heurigen desBar-Nochba Sonntag, Z. Februar, abends 8 Uhr, in den oberen Sälen des Hocels „Bayer. Hof" Bela Bekes und Geza Velifch mit ihrer ftnnmungsvollen Rapelle spielen zum Tanz. Büfett, Tombola,Gektzelt usw., Rarussel, Rutschbahn u. noch v.a. Überraschungen Karten an der Abendkasse Reichsmark 4.—, im Vorverkauf Reichsmark 5.— bei Orljanskp, Neuhauser Straße 2S; Goldberg, Schwanthalcrstraße, Ecke Schillerstraße; Goldfarb, Weinstraße 4; Gidalewitsch, Müllerstraße 42; Rornhauser, Isartorplatz 9, und in der Ewer-Buchhandlung, Ottoftr. Mitglieder und Studenten erhalten nur am Eurnboden ermäßigte Rarten zu RM. 2.— Aufruf Die Vorstandschaft des Vereins Talmud-Thora-Schule gibt bekannt, daß Herr Rabbiner Wiefner die Leitung und einen großen Teil des Unterrichtes in der genannten Schule übernommen hat. Neue Organisation und neues Leben wird der Schule hoffentlich neue Schüler zuführen und die alten Schüler an sie fesseln. Wir bitten, neu hinzutretende Schüler (vom fünften Lebensjahre an) baldigst anzumelden, da ihnen sonst das erste Semester verloren gehen würde. Die Talmud-Thora-Schule beabsichtigt, Abendlehrkurse für junge Mädchen über die Pflichten der jüdischen Frau einzuführen. Näheres wird noch bekanntgegeben. Verein Talmud-Thora-Schule. Am 25. Dezember 1928 haben die Neuwahlen stattgefunden. Folgende Herren sind in den Vorstand gewählt worden: 1. Vorstand: Herr A. Strumpf, 2. Vorstand: Herr A. Gidalewitsch, Kassier: Herr H. Landau, Schriftführer: Herr I. «sturm. Ausschußmitglieder die Herren: D. Kornhauser, D. Horn, M. Fleischer, I. Kluger, I. Rosner, I. Engelhard, I. Schenierer, I. Mendler. Jahrmarkt in Tel-Awiw Unter diesem Motto veranstaltet der Münchener Bar-Kochba am Sonntag, den 3. Februar, seinen diesjährigen einzigen Maskenball, der das Ereignis des Faschings für die jüdische Bevölkerung Münchens zu werden verspricht. Wer bei dem Fest war, das der Bar- Kochba vor einigen Jahren unter demselben Motto veranstaltet hatte, wird auch bei diesem Feste nicht fehlen. War es schon damals mit Begeisterung ausgenommen worden, so glauben wir doch, daß Hausfrauen nehmt zur Bewältigung Eurer großen Wäsche die Wäscherei der Münchner Hausfrau Landwehrsir. 57/59 Tel. 596858 in Änspruch. Sie bietet Euch alle Vorteile. Besichtigung des gesamten Betriebes gerne gestattet. das heurige Fest noch eine bedeutende Steigerung bringen wird. Das Motto läßt neben der orientalischen Kleidung auch sämtliche andere Masken zu, die auf einem Jahrmarkt nur vertreten sein können und wird dadurch ein besonders farbenprächtiges und bewegtes Bild zeigen. Die Vorbereitungen sind im vollen Gange. Büffet, Tombola, Sektzelt usw., ein Karussel, vielleicht eine Rutschbahn und noch viele andere lustige Überraschungen werden dem Fest bestimmt zu einem ganz großen Erfolg verhelfen. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Näheres darüber in der besonderen Anzeige in dieser Nummer. Theaterabend des Jüdischen kutturoereins 3. L. Perez, München In Anwesenheit eines überaus zahlreichen Publikums fand am 6. Januar ein groß angelegter Theaterabend des Jüdischen Kulturoereins I. L. Perez im Blütensaale statt, der einen vollen Erfolg zu verzeichnen hatte. Im ersten Teil der Veranstaltung wurde eines der früheren Schauspiele von Schalom Asch ausgeführt, das wiewohl den etwas unzulänglichen Bühnenverhältnissen des Saales angepaht, dennoch einen geschlossenen und einheitlichen Eindruck hinterließ. Es wurde das Schauspiel „Die Jorschim" aufgeführt, das in charakteristischer Weise das Assimilationsproblem behandelt, um die mögliche Lösung desselben im Wege der Religion und Tradition zu erweisen. Der Vorwand dieses Stückes bot Herrn Max Fischer, dem jungen ausgezeichneten Künstler der Münchener Kammerspiele, Gelegenheit, seine hervorragende Eignung zur Regie zu beweisen. Wenn man die gegebenen beschränkten Mittel und die Tatsache, daß es sich um eine Liebhaberoorstellung handelte, in Betracht zieht, dann wird jeder mit Theaterverhältnissen Vertraute zugestehen, daß die Leistung des jugendlichen Regisseurs als vollwertig anzusehen ist. Auch die Mitwirkenden waren mit Hingabe und Eifer bei der Sache. Vor allem bot die nicht auf bloßen Theateresfekt angelegte Rolle des Bankiers Meißner, verkörpert durch den Regisseur Fischer selbst, einen tiefen und nachhaltigen Eindruck. Der Darsteller sah davon ab, leichte sogenannte Kulissenreißerei zu treiben, sondern begnügte sich damit, eine Persönlichkeit nach rein künstlerischen Grundsätzen zu reproduzieren. Fräulein Sufrin als Darstellerin der weiblichen Hauptrolle bot ebenfalls eine vollkommene künstlerische Leistung, die bei weitem den Rahmen einer Liebhabervorstellung übertraf. Dieser jungen Darstellerin stehen künstlerische Mittel zu Gebote, die so mancher berufsmäßigen Schauspielerin zur Ehre gereichen könnten. Tief innerliches Spiel und starkes dramatisches Temperament charakterisieren ihre Leistungen. Frau E r t i s ch e k als Frau Meißner, die Gattin des Bankiers, vermochte durch ihr unaufdringliches Spiel mütterliches Gefühl und Standesinteresse in überzeugender Weife zu verbinden und ihr diskret abgestimmtes Spiel war für jeden Kenner ein Erlebnis. Eine besondere Erwähnung verdient noch der Alte Reb Schmuel des Herrn Stechler, der sowohl durch die Auffassung seiner Rolle, als auch durch seine vortreffliche Maske sich Separaterfolg erwarb.

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