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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-02-01 · 3 (1.2.1929) · p. Seite 40

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
3 (1.2.1929)
Article
Israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg
Date
1929-02-01
Page
Seite 40 (sequence 2)
Language
German
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40 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 3 Reisebüro I Versicherungsbüro Erledigung aller Reiseangelegenheiten. Eisenbahnfahrkarten, I Versicherungen jeder Art zu vorteilhaften Prämien und Bedin- Schiffskarten, Flugkarten usw. nach allen Weltteilen I gungen bei ersten Gesellschaften des In- und Auslandes Fernsprecher 101 und 1201 UlllC3Uf & Griltllfly AUCJSbUrCJ C 9/10 Drahtanschrift: Nordlloyd zu berufenden Mitgliedern besteht, bei denen von der Bestimmung des § 5, Abs. 1 abgesehen werden kann. Der Beirat tagt zusammen mit dem Kuratorium, nimmt an dessen Sitzungen teil. Seine Mitglieder besitzen beratende und beschließende Stimme bei allen das Seminar betreffenden Angelegenheiten." Fernerhin besagt 8 11: „Religiöse Aufsichtsbehörde." „Die rabbinischen Mitglieder des Kuratoriums gelten in allen das Seminar berührenden religiösen Fragen, insbesondere hinsichtlich des Religionsunterrichtes und der religiösen Führung des Schul- und Jnternatsbetriebes als die im Rahmen der Staatsaufsicht zuständige religiöse Behörde. — Wenn die rabbinischen Mitglieder des Kuratoriums erklären, daß ein durch die Mehrheit des Kuratoriums zustande gekommener Beschluß dem Religionsgesetz oder ihren vom Gründer der Anstalt festgelegten religiösen Grundprinzipien widerspricht, so ist derselbe aufzuheben. Dasselbe gilt gegenüber etwaigen Maßnahmen der Schulleitung." Demgemäß steht also fest, daß die Schaffung des Beirates im Einklang mit dem Geiste des Statuts steht und keinerlei Beeinträchtigung des religiösen Charakters der Anstalt bedeutet. Es steht hiermit auch nicht in Widerspruch, wenn die Seminaroerwaltung zum Zwecke der Vorbereitung eines notwendig gewordenen Baues eine Baukommission bestellt hat, die nur unter dem Gesichtspunkt der Sachkenntnis für die Zeit der Durchführung des geplanten Neubaues gewählt wurde, die in keinem organischen m Zusammenhang mit den satzungsgemäßen Aufgaben und Instanzen des Seminars steht, die mit dem Abschluß des Baues sich wieder auflösen wird und die neben christlichen Sachverständigen auch jüdische Mitglieder umschließt, die in ihrer Lebensführung nicht auf orchodoxem Standpunkt stehen. Das Kuratorium der Anstalt bürgt der Öffentlichkeit dafür, daß es nach wie vor an den Satzungsbestimmungen ihres großen Begründers als der unveränderlichen dlagrw Charta der Anstalt in Gewissenhaftigkeit und Treue festhalten wird. Jede andere Darstellung ist unwahr und eine Irreführung der Öffentlichkeit. Das Kuratorium der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg. Rabb. Dr. Hanover. Mr möchten bemerken, daß die vorstehende Erklärung in vollem Einklang mit der Haltung des Landesverbandes steht, die dieser seit seinem Bestehen gegenüber der Würzburger Lehrerbildungsanstalt, insbesondere der strengen Wahrung ihres religiösen Charakters eingenommen hat. Bilder aus meiner Heimatgesch ichte Ein Beitrag zur Geschichte und Heimatkunde der Juden in Bayern von A. Friedmann, Ingolstadt. Unter diesem Titel erschien soeben in unserem Verlage ein Buch, in dem zum ersten Male die Geschichte der Juden in Bayern von der Zeit der Karolinger bis auf den heutigen Tag in 36 Kapiteln interessant zusammengefaf^t ist. Preis RM. 2._ Bezug durch den Buchhandel oder direkt durch den VERLAG L. STADELMEIER, INGOLSTADT vückerschau Unseren gefallenen Kameraden Gedenkbuch für die im Weltkrieg gefallenen Münchener Juden. Herausgegeben von der Ortsgruppe München des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten. Verlag B. Heller, München 1929. Es sei an dieser Stelle das Buch nur kurz angezeigt, auf das wir noch ausführlich zurückkommen. Es enthält im ersten Teil eine kurze Beschreibung des Lebens und Sterbens der 180 Münchener jüdischen Gefallenen mit Bildnis, soweit ein solches zu beschaffen möglich war, im zweiten Teil persönliche Mitteilungen, Briese und Nachrufe. Um die Redaktion des Werkes haben sich Harry Sternberger, Adolf Schaalmann und Hans Guggenheim verdient gemacht. Eine Abbildung des Gedenksteins für die gefallenen Münchener Juden, ein Bericht der Ortsgruppe München des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten über die Entstehung des Werkes und ein eindrucksvolles Vorwort von Rabbiner Dr. Leo Baerwald führen in das Buch ein. Dank gebührt auch dem Verlag B. Heller für die hervorragende Ausstattung, die er dem Werk mit auf den Weg gegeben hat. S. — Organisator— zur Einrichtung von Geschäftsstellen, Gewinnung von Vertretern für eine sehr aussichtsreiche Stellung in Bayern gesucht. Nur Herren, die bereits ähnliche Positionen innegehabt haben und den vielseitigen Ansprüchen einer solchen Stellung entsprechen, wollen sich ausführlich schriftlich bewerben. Fachkenntnisse in d. Versicherungsbranche nicht unbedingt erforderlich. Offerten unter Nr. 818 an die Anzeigen-Abt. dieses Blattes A. Friedmann: Bilder aus meiner Heimatgeschichte. Ingolstadt 1929. Das soeben erschienene Büchlein enthält eine Fülle von Einzelbildern aus der bayerisch-jüdischen Geschichte. Fast alle größeren und älteren Judengemeinden in allen bayerischen Landesteilen finden eine mehr oder minder ausführliche Darstellung. Manchmal sind es nur einzelne Momente des geschichtlichen Lebens, die festgehalten sind, manchmal ist es eine vollständige Geschichtsdarstellung auf engstem Raum. Deshalb ist das Büchlein nicht nur reichhaltig im Inhalt, sondern auch kurzweilig in seiner zwanglosen Darstellungsweise. Ein „Fachmann" hätte Geschichte in dieser leichten Form nicht dargestellt, aber ebensowenig irgendein großstädtischer „Geschichtsfreund": dem letzteren hätte die Muße dazu gefehlt. Geschichtsfreunde dieser beschaulichen Art trifft man öfters unter den heimatlichen „Geschichtsvereinen", sei es in Pasfau, in Neuburg oder in Schweinfurt. Der Rückgang der jüdischen Provinzbevölkerung hat es bewirkt, daß ein Jude nicht so leicht aus den Gedanken kommt, „seine" Heimatgeschichte zu schreiben. So ist also der Verfasser dieses Buches selbst schon eine Art „historische" Erscheinung. Wenn die Abwanderung der Juden in die Großstädte weitergeht, dann wird es solche

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