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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-02-01 · 3 (1.2.1929) · p. Seite 37

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
3 (1.2.1929)
Article
Die Zahl der Juden im Deutschen Reich
Date
1929-02-01
Page
Seite 37 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 3 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 37 In Augsburg Hotel Bayerischer Hof I wohnt man gut und billig im | Die Zahl der Juden im Deutschen Reich Berlin, 3. Januar. (ITA.) Das Statistische Reichsamt hat vor einigen Tagen den schon lange erwarteten Band „Statistik des Deutschen Reiches" herausgegeben, in dem die Ergebnisse der Volkszählung des Jahres 1925 ausgewertet sind. Danach beträgt die Zahl der Israeliten im Deutschen Reich insgesamt 564 379 (davon weiblich 289 929). Auf die einzelnen Länder verteilt sich diese Zahl wie folgt: Preußen 403 969 (weiblich 207 521), Bayern 49 145 (w. 25 319), Sachsen 23 252 (w. 11333), Württemberg 10 827 (w. 5 681), Baden 24 064 (w. 12 666), Thüringen 3 603 (w. 1773), Hessen 20 401 (w. 10 653), Hamburg 19 904 (w. 10 225), Mecklenburg-Schwerin 1 225 (w. 641), Oldenburg 1513 (w. 790), Braunschweig 1753 (w. 814), Anhalt 1140 (w. 586), Bremen 1508 (w. 788), Lippe 607 (w. 349), Lübeck 629 (w. 326), Mecklenburg-Strelitz 182 (w. 99), Waldeck 477 (w. 261), Schaumburg-Lippe 180 (w. 104). — In den Großstädten wohnen insgesamt 376 782 Juden (w. 192 031). Die Reichshauptstadt Berlin beherbergt 172 672 Juden (w. 88 456). Es folgen: Breslau 23 240 (w. 12 232), Frankfurt a. M. 29 385 (w. 15150). Köln 16 093 (w. 7 976), Düsseldorf 5 130 (w. 2 438), München 10 068 (w. 5 061), Nürnberg 8 603 (w. 4 299), Dresden 5 120 (w. 2 556), Leipzig 12 594 (w. 6 155), Chemnitz 2 796 (w. 1 337), Kassel 2 750 (w. 1431), Wiesbaden 3 088, (w. 1654), Essen 4 209 (w. 2 098), Duisburg 2 080 (w. 984), Barmen 721 (w. 373), Elberfeld 2 335 (w. 1176), Kiel 605 (w. 300), Altona 2909 (w. 1215), Hannover 5521 (w. 2 885), Königsberg i. Preußen 4 049 (w. 2111), Stettin 2 615 (w. 1 372), Stuttgart 4 548 (w. 2 320), Karlsruhe 3 386 (w. 1736), Mannheim 6 972 (w. 3 513), Mainz 2 738 (w. 1418), Hamburg (Stadt) 19 794 (w. 10182), Bremen (Stadt) 1 328 (w. 689). ttus dem Verbände Lehrerforlbildungskurs in Würzburg. Wir werden darauf hingewiesen, daß in unserem Bericht über die Lehrerfortbildung sk u rs e in Würzburg ein Irrtum unterlaufen ist. Die Versammlung wurde im Namen der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg von Gemeindeoorstand B u x b a u m begrüßt, der den Gefühlen eines freudigen Stolzes der Gemeinde über die in ihrem Bereich stattfindende Versammlung Ausdruck verlieh und darauf hinwies, daß Würzburger Gemeinde und bayerische und deutsche Lehrerschaft durch die Israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg zwei untrennbare Begriffe geworden seien. Redner wünschte, daß der Geist des Gründers der Anstalt, dessen 50. Todestag vor kurzem gefeiert wurde, über der Versammlung walte und daß die anwesenden Lehrer mit neuer Begeisterung für ihren Beruf in ihre Wirkungsstätten zurückkehren mögen. Burgpreppach. Erhebliche finanzielle Mehrbelastung trotz drückend hoher Kultussteuern nicht scheuend, haben die Gemeinden des bayerischen Bezirksrabbinats Burgpreppach sich die allergrößte Mühe gegeben, ihrem Bezirk wieder einen geistigen Führer zu sichern. Im Anschlüsse an eine geschichtlich bedeutungsvolle Vergangenheit und in lebhafter Erinnerung an eine Reihe edler und arbeitsfreudiger Führer herrscht allgemeine Freude darüber, daß es gelungen ist, in dem Herrn Dr. Ephraim einen Mann gewonnen zu haben, der alle Gewähr dasiir gibt, mit Gottes Hilfe die Hoffnungen erfolgreich in die Tat umzusetzen. In seiner Antrittspredigt gab Herr Bezirksrabbiner Dr. Ephraim auch dem Gedanken Ausdruck, daß es aus dem Gefühl der Verantwortung heraus, die das Erbe der Vergangenheit darstellt, Pflicht sei, offenen Auges die Gegenwart zu prüfen und zu betrachten, um den schweren Aufgaben der Zukunft gerecht werden zu können. Die Freude, die der ganze Bezirk über den Einzug seines neuen Rabbiners empfindet, und das herzliche Willkommen, das ihm ungeteilt entgegengebracht wird, find der beste Beweis für die Notwendigkeit der Wiederbesetzung der Bezirksrabbinatsstelle, eine Tatsache, der auch der Verband bayerischer israelitischer Gemeinden entgegenkommenderweise Rechnung getragen hat. Möge es dem neugewählten Herrn mit Gottes Hilfe gelingen, die Erwartungen und Hoffnungen zu erfüllen, die nicht nur der Bezirk, sondern weite Kreise hegen, die mit Burgpreppachs Vergangenheit innig verbunden lind und denen noch immer Burgpreppach ein Programm bedeutet. 5lus der öemeinde München Religiöse Vorträge in der Synagoge Religiöse Belehrung ist im Judentum von jeher in mannigfachen, den Bedürfnissen der Zeit angepaßten Formen dargeboten worden. Der Schriftverlesung und -erklärung alter Zeit haben sich Deroschoh- Predigten und Vorträge hinzugesellt-, in neuester Zeit wählt man vielfach die Form der Lehrkurse, um der Pflicht des Lernens und Lehrens zu genügen. In einigen Gemeinden sind seit Jahren Vorträge in der Synagoge eingeführt; ein zweifellos glücklicher Gedanke, nicht nur deswegen, weil dem Gotteshaus sein Charakter als Lehrhaus wenigstens in bescheidenem Umfange wiedergegeben wird, sondern auch, weil die Weihe des Ortes den feierlichen Ernst mancher religiösen Themen in wirkungsvoller Weise unterstreicht. Im Vorstand der Kultusgemeinde ist daher von den Vertretern aller Richtungen die Anregung begrüßt worden, den Versuch mit solchen religiösen Vorträgen auch in der hiesigen Hauptsynagoge zu machen. Der Erfolg hat der Vermutung Recht gegeben, daß hiermit einem Bedürfnis Rechnung getragen werde; eine über Erwarten große Zahl von Besuchern, darunter bemerkenswerterweise nicht wenige unserer nichtjüdischen Mitbürger, hat von der hier gebotenen Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich über jüdische Religion unterrichten zu lassen. Für die dem Orte angepaßte Themen — es handelt sich zunächst um solche, die Einleitungen in biblische Bücher darstellen — wurde zur Einführung in die Stimmung musikalische Umrahmung gewählt; beim Thema über die Psalmen war die Ergänzung durch den Vortrag einiger Psalmen geradezu notwendig. Als Zeit der Veranstaltung wurde ein unter den bestehenden Verhältnissen als geeignet erscheinender Tag gewählt. Daß im Winter der Sonntag Nachmittag sich als passend darbietet, bedarf keiner Begründung, wobei natürlich die Wahl von Wochentagen im gegebenen Fall nicht ausgeschlossen ist. Eingeständnis eigener Unsicherheit wäre es, wollte man bei der Wahl des Tages gerade auf den Sonntag verzichten. Die Vorträge haben den Anspruch, für das genommen zu werden, als was sie angekündigt waren: „Religiöse Vorträge". Die Veranstalter sind nicht verantwortlich für Bezeichnungen, die vielleicht von anderer Seite gebraucht worden sind. Sie sind keine „Sonntagsfeiern", noch viel weniger „Sonntagsgottesdienste". Wer Augen hat zu sehen und Ohren zu hören, konnte sich überzeugen, daß davon nicht im entferntesten die Rede war. Ein der Neigung zum Sonntagsgottesdienst gewiß nicht verdächtiger Mann wie Rabbiner Dr. Nobel s. A. hat keinen Anstand genommen, Vorträge am Sonntag Nachmittag in seiner Synagoge zu halten. Rabbinat der Israelitischen Kultusgemeinde München Dr. Baerwald Sitzung von Gemeindevertretung und Vorstand Am 24. Januar 1929 trat die neugebildete Gemeindevertretung zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Zu Vorsitzenden der Gemeindevertretung wurde gewählt: R.-A. Dr. Wilmersdörffer als 1. Vorsitzender Lehrkurseder Israel. Kultusgemeinde München Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Str.l Rg. Mittwoch, den 13. Februar 1929, 20“ Uhr Dr. Willi Meyer, Nürnberg SPINOZA 5.Rbend: Willenslehre, Staatsphilosophie Eintritt frei

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