Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 2 (15.1.1929)
- Article
- Chanukkahbrief
- Date
- 1929-01-15
- Page
- Seite 28 (sequence 1)
- Language
- German
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28 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 DÄll'ÄRMI HßfffiöffiLVOLKERT IVIOMCHglNr MÄXIMILIANSTR. 41 Die alte Spezialfirma für die gepflegte Qualitätszigarre Lhanukkahbrief Mein liebes Fannekl! Gell, Du bist mir recht böse, weil Du so unbändig lange aus den angekündigten Brief warten mußtest?! Aber Du kennst mich doch und weißt, daß ich in den Ferien ganz besonders ungern arbeite, zumal Heuer so ideales Skiwetter herrschte. Nun bin ich mit neuen Kräften zurück und mache mich frisch gestärkt daran. Dir endlich den Verlauf unserer diesjährigen Chanukkahfeier, meinem Versprechen gemäß, zu schildern. Um es gleich vorwegzunehmen: Das Fest war herrlich, und alle Mitwirkenden (Schülerinnen der Studienanstalt an der Luisenstraße) trugen zum Gelingen der Feier bei. Die Leitung lag in den Händen von Herrn Studienprosessor Dr. Klugmann, der auch eine Ansprache hielt, die mir deshalb so ausnehmend gefiel, weil sie so schön kurz war. Und nun willst Du wissen, was alles geboten wurde? Künstlerisch vollendete „lebende Bilder aus der biblischen Geschichte", zu denen Alma Pi st in er wie eine echte Vortragskünstlerin den verbindenden Text „ansagte", dann ein Orgelkonzert von Händel, von Lotte Klopfer und Ruschi Stadler und die 13. Rhapsodie von Liszt, von Herta Aufseesser meisterhaft vorgetragen, ein Chanukkahmärchen Jomi mit dem Sack, dem neben vielen anderen vor allem Rosel Heller, Lotte Haas und Gabriele S ch ö p f l i ch in den führenden Rollen zu einem vollen Bühnenerfolg v erhoffen. Nicht unerwähnt dürfen der „Reigen" und der „Chinesentanz" bleiben, die wegen ihrer rhythmischen Harmonie und Anmut Beifallsstürme entfesselten und Frl. Ioh. Fiedler als Tanzlehrerin alle Ehre machten. Aber halt, beinahe vergaß ich ja noch etwas Wichtiges: Natürlich wurden auch die Chanukkahkerzen entzündet, und wir waren alle verwundert, wie schön Hans Lachmann die Berochos sang, obwohl er doch erst in der 2. Realschulklasse ist! Du kannst Dir denken, daß wir zum Schluß tüchtig applaudiert haben, um allen Mitwirkenden, besonders aber Herrn D r. Klug mann für die erhebenden Feierstunden nach Gebühr zu danken. — So, nun bist Du im Bilde. Schreibe mir recht bald auch von Eurer Feier, die sicherlich nicht so schön war wie die unsrige. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Feier, bei der ich voraussichtlich auch Mitwirken darf und bei der dann hoffentlich die zuhörenden Kinder eine größere Ruhe bei den Darbietungen bewahren als dieses Mal. Sei vielmals gegrüßt von Deiner Freundin Trudel. S. K. Vereine Jüdischer Jugendverein München Donnerstag, den 17. Januar 1929, Lessingsaal, 20.45 Uhr, Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Eugen Schmidt über „Walther Rathenaus Stellung zum Judentum". Donnerstag, 24. Januar 1929, Lefsingfaal, 20.45 Uhr, Generalversammlung. Wir machen ferner ausdrücklich aufmerksam auf die regelmäßigen Freitag-Abend-Zusammenkünfte. Beginn jeweils 20.30 Uhr, Herzog-Max-Straße 3/1. Agudas Jifroel Orks- und Jugendgruppe München Der Präsident des geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jifroel Weltorganisation, Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, wird am 27. Januar 1929, abends 8 Uhr 30, im Saal des Kunstgewerbehauses einen öffentlichen Vortrag halten über „Die Lage des religiösen Gedankens innerhalb des Judentums". Wir laden hierzu heute schon ein, Gäste willkommen. Eintritt zur Deckung der Unkosten 0.50 RM. pro Person. Studenten und Jugend Eintritt sei. Israelitisches Schwesternheim München Am 13. Dezember 1928 fand in den Räumen des Heimes (Hermann-Schmidt-Straße) die Chanukkahfeier statt, zu welcher außer allen Schwestern die Herren und Damen der Vorstandschaften des Schwesternheims und Krankenheims erschienen waren. Nach der Entzündung der Lichter und dem gemeinsamen Gesang von „Moaus zur" richtete der Vorstand des Schwesternheimes, Justizrat Dr. Fränkel, an die Versammlung eine Ansprache, an deren Schluß er vor allem der Oberin Melitta Feuchtwang für ihr unvergleichliches Wirken dankte, der Schwester Renate im Namen der Vorstandschast im Hinblick auf ihre 20jährige Dienstleistung den Titel Oberschwester verlieh, der Schwester Hanna für zehnjährige Dienstleistung die goldene Brosche überreichte und die seit dem letzten Chanukkah-Fest neu eingetretenen fünf Schwestern begrüßte. In dem sich hieran anschließenden gemütlichen Teil sang Herr Kantor Davidowicz mit seiner künstlerisch ausgebildeten Tenorstimme einige deutsche Lieder, welchen er dann noch mehrere jüdisch-hebräische Weisen folgen ließ, wofür ihm rauschender Beifall zuteil wurde. Alsdann hielten verschiedene Schwestern-mehrere ganz reizende von Freunden des Heimes verfaßte Vorträge. Zwei Schwestern überraschten auch durch Aufführung einer sehr charakteristischen Groteske. Die Feier, bei welcher die Schwestern in üblicher Weise reich beschenkt und die Gäste aufmerksam bewirtet wurden, hinterlieh bei allen Anwesenden eine ausgezeichnete Stimmung und Für jedes Fest entzückende ^Maskenkostüme in allen Preislagen vorrätig. ILrlcS011C iStoflFc in allen Preislagen SckaLs / Spitzen / Fächer Apartes jMLasltenalLum mit origin. Motiven M. 1.5o Ro s a Klaut er Tkei alje 36