Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 2 (15.1.1929)
- Article
- Gotthold Ephraim Lessing
- Date
- 1929-01-15
- Page
- Seite 24 (sequence 1)
- Language
- German
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24 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 'JIlm&BLwk.t 'massi Aass-Schneiderei - -Aodisches ßeiwer^. Gottfyold Ephraim Lessing Am 22. Januar 1929 seiern wir die 200. Wiederkehr des Geburtstages von Gotthold Ephraim Lessing. In der nächsten Nummer der Zeitung wird aus diesem Anlatz Universitätsprofessor Dr. Fritz Strich, München, die Bedeutung Lessings würdigen. Nus dem Verbände Wissenschaftlicher Lehrerfortbildungskurs Dank der Initiative des Verbandes VayerischerJsraelitischer Gemeinden und des Israelitischen Lehreroereins in Bayern haben mehr als 120 jüdische Lehrer aus süddeutschen Ländern zwischen dem 24. und 27. Dezember Tage seltenen geistigen Genusses und religiösen Erlebens in Würzburg verbringen können. Der Präsident des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, Herr Oberland es gerichtsrat Dr. Neu meyer, eröffnete persönlich den Fortbildungskurs, der außerdem von dem Vorsitzenden des Israelitischen Lehrervereins in Bayern, Herrn Haupllehrer Rosenfeld (München) von Herrn Bezirksrabbiner D r. H a n o v e r (Würzburg) und dem Vertreter der Jsraelittschen Kultusgemeinde Würzburg, Herrn Kommerzienrat Braunschweizer, begrüßt wurde. Universitätsprosessor Geheimrat Dr. Hehn (Würzburg) hielt eine vierstündige Vorlesung: „Der Gottesbegriff der Bibel und die Welt des alten Orients." In meisterhafter Klarheit, unter Anführung einer Fülle von Einzelbeispielen verstand der bekannte Gelehrte den Gottesglauben der alten Babylonier, Ägypter und Asiyrer in seinen verschiedenen Entwicklungsstufen darzustellen. Insbesondere wies er nach, daß entgegen vielfacher Behauptung sich aus dem Polytheismus des alten Orients nie und nirgends ein wirklicher Monotheismus entwickelt hat, während der Gottesbegriff der Bibel von Anfang an ein rein monotheistischer, frei von allen mythologischen Beimengungen, gewesen ist. Seminardirektor Stoll (Nürnberg) referierte über „Lehrplanfragen des jüdischen Religionsunterrichts" und femer über den hebräischen Unterricht auf der Bibelstuse. Das erste Referat gab eine von umfassender Kenntnis der modernen Pädagogik zeugende theoretische Grundlegung für psychologischen Aufbau und methodische Gliederung des Lehrplans für den jüdischen Religionsunterricht. Es war der Wunsch aller Zuhörer, daß der ausgezeichnete Lehrplanentwurf, den der Referent im Anschluß an seine Ausführungen vorlegte, bald allgemeine Geltung erlangen möge. Das zweite Referat von Seminardirektor Stoll brachte eine wohldurchdachte ins Einzelne gehende praktische Anweisung für die Anwendung moderner Unterrichtsprinzipien auf eines der schwierigsten Gebiete des Religionsunterrichts. Seminarlehrer Dr. Bamberger (Würzburg) hielt einen zweistündigen Vortrag: „Grundstagen der hebräischen Phonetik." Ausgehend von den voneinander abweichenden Aussprachen des Hebräischen in der Gegenwart und unter Heranziehung der verschiedensten Quellen gab der Redner ein klares, von vielen interessanten Einzelzügen belebtes Bild von der Artikulationsbasis und den Lautbestand des Althebräifchen. Seminarrabbiner Dr. Neubauer (Würzburg) zeigte in einer vierstündigen literargeschichtlichen Betrachtung der Suggia Pesochim 21 e unter Heranziehung der Parallelstellen aus den halachischen Midraschim und aus dem Jerufchalmi die wissenschaftliche Methode des Talmudstudiums. Die Teilnehmer, darunter viele eifrige Talmudisten, waren gleichermaßen überrascht von dem ganz außerordentlichen Wissen des Dozenten, wie von dem Bild sinnvoller Schönheit des Talmuds, das da vor ihren Augen esttand. Wir wünschen nur von Herzen, daß Dr. Neubauer bald die Möglichkeit finde, die Ergebnisse seiner einzigartigen wissenschaftlichen Arbeit der Öffentlichkeit vorzulegen. Rabbiner D r. I a m p le (Schwedt) hatte seine vierstündige Vorlesung: „Biblische Archäologie" betitelt. Mit begeisternden Worten sprach er von der Notwendigkeit der Beschäftigung mit der Bibelwissenschast. An überzeugenden Beispielen zeigte er, wie aus rein psychologischen Gründen der nichtjüdische Forscher meist nicht imstande ist, der Bibel gerecht zu werden. Um so mehr ist es zu bedauern, wenn jüdische Gelehrte deren Ergebnisse unbesehen hinnehmen. Wie er selbst aber, ausgestattet mit dem Rüstzeug der Bibelwissenschaft, jedoch frei von ihren Vorurteilen, zu Ergebnissen gelangte, welche angegriffene Behauptungen der Bibel aufs schönste erklären und bestätigen, das zeigte der Redner an mehreren Beispielen aus der Vorgeschichte Israels. Es ist zu hoffen, daßdie Mische Öffentlichkeit es dem verdienten Forscher bald ermöglichen wird, seine Forschungsergebnisse zu veröffentlichen. Der wissenschaftliche Lehrerfortbildungskurs in Würzburg war eine Tat, von der alle Teilnehmer wünschen, daß sie sich recht oft — wenn möglich alljährlich — wiederholen möge. Die rege Anteilnahme einer so großen Zahl von Leh- Fortsetzung auf Seite 27 Iraimarm feit 1845 Haimann Um Scbillerbenfcmal Das Haus der guten Seiten fiaimarm feit 1845