Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 1 (1.1.1929)
- Article
- Chanukkah-Abend des Reichsbundes jüd. Frontsoldaten München Landesverband Bayern des Reichsbundes jüd. Frontsoldaten, Ortsgruppe München
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
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10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 1 hinter der Front bekannt, Früulein Lily Oberndorfer und ganz besonders unser Kamerad Karl Ettlinger, den alle Welt unter dem Namen „Karlchen" kennt. — Großes Hallo löste die Uraufführung „Der Kampf um die Fahne" aus, ein Stück, das Kamerad Dr. Weiler in Gemeinschaft mit den Darstellern für den Abend verfaßt hatte. Es war dies eine lustige Fortsetzung des voriges Jahr an derselben Stelle aufgeführten Stückes „Ein Schabbesmorgen auf der ersten Frontbundsiedlung". Schließlich fand noch die bekannte Vortragskunst Willy Pragers lebhaften Beifall. Die Leitung des geselligen Teiles hatte unser Kamerad Siegfried Heumann übernommen, dessen dichterische Beittäge wie immer großen Erfolg hatten. Ein Glückshafen zu Gunsten der Unterstützungskasse für notleidende Kameraden fand allgemeinen Zuspruch und gute Musik hielt die Gäste bis in die frühen Morgenstunden in angeregter Stimmung beisammen. Das Fest kann als eines der wohlgelungensten bezeichnet werden, welche die' Ortsgruppe München dank der Mitwirkung vieler bewährter Kameraden geboten hat. Erneut seien auch alle auswärttgen Kameraden darauf hingewiesen, daß jeden zweiten Mittwochabend im Monat eine gemütliche Zusammenkunft der Kameraden im Restaurant Schwarz, Schlosserstraße 2, stattfindet. Tikelverleihungen Bei den diesjährigen Titeloerleihungen durch die Bayerische Staatsregierung wurden folgende Glaubensgenossen bedacht: Der Titel „Geheimer Kommerzienrat" wurde verliehen dem Kommerzienrat Max Weinmann, Großhändler in München, dem Kommerzienrat Max Ellern-Eichmann, Fabrikbesitzer in Fürth, dem Kommerzienrat Hermann Reiß, Fabrikbesitzer in Würzburg; der Titel „Kommerzienrat" dem Bankdirektor Hermann Bachrach in München, dem Getreidegroßhändler Karl Kramer in München, dem Getteidegroßhändler Sigmund Weil in München, dem Bankdirektor Ludwig Altschüler in Neustadt a. d- Haardt, dem Fabrikbesitzer Sam Benedick in Albersweiler, dem Großkaufmann und österreichischen Generalkonsul Ernst August Bodenheimer in Ludwigshafen am Rhein, dem Fabrikanten Sigmund Dreyfuß in Speyer, dem Fabrikbesitzer Siegfried Astruck in Nürnberg, dem Fabrikbesitzer Ludwig Dietenhöfer in Ansbach, dem Bankdirektor Adolf Goldschmidt in Nürnberg, dem Bankdirektor Stefan Hirschmann in Nürnberg, dem Hopfengroßhändler Ludwig Rosenzweig in Nürnberg, dem Hopfengroßhändler Siegfried Sahlmann in Nürnberg, dem Weingroßhändler Max Stern in Würzburg, dem Großkaufmann Berthold Rosenthal in Augsburg; der Titel ,,„G eheimer Justizrat" dem Rechtsanwalt und Justizrat Dr. Sigmund D o r m i tz e r, stellvertretendem Vorsitzenden des Anwaltskammervorstands in Nürnberg, dem ordentlichen Universitätsprofessor Dr. Karl Neumeyer in München; der Titel „Justizrat" dem Rechtsanwalt Siegfried Adler in München, dem Rechtsanwalt Dr. Fritz B a l l i n in München, dem Rechtsanwalt Dr. Ernst Oberländer in München, dem Rechtsanwalt Albert Levy in Pirmasens, dem Rechtsanwalt Dr. Karl Rosenthal in Würzburg, dem Rechtsanwalt Dr. Bruno Stern in Würzburg, dem Rechtsanwalt Martin F l e i f ch m a n n in Nürnberg, dem Rechtsanwalt Dr. Max K o h n in Nürnberg, dem Rechtsanwalt Dr. Heinrich O r t h a l in Nürnberg, dem Rechtsanwalt Dr. Siegfried Schloß in Nürnberg, dem Rechtsanwalt Dr. Berthold Uhlfelder in Nürnberg, dem Rechtsanwalt Dr. Eugen S t r a u ß in Augsburg; der Titel „S a n i t ä t s r a t" den praktischen Ärzten Dr. Eugen Binswanger in München, Dr. Eugen Königsberger in München, Dr. Eugen Selz in München, Dr. Salomon Hirsch in Haßloch, dem praktischen Zahnarzt Dr. Albert Jaffe in Pirmasens, den praktischen Ärzten Dr. Hermine Maas in Nürnberg, Dr. Siegmund Neuburger in Nürnberg, Dr. Nathan Riefe n s e l d in Würzburg. vücberschau Dr. Karl Schwarz: Die Juden in der Kunst. Mit fünfziF'Tafeln in Tiefdruck und neun Textbildern. Welt-Verlag, Berlin, 1928. In Leinen gebd. RM. 8.—. Die Juden als bildende Künstler sind eine Erscheinung, die es wohl zu allen Zeiten gegeben hat. — schon die Bibel berichtet von solchen —, die aber in bedeutenderem Maße erst seit dem 19. Jahrhundert zur Geltung kommt. Während früher die Betätigung der sporadisch auftretenden jüdischen Künstler und Kunsthandwerker im Zusammenhang mit dem. jüdischen Leben stand und daher außerhalb ihres kleinen Kreises nicht Beachtung fanden, wird dies anders, als die allgemeine, europäische Kultur sich auch den Juden auftat. Durch die Emanzipatton findet der Jude Zutritt zu Betätigungsgebieten, die ihm vorher versperrt waren. Wie selbst ein Heine die Taufe als Eintrittsbillet zur europäischen Kultur ansah, so begegnen uns auch die ersten Maler aus jüdischem Stamme im Kreise jener Romantiker, die durch ihre Kunst- und Weltanschauung zur katholischen Kirche sich hingezogen fühlten. Mit dem stärkeren Vordringen des individualistischen Denkens wurde immer mehr auch der persönlichen Eigenart jedes Kunstjüngers Raum gegönnt; dadurch vermochte das jüdische Temperament sich auf diesem Gebiete gleichfalls durchzusetzen. Natürlich wuchs auch die technische Vervollkommnung im gleichen Maße, als von der alten Kunstschulung Europas Gebrauch gemacht werden konnte. An'führender Stelle begegnen wir nun auch Juden, bis der Impressionismus seine repräsentative Gestalt in Max Liebermann fand. Äus dieser Vorbereitung hat sich in verhältnismäßig kurzer Zeit der Boden entwickelt, der Keime zu einer jüdischen Kunst in sich birgt. So sehen wir in Joseph Budko und Jakob Steinhardt nicht mehr das allgemein Europäische, sondern die Betonung jüdischer Eigenart. Diese Entwicklung hat es mit sich gebracht, daß von einer jüdischen Kunstgeschichte nicht gesprochen werden kann, daß aber eine immer mehr wachsende Zahl von jüdischen Künstlern das Augenmerk der Kunstfreunde auf sich zieht. Eine Darstellung der schöpferischen Leistungen jüdischer Menschen entspricht daher nicht etwa nur dem Wunsche des Juden, der eine Übersicht über die kulturelle Betätigung seiner Artgleichen gewinnen möchte, sondern jedes einzelnen, der dieses Spezialgebiet genauer verfolgen will. Herr Dr. Karl Schwarz hat in einer Zusammenfassung, die mit Geschick das Lehrhafte vermeidet, die Kunstbetätigung von Juden im Altertum, Mittelalter und Neuzeit auf allen Gebieten der darstellenden und bildenden Künste und des Kunstgewerbes behandelt. Das Material, das er bringt, wird wohl den meisten Lesern neu sein und kann dazu beittagen, — wie es auch dem Wunsche des Verfassers entspricht — „den mit dem Stoffe Vertrauteren als Übersicht zu dienen, den haimarm feit 1845 Haimann flm Sdjillerbenkmal Das Haus der guten Selben haimarm feit 1845