Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 1 (1.1.1929)
- Article
- Memmingen
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 1 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 9 In Augsburg Hotel Bayerischer Hoff I wohnt man gut und billig im | ihm die Hochschätzung und Verehrung der ganzen Gemeinde in besonderem Maße und für alle Zeit gesichert sind. Die Gemeinde wird dem Scheidenden zu geeignetem Zeitpunkte verschiedene Ehrungen zuteil werden lassen. Rülzheim (Rheinpfalz). Am 9. Dezember 1928 konnte Herr Benedikt Cahn, hier, in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag feiern. An dieser schönen Feier nahm nicht nur die zahlreiche Familie des Jubilars freudigen Anteil, sondern auch die ganze jüdische und bürgerliche Gemeinde. Herr Cahn war einst Mitbegründer des Synagogenchors, langjähriges Mitglied der Vorstandschaft, er nahm als Chevauxleger am Feldzug 1870/71 teil und hatte durch seine persönliche Tüchtigkeit und Tatkraft sein Geschäft zu hoher Blüte gebracht. Mögen dem Jubilar noch viele Jahre frohen Rückblick auf sein arbeitsreiches Leben gewähren! 6us der Gemeinde München In der Reihe der religiösen Vorträge, die in der Synagoge gehalten werden, wird am 6; Ianuar 1929, 17 Ahr. Herr Rabbiner Dr. Freudenthal-Nürnberg über das Thema: „Der Stimmungsgehalt der Psalmen" sprechen. Die musikalische Illustrierung dieses Themas wird durch die Wiedergabe einiger Psalmen in den Vertonungen von Dvorak. Lewandowsky und Liszt erfolgen. Bei dem musikalischen Teil werden außer dem jüdischen Gesangverein unter Leitung von Herrn Ios. Ziegler die Damen Frau Richart (Alt) und Frl. Tannhauser (Violine) sowie die Herren Reuburger, Augsburg, (Tenor) und Kantor Müller (Bariton) solisiisch Mitwirken. An der Orgel Herr Schalit. Der Zutritt ist für jedermann frei. Die Synagoge ist geheizt. Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde Am Mittwoch, dem 9. Ianuar 1929, abends 20.15 Uhr. seht Herr Dr. Willy Meyer, Nürnberg, seinen Vorkragskurs „Spinoza" jn einem dritten Abend fort. Herr Dr. Willy Meyer hat am ersten Abend in bekannt meisterhafter Weise über das Leben Spinozas berichtet; der zweite Abend führte mitten in die schwierige Materie 'es spinozistischen Gottesbegriffes, die der Vortragende aber in so klarer und bestimmter Form darbrachte, wie.sie wohl keinem der Zuhörer früher geboten werden konnte. Besonders deutlich arbeitete er die Feststellung heraus, daß dieser Gottesbegriff mit der jüdischen Idee von Gott nichts gemein habe. — Die noch folgenden drei Abende werden die. Attribute und Modi, die Willenslehre, die Tugenden und Affekte und schließlich die Staatsphilosophie behandeln. Konzert des Iüdifchen Kammerorchesiers Das Konzert des Jüdischen Kammerorchesters vermittelte ungleichartige Eindrücke. Die Schwäche dieser jungen Vereinigung liegt in den Bläsern, die weder an Zahl noch Qualität (wohl mehr der Instrumente als der Ausübenden) befriedigen konnten. Von diesem Gesichtspunkt aus wären die Beethovenfchen Wiener Tänze — zumal am Geburtstag des Meisters (17. Dezember) — wohl besser weggeblieben. Sonst wurde durchwegs Schönes geboten. Rückhaltloses Lob muß dem Bachschen Klavierkonzert gezollt werden, das von Herrn Kurt Bettsack pianistisch wie stilistisch gleich hervorragend gespielt und von dem wohldiszsplinierten Streichkörper prachtvoll begleitet wurde. Diese Nummer allein lohnte den Besuch des Abends. Sehr interessant war die Uraufführung eines symphonischen Satzes für Orchester und Klavier (das die Harfe vertrat) von Moritz Goldberg. Jn diesem' Satz, der die Herkunft von der alten Sonatenform nicht verleugnen kann, verrät der jugendliche Tondichter, von den Romantikern beeinflußt, jedoch fest auf eigenen Füßen stehend, ausgesprochene musikalische Erfindungsgabe, bemerkenswerten Sinn für pikante Klangkombinationen, kompositionstechnisches Geschick und hochkünstlerischen Ernst. Das Werk dürfte auch vor strenger musikalischer Kritik bestehen und verdiente wohl auch weiteren Kreisen vorgeführt zu werden. Die Aufführung unter Leitung des Komponisten war lobenswert und bot auch einigen Bläsern Gelegenheit zu schöner solistischer Leistung. Der Abend brachte außerdem noch Werke von Purcell und Mozart. Den Dirigentenstab führte Herr Heinrich LaMm und erwies sich dabei als ein ausgezeichneter Musiker, der mit rhythmischer Schärfe und stilistischer Einfühlung sicher seines Amtes waltete. Ich bin der festen Überzeugung, daß unter seiner Leitung, wenn erst der Bläserkörper die nötige Ergänzung findet, das jüdische Kammerorchester zu schönen Erfolgen gefiihrt werden wird. Der Beifall des zahlreich erschienenen Publikums für Dirigent, Komponist und Solist war herzlich und wohlverdient. Konzert Franz Kleinbauer. Jn einem Mozartabend stellte sich am 23. November Herr Franz Kleinbauer erstmalig dem Münchener Publikum als Dirigent vor und errang mit seiner Leistung einen vollen Erfolg. Es war erstaunlich, wie dieser junge Künstler sicher und stilgerecht, feinnervig und doch kraftvoll die ewigjungen Werke zum Klingen brachte. Jn dem Flötisten Paul Hamann wie in dem Harfenisten Max Büttner hatte er treffliche Solisten gewonnen, das Kammerorchester der Münchener Philharmoniker musizierte prachtvoll und folgte sichtlich gerne jedem leisen Winke seines Führers. Der vollbesetzte Saal spendete mit Recht begeisterten Beifall. Zionistische Ortsgruppe München Mittwoch, den 9. Januar 1929, abends 8.30 Uhr, findet im Hotel Rheinischer Hof ein Vortrag von Herrn Moses W a l d m a n n (Berlin) über Gesamtjüdische Aufgaben Rückblick auf die Entwicklung in der Nachkriegszeit statt. Chanukkah-Abend des Reichsbundes Iüd. Frontsoldaten München Landesverband Bayern des Reichsbundes Iüd. Frontsoldaten, Ortsgruppe München Am Sonntag, dem 9. Dezember d. I., veranstaltete die Ortsgruppe München in den Räumlichkeiten des Cherubin-Saales des Hotels „Vier Jahreszeiten" ihre diesjährige Chanukkah-Feier. Der Einladung waren nicht nur viele Kameraden, sondern auch viele Gäste gefolgt, so daß der Cherubin-Saal vollbesetzt war. Der Vorstand der Ortsgruppe. Kamerad Dr. Alfred Werner, eröffnete die Feier durch eine Ansprache. Kamerad Hesky zündete dann die Chanukkah-Lichter an. Nach den Klängen des Chanukkah-Liedes leitete ein ausgezeichneter Gesangsvortrag von Frau Ella Landauer zusammen mit Herrn Fritz Heiß zu dem gemütlichen Teil des Abends über. Für die ausgezeichnete Stimmung, die da herrschte, sorgten Fräulein Annie Trautner, manchen Kameraden von ihren Vorträgen teElfl MAX NEUMAYER Kraftfahrzeuge, KaulbachsftraBe 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 33 8 23—24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung / Spezial.Reparaturwerkstätte / Günstige Ratenzahlungen