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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-12-15 · 24 (15.12.1928) · p. Seite 389

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
24 (15.12.1928)
Article
70. Geburtstag
Date
1928-12-15
Page
Seite 389 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 24 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 389 Besichtigen Sie unsere neugestalteten Räume Brautausstattungen uom Einfachsten bis zum Exquisitesten Vorhangdekorafion en für moderne Raumkunst und antike Stilepochen Spitzen/iaus SSosa SSlauferj ^Alünc/ienj, ^J/ieatinerstraße SS 70. Geburtstag. Am 21. Dezember begeht Herr Louis S e l i n - ger seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar entstammt einer seit Generationen in Krumbach-Hürben ansässigen Familie. Im Jahre 1906 übersiedelte er aus seiner Heimat, wo er als Fabrikdirektor tätig war, nach München. Hier widmete er sich bald der jüdischen Wohlfahrtsarbeit, in deren Dienst er seine ganze Persönlichkeit stellte. Er gehört dem Vorstand der Krankensürsorge, des Vereins für Krankenpflege, Bestattungswesen und religiöse Belehrung, des Vereins zur Unterstützung mit Brennmaterialien und des Vereins zur Unterstützung durchreisender armer Israeliten an, wie er auch in einer Reihe anderer Vereine eine unermüdliche opferfreudige Tätigkeit entfaltet. Enge Freundschaft verband ihn mit seinem Landsmann Albert Landauer, dem im vorigen Jahre verstorbenen Ehrenmitglied der Gemeinde. Dieser wußte ihn auch für die Arbeit in der gemeindlichen Verwaltung zu interessieren, so daß er, als im Jahre 1924 der Ruf an ihn erging, in den Vorstand der Gemeinde eintrat. Hier wirkt er ebenfalls mit einer seltenen Pflichttreue. Tagaus, tagein'ist er auf seinem Platz in der Gemeindekanzlei zu finden, wo er als Referent für das Synagogen- und Beerdigungswesen die anfallenden Geschäfte persönlich erledigt. Der Jubilar läßt es sich auch nicht nehmen, die Gemeinde bei jeder Beerdigung zu vertreten. Daneben gehört er zahlreichen Ausschüssen an. So ist er Vorsitzender des Wohltätigkeits- und Waisenstiftungsausschusses und seit dem Tode seines Freundes Landauer auch erster Beauftragter für das Israelitische Pensionat in der Kaulbachstraße. Ferner ist er Mitglied des Sozialen Ausschusses, des leitenden Ausschusses des Wohlfahrtsamtes und der Verwaltung der Lipschützschen Versorgungsanstalt. Überall entfaltet der Jubilar eine segensreiche Tätigkeit. Mögen ihm an der Seite seiner Gattin, seiner getreuen Gefährtin und Helferin, noch zahlreiche Jahre voll Glück und Gesundheit beschieden sein, die es ihm gestatten, seine Arbeitskraft weiter in den Dienst unserer Gemeinde und insbesondere ihrer Wohlfahrtseinrichtungen zu stellen. Konzert des jüdischen Gesangvereins Die großen Verdienste, welche sich die Vereinsleitung mit ihren getreuen Helfern in jahrelangem Bemühen um die Pflege jüdischer Musik erworben, hat allmählich in den Kreisen unserer Musikfreunde die entsprechende Anerkennung gefunden. Diese kam bei dem letzten Konzert im Odeon durch eine ausnehmend starke Beteiligung zum Ausdruck. Einen besonderen Anziehungspunkt bildete -natürlich wieder die Mitwirkung des von seinem letzten Auftreten noch in bester Erinnerung stehenden Oberkantors Israel Alter aus Hannover. Seine bedeutenden künstlerischen Qualitäten als stimmlich außergewöhnlich begabter, technisch vollendeter Sänger, wie als vorbildlich zu nennender Interpret unserer synagogalen Schöpfungen wurden bereits an dieser Stelle gebührend gewürdigt. Dieselben stehen jedoch auf einer so hohen Stufe der Vollendung, daß sie für den Zuhörer stets zu neuem Erlebnis werden, stets die gleiche Ergriffenheit und Begeisterung auslösen. Aus dem reichhaltigen Programm fei an erster Stelle die formgerundete, klangprächtige Komposition „Ledovid boruch" für Chor und Solo unseres verehrten Oberkantors Kirschner hervorgehoben, der den spontanen Beifall persönlich entgegennehmen mußte, ferner zwei tiefschürfende Gesänge I. Alters, sowie ein „Hawdoloh" von Zilberts; in der zweiten Abteilung die so unnachahmlich zu Bildern geformten jiddischen Sachen, darunter aus Wunsch einige Wiederholungen aus dem vorigen Jahre. War schon die physische Leistung keine alltägliche, so trug die Ausführung jedes einzelnen Stückes jenen Adel der Persönlichkeit, vor dem man sich nur in dankbarer Bewunderung neigen kann. Der Chor unter Leitung Josef Zieglers bekundete wieder seine gediegene, gründliche Schulung, sowohl in der mit großem Verständnis sich anpassenden Unterstützung des Sängers als auch in der sorgfältigen Ausarbeitung selbständiger Darbietungen. So brachte er ein andachtvolles, dem Wesen seiner Bestimmung nachspürendes „Veschoman" für Chor und Orgel zu eindringlicher Wirkung. Da die numerische Beschaffenheit des Chors, besonders in den Männer- und tiefen Frauenstimmen noch manche Wünsche übrig läßt, darf man die sorgsame Jntonatton, die Vornehmheit des Klanges, sowie die treue Gefolgschaft ihrem verdienstvollen Dirigenten gegenüber mit um so größeren Lob bedenken und den Verein zu weiterem Fortschreiten auf dem eingeschlagenen Pfade ermuntern. Nicht vergessen sei der ausgezeichneten Begleitung des Herrn Professor S a g e r e r an der Orgel und Kurt B e t t s a ck am Klavier, die beide mit individueller Einfühlung ihre hochwertigen musikalischen Eigenschaften in den Dienst der künstlerischen Sache stellten. Julius Schweitzer. „Orchesterkonzert des Jüdischen kammerorchesiers München Am Montag, dem 17. Dezember 1928, pünktlich 20.15 Uhr, veranstaltet das Jüdische Kammerorchester München im kleinen Unionsaal, Varerstraße 7, unter Leitung von Heinrich Lamm und unter Mitwirkung von Kurt B e t t s a ck (Klavierkonzert f-Moll von Bach) seinen dritten Vortragsabend. Zur Aufführung gelangen Werke von H. Purcell (1695), W. A. Mozart, M. Goldberg (Uraufführung), I. S. Bach und Beethoven. Eintrittskarten zu RM. 2.20, 1.70, 1.10 und 0.60 (fördernde Mitglieder RM. 1.70, 1.10 und 0.60) bei den Vorverkaufsstellen: Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2 und D. Goldberg, Pelzgeschäft, Schwanthalerstraße 24 (Ecke Schillerstraße) und an der Abendkasse. Die Saaltüren bleiben während der Darbietungen geschlossen. Die Leitung des Jüdischen Kammerorchesters München. Zionistische Ortsgruppe München Montag, den 17. Dezember, abends 8.30 Uhr, findet im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, ein Vortrag von Herrn D r. Georg Landauer über „Jüdisch-arabische Verständigung" statt. Da Herr Dr. Landauer, der überhaupt als einer der besten Kenner Palästinas gilt, die Entwicklung der arabisch-jüdischen Beziehungen lange Zeit im Lande selbst beobachten konnte, die heute sich in einem recht kritischen Stadium befindet, darf man auf einen außerordentlich interessanten Abend gespannt sein. Hebräische Sprachkurse. Sämtliche Vereine werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Hebräische Abend nicht am Sonntag, dem 5. Januar, sondern am Samstag, dem 16. Februar stattfindet. SCHRAMM^9^3»

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