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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-12-15 · 24 (15.12.1928) · p. Seite 386

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
24 (15.12.1928)
Article
Das Siedlungswerk des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten beginnt
Date
1928-12-15
Page
Seite 386 (sequence 2)
Language
German
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386 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 24 wirtschaftliches Programm ausgenommen hat. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ist aber die kompetente Körperschaft zur Durchführung des Werkes auf breiter Grundlage. Das Judentum auf deutscher Erde zu erhalten, ist seine Aufgabe. Im Namen des Bayerischen Landesverbandes sprach der Redner der Siedlungsidee des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten seine Sympathie aus. Unser Erbe und unsere Bestimmung, fuhr Oberlandesgerichtsrat Neumeyer fort, ist Geistigkeit; den Gefahren einer Überintellektualisierung werden wir daher nur entgehen, wenn wir eine Synthese von Geist und Land schassen. Im Namen des Borstandes der jüdischen Gemeinde Berlin begrüßte Herr Dr. Kollenscher die neue Gründung, die eine geistige, körperliche und seelische Regenerierung erstrebt. Wir werden uns steuen über den Kranz jüdischer Siedlungen, der entstehen wird zur Ehre des jüdischen Namens und zum Segen für das Judentum. Justizrat Dr. Julius Brodnitz, Vorsitzender des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, beglückwünschte den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten zu den beiden Gründungen. Die fortschreitende wirtschaftliche Not und die Herausdrängung der Juden aus der Wirtschaft, aus den Stellungen haben einen erdrückenden Zustand geschaffen. Darum begrüße ich diese Bewegung, die einen Blick in die Weite eröffnet. Wir wollen nicht verzagen, wenn es auch anfangs etwas langsam geht; Kulturarbeit ist immer langsam. Aber einmal werden wir diese Stunde segnen. Rechtsanwalt Dr. Alsted Klee sprach im Namen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß ein Zionist für Siedlungsarbeit ist. Ein solches Werk wirkt einigend, und einigende Momente sind uns notwendig. Wie die Palästina-Arbeit, die ein Siedlungswerk kat exochen ist, sich einigend für das Gesamtjudentum auswirkt, ist das Werk des Reichsbundes Mischer Frontsoldaten einigend für das deutsche Judentum. Dr. Klee wies auch auf das große Gelingen der JCA-Siedlung hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Verbundenheit mit der Scholle eine Erneuerung und Stärkung jüdischer Religiosität herbeiführen wird. Er schloß: Auch von diesem neuen Werke erwarten wir neue Geistigkeit und eine Neubelebung des jüdischen Menschen. An Stelle des wegen einer leichten Erkrankung am Erscheinen verhinderten Rabbiners Dr. Baeck gab der Ehren-Großpräsident des II. O. B. B., Geheimrat Timendorfer, namens der Großloge der Erklärung ab, daß diese ein großes Interesse dem Siedlungswerk nimmt und in ihm eine der bedeutendsten Leistungen des heutigen Judentums sieht. Der U. O. B. B. hat schon in seinem Gründungsprogramm die Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft ausgenommen. Der Redner appellierte an alle deutschen Logen und ihre Mitglieder, zu allen anderen Opfern auch dieses Opfer mitzutragen, und schloß: möge die Entwicklung in die Weite und in die Tiefe gehen! Der Vorsitzende des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Dr. Löwenstein, dankt den Rednern für die Worte und schließt die Versammlung. Ferienkurse 1928 für jüdische Lehrer und Lehrerinnen Der „Verein gesetzestreuer jüdischer Lehrer und Lehrerinnen Berlins" veranstaltet von Sonntag, den 30. Dezember 1928 bis Mittwoch, den 2. Januar 1929 für Lehrer und Lehrerinnen aus allen Teilen des Reiches Ferienkurse, die in Talmudkurse, Vorträge, Lehrproben und Führungen gegliedert sind. Als Vortragende haben sich zur Verfügung gestellt: die Herren Dozenten des Rabbinerseminars Dr. I. Wohlgemuth, Dr. S. G r ü n b e r g, Dr. Moses Auerbach, sowie die Herren Rabbiner Dr. Ed. B i b e r f e l d , Dr. Jsid. Bleichrode, Dr. Jul. Jacobovits, Dr. Esra Munk (Berlin), Dr. Josef Carle b a ch (Altona), Dr. Jakob H o r o v i tz (Frankfurt a. M.), Dr. S. Jampel (Schwedt), Dr. SaulKaatz (Hindenburg), Dr. Jsaac Unna (Mannheim), Dr. Leopold W r e s ch n e r (Homburg), ferner Schuldirektor Nachm. Schlesinger, Dr. Friedrich Ollend o r f (Z. W. St. d. D. I.), Dr. med. Jakob L e v y, Lehrer Heinrich E n o ch (Berlin). An Vorträgen sind u. a. in Aussicht genommen: „Vom Biblisch-Hebräischen bis zum Neuhebräischen": „Einleitung in Jesajah"-. „Von der Mischna bis zum Schulchan Aruch, ein Gang durch die religionsgesetzliche Literatur"; „Einleitung in die Mischnah und die halachischen Midraschim"; „Liebe und Gerechtigkeit in der Bibel"; „Die Schicksale des Talmud"; „Wie soll der Religionsunterricht für das praktische Leben nutzbar gestaltet werden?"; „Das Erleben Gottes": „Was wir aus dem Siddur lernen können"; „Homiletische Winke"; Wege und Ausgaben der jüdischen sexual-ethischen Erziehung reifender Schüler": „Grundfragen der gegenwärtigen jüdischen Wohlfahrtsarbeit"; „Nietzsche und das Judentum": „Schächtschutz"; „Schulhygiene": „Wie erwecke ich in der Gemeinde geistige Regsamkeit?"; „Ziele und Aufbau der höheren jüdischen Schule". Meldungen zur Teilnahme an den Kursen find zu richten an die Schriftführerin des „Vereines gefetzestreuer Lehrer und Lehrerinnen Berlins", Frl. Gertrud Bern st ein, Berlin-Charlottenburg, Kaiserin-Augusta-Allee 36, die auch über alle einschlägigen Anfragen Auskunft erteilt. 5lus dem Verbände Generalversammlung des Bundes geseheslreuer israelitischer Gemeinden Bayerns Die Generalversammlung des Bundes gesetzestreuer israelitischer Gemeinden Bayerns und der sich anschließende Bundestag fanden am 11. November in Schweinfurt statt. Beide Veranstaltungen nahmen einen erfreulichen Verlauf. Der von dem Vorsitzenden erstattete Jahresbericht erbrachte den Beweis, daß die Vorstandschaft an der Erfüllung der von der vorjährigen Generalversammlung erteilten Aufträge eifrig arbeitet. In der Frage der Versorgung lehrerloser Gemeinden mit Unterricht und religiöser Belehrung der Erwachsenen hat der Bund einige vielversprechende Erfolge erzielt. In einer vom Bunde veranlaßten Versammlung, am 29. Januar d. I., haben sich 14 Lehrer, voran Herr Lehrer Brückheimer (Marktbreit), für diese Arbeit zur Verfügung gestellt. Nunmehr hat der Verband bayerischer israelitischer Gemeinden unter Danksagung an den Bund diese Aufgabe zu lösen übernommen, indem er von den Lehrern verlangt, daß sie sich bis zum Höchstmaß von insgesamt 28 Dienststunden bereit finden mögen, lehrerlose Nachbargemeinden mit zu versehen. Wir sehen der Entwicklung der Angelegenheit, die nun in Händen des Verbandes liegt, mit Vertrauen entgegen. Wir hoffen ferner, daß wir nun auch bald erreichen werden, einen Sopher anzustellen, der die Gemeinden auf Verlangen zu besuchen hat. Auch hier hat sich der Verband bayerischer israelitischer Gemeinden bereit erklärt, Mittel zur Verfügung zu stellen. Sobald es uns gelingt, für den anzustellenden Sopher noch einen weiteren Posten, etwa als Hilfsschächter oder Aufsichtsbeamter oder dergleichen zu erlangen, können wir unseren diesbezüglichen Plan zur Ausführung bringen. Es ergeht an die größeren Gemeinden des Landes hiermit die Aufforderung, daß sie dem Bunde und seiner Vorstandschaft nach dieser Richtung hilsteich an die Hand gehen mögen. Die Anleitung der Jugend zur Erlernung der Thora-Vorlesung ist in einer Reihe von Gemeinden dank der Tätigkeit der Herren Lehrer bereits zur Tatsache geworden und sie soll durch Prämien r l> HAUS MÜNCHEN KARLSPLATZ 5 DER Q U A L I 7 Ä T S S T O F F E 1 N. STARK & Cil 1 NÜRNBERG j LUITPOLDSTRASSE 11

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