Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 23 (1.12.1928)
- Article
- Vortrag: Dr. Karl Schwarz / F. O.
- Date
- 1928-12-01
- Page
- Seite 374 (sequence 2)
- Language
- German
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374 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 23 es, als erster in Deutschland die Wege der neuen Kunst erfaßt zu haben. Er studierte in Paris und Holland den Impressionismus und wurde zum Erneuerer der deutschen Kunst. Am meisten ist die Kunst Urys vom jüdischen Schicksal beeinflußt: Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt! Unter den schwierigsten Verhältnissen ist Ury ausgewachsen. Keiner kannte den Hunger so wie er. Seine Jugend hat ihn verbittert. Blumen und jüdische Probleme sind seine häufigsten Motive. Seine Pastellbilder sind überragend. Leider waren sämtliche vorgeführten Lichtbilder schwarz-weiß gehalten. Dadurch konnte, natürlich nicht die ganze Schönheit der Gemälde zum Ausdruck kommen, doch reichten die Reproduktionen mit Hilfe der ausführlichen Erläuterungen immerhin zur Erkenntnis der Sujets und der Technik der Impressionisten, die die Farben nicht auf der Palette mischen, sondern unmittelbar nebeneinander auf das Bild setzen und dadurch das charakteristische Leuchten des Lichtes erreichen. Die Ausführungen des Vortragenden wurden mit großem Beifall ausgenommen. Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, der den Redner vor Beginn des Vortrages-begrüßt hatte, dankte im Namen der Gemeinde und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Redner das Resultat seiner wissenschaftlichen Arbeit noch öfter der hiesigen Gemeinde vortragen möge. F. O. Odeon Konzert des Jüdischen Gesangvereins Mittwoch, den 5. Dezember, 8 Uhr abends Solist Oberkantor Alter, Dirigent Jos. Ziegler In den letzten Wochen fanden Tagungen der deutschen Chorverbände statt, die sich mit Fragen des Chorgesangs beschäftigten; hier in München interessierten besonders die Tagungen der Kirchenchöre beider christlichen Konfessionen. Überall kam der Gedanke zum Ausdruck, daß Chorgesang zurücksührt zur Verinnerlichung der Menschen und zum religiösen Denken. Auch für das Judentum trifft dies natürlich zu und damit ist auch die Existenzberechtigung des Jüdischen Gesangvereins gegeben, der den jüdischen Chorgesang ganz besonders in seiner Auswirkung durch den synagogalen Gesangs gepflegt hat. Für das Konzert am 5. Dezember hat der Dirigent Jos. Ziegler ein sehr interessantes Programm zusammengestellt, das vor allem neben dem Juden im allgemeinen, ganz besonders den musikalischen Juden interessieren dürste. Neben dem Werk unseres Münchener Komponisten — Altmeister E. Kirschner (ledovid boruch) ist in erster Linie in Ribono schel olom des Londoner Synagogen- Dirigenten S. Almon zu nennen, eine Komposition mit tief religiösem, fast chassidischem Gedankenausdruck. Wefchomru von Schalit (München) hat altjüdische Melodien in neuer Form. Eine für den Solisten effektvolle Komposition ist der Hafdolo von Silbert. In sämtlichen Chören hat Herr Oberkantor Alter aus Hannover die Solis übernommen. Im zweiten Teil bringt der heute wohl berufenste Interpret des jüdischen Volksliedes, Herr Alter, eine Auslese interessanter Lieder zum Vortrag. Da das Konzert im Vorjahr ausverkauft war, dürfte sich empfehlen, möglichst rasch Karten zu besorgen an den in der heutigen Anzeige angegebenen Vorverkaussstellen. Kategoriekarten an der Abendkasse, die Galerie ist geöffnet. E. Cahn. Ausstellung der Münchener Wittelsiandshilfe. Wir möchten unsere jüdischen Frauen darauf aufmerksam machen, daß die „Vereinigten Münchener Mittelstandshilfen" wiederum einen Verkauf eingerichtet haben, der werktäglich von 9 bis halb 7 Uhr im Singerhaus, Fürstenselderftraße 4, stattfindet. Auch wir sind mit unfern Arbeiten dort vertreten und sind überzeugt, daß darunter vieles ist, was sich für Geschenkzwecke außerordentlich eignet, wie kunstgewerbliche Gegenstände, einfache und feine Wäsche, Handarbeiten jeder Art und ganz besonders Kindersachen, angefangen bei der Babyausstattung bis zu entzückenden Kleidchen und Anzügen für Mädchen und Knaben. Durch diesen Verkauf möchten wir Damen, die früher selbst Käuferinnen wertvoller Dinge waren, einen kleinen Zuschuß zum täglichen Leben verschaffen. Der Einkauf guter, schöner und preiswerter Gegenstände bedeutet niemals ein Opfer, er bedeutet hier aber eine vielfache Freude, die man den Herstellerinnen, sich selbst und andern bereiten kann. Wir bitten deshalb herzlich um Besichtigung der Ausstellung. Eine liebenswürdige Verkäuferin wird ohne Kaufzwang alles gerne vorzeigen. Chanukka naht und damit die Gelegenheit, andern Freude zu bereiten. Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes. „Die Mhsiube." Wir beehren uns unseren verehrten Freunden und Gönnern mitzuteilen, daß wir das Andenken von Frau Professor Rosa Werner sel. A., welche immer eine warme Förderin unserer Vereinigung war, dadurch ehren, daß unsere Nähstube in Zukunft den Namen „R o s a - W ern er - N äh stu b e" führt. 5lus der Semeinde Augsburg Augsburg. Auf Veranlassung des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Augsburg, spricht am Sonntag, dem 2. Dezember 1928, abends 8 Uhr, im Trauungssaale des Gemeindehauses Herr Dr. Franz Gutmannn (München), Mitglied des Reichssiedelungsausschusses des R. I. F., über das aktuelle Thema: „Berufsumschichtung und Siedelung, die Zukunftsaufgaben des deutschen Judentums". Genannte Ortsgruppe wie auch der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens laden alle Gemeindeangehörigen zum Besuch dieses Vortrages ein. Vereine Jüdisches Kammerorchester München. Die nächsten Proben finden Donnerstag, den 6. Dezember, und Mittwoch, den 12. Dezember 1928, abends 8.15 Uhr im Lessingfaal, Herzog-Rudolf-Straße 1/0, statt. Die Leitung. Gedenkbuch für die im Weltkrieg gefallenen Münchener Juden Herausgegeben von der Ortsgruppe München des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten im Verlag B. Heller, München, Herzog-Max-Str.4 Es enthält die Biographien und Bilder aller gefallenen Juden Geleitwort von Dr. L. Baerwald Preis gebunden RM. 5.— Vorzugsausgabe RM. 15.— Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder durch den Verlag B. Heller, München, Herzog=Max=Strafje 4 gegen Voreinsendung des Betrages oder gegen Nachnahme Wohlfahrtsmarken Die Reichsgeschäftsstelle der Deutschen Nothilse hat mit dem Reichspostministerium auch in diesem Jahr ein Abkommen gettosfen, wonach wieder Wohlfahrtsmarken zur Ausgabe gelangen. Es werden ausgegeben: 5 Pfennigmarken zum Verkaufspreis von 10 Pfennig 8 Pfennigmarken zum Verkaufspreis von 15 Pfennig 15 Pfennigmarken zum Verkaufspreis von 30 Pfennig 25 Psennigmarken zum Verkaufspreis von 50 Pfennig 50 Pfennigmarken zum Verkaufspreis von 1.— Mark