Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 23 (1.12.1928)
- Article
- Fürth
- Date
- 1928-12-01
- Page
- Seite 371 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 23 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 371 Verwendet die lelegrsmm-Lrlsh-ssornmlsre des Israelitischen strauen-Vereins Wachen se.V.1 von Md Seite stehend und von streng religiöser Lebensführung getragen, war Dr. Deutsch Anhänger der Gesinnung, daß das Interesse an dem Bestand der Glaubensgemeinschaft den Zusammenhalt und die Zusammenfassung aller gegebenen und erreichbaren Kräfte im Judentum erfordert, und er gehörte zu den eifrigen Förderern der Organisationen, welche die Einheitlichkeit im Judentum zum Zwecke haben. Dem verbandsgemeindlichen Zusammenschluß sowohl in seiner früheren wie jetzigen Gestalt redete er überzeugungsvoll das Wort. Möge es im Interesse der überaus wichtigen und unentbehrlichen Institution der Verwaltung gelingen, einen Mann von gleichen Qualitäten, insbesondere auf erzieherischem Gebiete, wieder zu finden. Würzburg. Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden veranstaltet hier in der Zeit vom 24. bis 27. Dezember einen wissenschaftlichen Fortbildungskurs für Lehrer, für den folgende Vorträge vorgesehen sind: 1. Unioersitätsprofessor Dr. Hahn (Würzburg): Der Gottesbegriff der Bibel und die Welt des Alten Orients (4 Stunden). 2. Seminarrabbiner Dr. Neubauer: Eine talmudische Suggia in literargeschichtlicher Betrachtung (4 Stunden). 3. Seminardirektor Stoll: a) Lehrplanfragen des jüdischen Religionsunterrichtes (2 Stunden): b) der hebräische Unterricht auf der Fibelstuse (2 Stunden). 4. Seminarlehrer Bamberger: Grundfragen der hebräischen Phonetik (2 Stunden). koburg. Am letzten Schlußfeste waren es 50 Jahre, daß der Israelitische Frauenverein gegründet wurde. Die Geschichte dieses Vereins hängt mit der Geschichte der Gemeinde, welche auch nur einige Jahre älter ist, eng zusammen. Das Ereignis des 50jährigen Jubiläums dieses Vereins wurde festlich begangen. Zunächst hielt Herr Prediger Hirsch in der Synagoge eine Festpredigt, in welcher er hervorhob, in welch hervorragender Weise der Verein bis jetzt im Sinne echt jüdischer Wohltätigkeit gewirkt habe. Aus kleinen Anfängen heraus hat sich dieser Verein zum wichtigsten Faktor im Wohlfahrtsleben der Gemeinde entwickelt. Dies brachte auch die jetzige Vorsitzende Frau S. A l t m a n n in ihrer Festrede zum Ausdruck, welche sie anläßlich der eiaentlichen Jubiläumsfeier hielt. Zu dieser erhebenden Feier hatten die Gemeinde, die jüdischen Vereine sowie die Wohlfahrtsvereine der Stadt ihre Vertreter und Vertreterinnen geschickt. Laudenbach am Main. Bei der am Landestrauertag vollzogenen Kriegerdenkmalsweihe dahier fand der hochwürdige Redner, Herr Stadtpfarrer und ehemaliger Divisionsgeistlicher Borst aus Karlstadt am Main, wohltuende Worte höchster Anerkennung auch für die Kriegsteilnehmer jüdischen Glaubens. Aus eigener Erfahrung . wisse er, dessen Seelsorge ihn in die vorderste Linie der Ost- und Westfront brachte, daß neben ihren christlichen Kameraden auch jüdische Kämpfer mutig und entschlossen für das Vaterland in den Tod gingen. Die gefallenen Mitkämpfer verlangten, daß wir den gehässigen Angriffen gegenüber jüdischen Mitbürgern, wo auch immer es sei, entgegentreten. — Herr Lehrer Berendt aus Veitshöchheim, der in Vertretung unseres in Rekonvalenszenz befindlichen verehrten Herrn Lehrers Oppenheimer namens der Israelitischen Kultusgemeinde tiefempfundene Worte treuen Gedenkens und des Dankes den gefallenen Helden weihte, legte seinen Ausführungen den 6. Vers des 8. Kapitels im „Hohelied" zugrunde: „Stärker als der Tod ist die Liebe." Überaus wirkungsvoll unterstrich der Redner die Mahnung des Geistlichen zu einträchtigem Wirken für des Vaterlandes Wohl, hinwei¬ I send aus das gemeinsame Schicksal der Opfer des Krieges im allgemeinen und der Gefallenen unseres Ortes im besonderen, deren Namen ja auch ohne Unterschied des Bekenntnisses auf den Tafeln des Denkmals eingegraben stehen. Wier handelten im Sinne der Toten, wenn wir frei von Bruderhaß und Parteizwist an dem Wiederaufbau unseres schwer geprüften Vaterlandes arbeiteten. Im Aufträge des Bayerischen Kriegerbundes sprach Herr Bezirksobmann Scheurig, der das Moment der Eintracht unter den Konfessionen gleichfalls betonte . Die kleine Kultusgemeknde Laudenbach am Main beklagt den Verlust von fünf Kriegsopfern. Pirmasens. Vor zahlreicher Zuhörerschaft hielt am 15. d. M. der Vorstand der hiesigen Kultusgemeinde, Herr Lederhändler Carl Dreifuß, im „Jüdischen Jugendbund" einen Vortrag über das Thema: „Lebenslust und Lebenskampf im Spiegel des jüdischen Lebens". In meisterhafter Weise verstand es der Vortragende, das Interesse der Zuhörer bis zum Schlüsse seiner lehrreichen und interessanten Ausführungen zu fesseln. Jedenfalls muß es rühmend anerkannt werden, daß der Vortragende neben seinen beruflichen Obliegenheiten und der mit der Leitung der Kultusgemeinde zusammenhängenden Mühewaltung auch noch Zeit findet, für die Förderung der Interessen des Judentums auch auf diesem Gebiete sich zu betätigen. Aus der Zuhörerschaft heraus wurde diesem Gedanken nachdrücklichste Ausdruck gegeben. In reichem Beifall gab sich der Dank der Anwesenden kund. München. Herr Bäckermeister Emil Brader, Herrnstraße 17, feiert in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag. Emil Brader ist seit 30 Jahren ein verdienstvolles Mitglied der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und hat sich besonders als Referent des Alarmwesens hervorgetan. flus der öemeinde München Religiöse Feier in der Hauptsynagoge Sonntag, den 25. November, nachmittags 5 Uhr, fand in der Häuptsynagoge eine religiöse Andachtsstunde statt, mit welcher die Israelitische Kultusgemeinde neue Wege religiöser Veranstaltungen beschritten hat. Nicht ganz zu Unrecht werden in letzter Zeit Stimmen laut, welche eine Anpassung des Gottesdienstes an neuzeitliches Denken und neuzeitlichen Geschmack fordern. Bereits vor Jcchren haben wir in dieser Zeitung Berichte über Formen israelitischen Gottesdienstes in den Vereinigten Staaten von Nordamerika veröffentlicht, die allerdings eine sehr radikale Umgestaltung der gottesdienstlichen Veranstaltungen zeigten. Wenn auch in diesen Veranstaltungen Auswüchse offenbar zutage treten — man hört von Tanzveranstaltungen und sonstigen reichlich profanen Mitteln, um ein Auditorium anzuziehen —, so liegt ihnen doch ein gesunder Kern zugrunde. Die Feier der Israelitischen Kultusgemeinde München hat nicht die Absicht, cm Stelle des israelitischen Gottesdienstes zu treten, sie will vielmehr neben diesen sich stellen und eine Bereicherung des religiösen Lebens der Gemeinde bieten. Dies ist dieser ersten Feier, der weitere Nachfolgen sollen, ohne Zweifel gelungen. Nicht ohne Bedeutung ist auch ein weiterer Punkt: Die öffentliche und allgemeine Verständlichkeit der Feier für jedermann. Der jüdische Gottesdienst macht infolge des Gebrauchs einer nicht einmal den meisten jüdischen Besuchern, geschweige den StoüiWercK [ SCHOKOLADE-PRALINEN ■