Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 22 (15.11.1928)
- Article
- Religiöse Vorträge
- Date
- 1928-11-15
- Page
- Seite 350 (sequence 1)
- Language
- German
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350 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 22 5lus der Semeinde München In den kommenden Monaten sollen in der Hauptsynagoge religiöse Vorträge, umrahmt von musikalischen Darbietungen, statlfinden. Den ersten Vortrag wird Rabbiner Dr. Baerwald über »Das Ruch vom Menschenleid (Hiob)" halten. Der Chor des jüdischen Gesangvereins wird aus der großen, mehrere Nummern umfassenden Komposition des Pfalmes 42 von Mendelssohn einige Stücke zum Vortrag bringen. Zur solistischen Mitwirkung haben sich Jtau Sonja Ziegler (Sopran) und Herr Benno Sarsky (Violinebereit erklärt. Näheres siehe Inserat. Die Synagoge ist geheizt. Eintritt für jedermann frei. Den nächsten Vortrag wird voraussichtlich Rabbiner Dr. Freudenthal (Nürnberg) im Januar über das Thema: „Der Stimmungsgehalt der Psalmen" halten. Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München Kustos Dr. Karl Schwarz (Berlin): „Die vier großen jüdischen Impressionisten Pissaro, Israels, Liebermann und Ury." Vortrag mit Lichtbildern am 21. November, 20.15 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Rückgebäude. Numerierter Sitzplatz RM. 1.—, Saalkarte RM. —.60, Kategoriekarte RM. —.30. Dr. Willy Meyer (Nürnberg): „Spinoza". 1. Abend: „Lebensgeschichte", am 28. November, 2. Abend: „Gottesbegriff", am 19. Dezember, 20,15 Uhr, im Leffingfaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Rückgebäude. Eintritt frei. (Weitere drei Abende folgen im Januar und Februar 1929.) ^tünchen J'gfUdtC naÄ 9llaß ßewläiUt Acit üßet 50 albten fTiTTi Alle jüdischen Kinder würden gerne „Das Zelt“ lesen, wenn ihre Eltern diese Zeitschrift abonnierten. Der Briefträger nimmt Bestellungen an, ebenso der Verlag B. Heller, Herzog-Max-Straße 4. Trauerfeier Am 11. November 1928, vormittags 9.15 Uhr, fand in der Hauptsynagoge die alljährliche Gedenkfeier für die Gefallenen des Weltkrieges statt, die sehr zahlreich besucht war. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, der später auch an der Feier beim Kriegerdenkmal teilnahm, die Verbindung im K. C. Licaria und die Verbindung Jordania waren geschlossen erschienen; die Verbindung Licaria chargierte mit schwarz umflorter Fahne. Der Bayerische Kriegerbund, der Veranstalter der allgemeinen Trauerkundgebung vor dem Armeemuseum, war durch den Vorsitzenden des Obmannsbezirks München-Stadt, Herrn Dr. Adolf Dimpfl, und einen weiteren Herrn vertreten. Eingeleitet wurde die Feier durch den Vortrag des Psalms 103, Vers 15 bis 17 in der Vertonung von Lewandowski. Alsdann ergriff Herr Rabbiner Dr. Baerwald das Wort zu einer längeren Ansprache. Er wies auf die Bedeutung der Feier hin und rief die Erinnerung an unsere gefallenen Helden wach, die dem Vaterland ihr Leben Hingaben. Zum Schluß der eindrucksvollen Feier sang Herr Kantor Kirschner und der Chor den Psalm 16, Vers 1 bis 5 und 8 bis 11. F. O. Mozart-Abend Am 25. November veranstaltet hier Franz Kleinbauer im Konzertsaal des „Bayerischen Hofes" einen Mozart-Abend, auf den wir unsere Leser aufmerksam machen wollen. Franz Kleinbauer, ein junger Münchener, der feine Ausbildung der hiesigen Akademie der Tonkunst verdankt, tritt mit diesem Konzert zum erstenmal vor die breite Öffentlichkeit. Im engeren Kreise unserer Gemeinde dürfte er nicht unbekannt sein. Erwarb er sich doch durch die Gründung und Leitung des jüdischen Kammerorchesters entschieden Verdienste und zeigte bei dessen Veranstaltungen ausgesprochene Dirigentenbegabung. Der Abend verspricht besonderen Genuß durch die Aufführung seltener gehörter Werke von Mozart, besonders eines Konzerts für Flöte und Harfe, für das sich das Konzert schon als Solisten den vorzüglichen Flötisten, den Philharmoniker Herrn Paul S t a m a n n und den ausgezeichneten Harfenisten des Staatsorchesters, Herr Kammervirtuos Max Büttner gesichert hat. Den orchestralen Teil bestreitet das Kammerorchester der Philharmoniker.' Hebräische Sprachkurse München: Das Wintersemester 1928/29 begann Donnerstag, den 15. November; sämtlich bisher bestehenden sechs Kurse sowie zwei Kinderkurse werden fortgesetzt. Es wird besonders auf den 4. Kurs aufmerksam gemacht, in dem Bibel (Samuel I) gelesen wird und auf den neuen Anfängerkurs, der am Samstag, dem 10. November, begann. In diesem Kurs wird nach dem Lehrbuch D. Bornstein unterrichtet. Bei genügender Teilnahme wird beabsichtigt, einen neuen Anfängerkurs einzurichten. Interessenten werden gebeten, sich möglichst bald im Unterrichtslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1, zwischen 3 bis 6 Uhr (Telephon 297 449) anzumelden. Teilnehmer, die Ermäßigungen wünschen, wollen ihr Gesuch bis spätetens 15. November an das Komitee der Hebräischen Sprachkurse, z. H. des Herrn Paul Grünbaum, Rothmundstraße 6, richten. Der Stundenplan ist folgender: Montag: 7.15 bis 8.45 Uhr abends Kurs VI; 8.45 bis 10.45 Uhr abends Kurs I. Dienstag: 5 bis 6 Uhr nachmittags Kinderkurs II; 7.30 bis 8.45 Uhr abends Kurs III; 8.45 bis 9.45 Uhr abends Kurs IV. Mittwoch: 5 bis 6 Uhr nachmittags Kinderkurs I; 7.15 bis 8.15 Uhr abends Kurs VI; 8.15 bis 10.15 Uhr abends Kurs V. Donnerstag: 7.15 bis 8.15 Uhr abends Kurs III; 8.15 bis 9.15 abends Kurs IV. Samstag: 6 vis 7.30 Uhr Anfängerkurs. Sitzung von Gemeindevertretung und Vorstand.der Israelitischen knltusgemeinde München vom 1. November 1928. Auf der Tagesordnung stand zunächst die Abänderung der §§ 15, 16, 17 und 63 der vorläufigen Verfassung der Israelitischen Kultusgemeinde München vom 27. Januar 1921. Der Vorsitzende,