Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 22 (15.11.1928)
- Article
- Schändung der Synagoge in Hof (Bayern)
- Date
- 1928-11-15
- Page
- Seite 349 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 349 ZUM Teil zertrümmert. Ls handelt sich anscheinend um halbwüchsige Burschen, die bisher nicht ermittelt werden konnten. Auf die Ergreifung der Täter hat die israelitische Gemeinde eine größere Belohnung ausgesetzt. Dies ist der 64. israelitische Friedhof, den die Antisemiten in Deutschland seit November 1923 geschändet haben! Tagung des Bayerischen Landesverbandes des C.-V. Die Tagung des Bayerischen Landesverbandes des Central- Vereins am Sonntag, dem 4. November 1928, im Gemeindehaus zu Nürnberg nahm einen außergewöhnlich glänzenden Verlauf. Nachdem der Vorsitzende des Landesverbandes, Herr Sanitätsrat Dr. Baron, die anwesenden Delegierten und Gäste, die zahlreich erschienen waren, begrüßt hatte, erhob sich die Versammlung zum ehrenden Andenken an die verstorbenen Mitglieder der Landesverbandstagung, Oberlehrer Simon D i n g f e l d e r (München) und I. Wortsmann (Kulmbach), denen der Vorsitzende warme Worte der Erinnerung widmete. Dann ergriff der Syndikus des Bayerischen Landesverbandes, Herr Dr. Ludwig Freund, das Wort zu einem umfassenden Bericht über die politische Lage in Bayern und über die Tätigkeit des Landesverbandes. Herr Justizrat Levinger, der Rechtsbeistand des Landesverbandes, sprach über die Rechtsschutztätigkeit desselben. Aus beiden Referaten ging die außerordentlich intensive und erfolgreiche Arbeit des Landesverbandes hervor. Dann ergriff Herr Direktor Dr. Ludwig Holländer das Wort zu einer eingehenden Schilderung der Probleme, die für das deutsche Judentum in der gegenwärtigen Situation von besonderer Bedeutung sind. Seine packenden Ausführungen weckten nachhaltigen und stürmischen Beifall. Herr Karl Adler erstattete als Kassier des Landesverbandes den Finanzbericht. Die Diskussion bewegte sich durchweg auf einer geistig hohen Stufe und brachte für die Arbeit der Centrale und des Landesverbandes beachtliche Anregungen. Einhellig wurde der Wille der Versammlung zum. Ausdruck gebracht, die unentbehrliche Tätigkeit der Centrale und des Landesverbandes durch vermehrte Unterstützung seitens der Ortsgruppen zu stärken. Cs wurde von der Versammlung einstimmig folgende Entschließung angenommen, die an die gesamte bayerische Presse gegeben wurde: „Die von zahlreichen Vertretern aus ganz Bayern besuchte Versammlung des Bayerischen Landesverbandes des Central- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens legt feierlich Verwahrung ein gegen die fortdauernde Hetze gegen den jüdischen Volksteil. Sie legt Verwahrung dagegen ein, daß man Menschen ihres Glaubens und ihrer Abstammung halber verunglimpft, und daß man Menschen und Familien, die seit Jahrhunderten mit dem heimatlichen Boden verbunden sind, aus der Volksgemeinschaft herauszudrängen sucht. Wenn, wie es geschehen, jüdische Friedhöfe verwüstet und Gotteshäuser beschädigt werden, dann ist das die notwendige Folge der Verhetzung und Verwilderung, für die alle die Verantwortung tragen, die die Dinge so weiter treiben lassen wie Ohne daß eine Kürzung der Redezeit notwendig geworden wäre waren das Programm der Tagung und die Debatte um halb 6 Uhr erschöpft. Der Tagung folgte noch eine Sonderbesprechung der oberfränkischen Delegierten mit Herrn Dr. Holländer als Vertreter der Centrale und den Vertretern des Landesverbandes unter Leitung des 1. stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Justizrat Dr. G a l - linger (Nürnberg). Es wurden Maßnahmen besprochen und vorbereitet zur Besserung der durch den wachsenden Nationalsozialismus außerordentlich bedrängt gewordenen Lage der oberfränkischen Juden. Schochtim-Derband Bayern Die Verbandsmitglieder werden ersucht, für die in den nächsten Tagen stattfindende Generalversammlung Wünsche und Anträge an unseren Schriftführern M. Kurzweil, Treuchtlingen, bis zum 1. Dezember 1928 gelangen zu lassen. Später einlaufende Wünsche finden keine Berücksichtigung. Die Verbandsleitung. Urspringen. Nachdem Herr Hauptlehrer a. D. S. Kissinger alle ihm zugedachten offiziellen Veranstaltungen seitens der Kultusgemeinde, der politischen Gemeinde und Vereine sowie des Distrikts-Rabbinates und Synagogenchores Würzburg mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse abgelehnt hatte, verlief dessen 50jährige Jubelfeier in stiller Weise im allerengsten Kreise. Eine Unmenge von Zuschriften von Privaten sowie solche sehr ehrendem Inhalt liefen ein vom Verband der Israelitischen Gemeinden Bayerns mit einer Ehrengabe, vom Distrikts-Rabbinate Würzburg und ein sehr herzlich gehaltenes Glückwunschschreiben der hiesigen politischen Gemeinde; das Schreiben der letzteren ist ein erfreuliches Zeichen des schönen Verhältnisses der drei Konfessionen in hiesiger Gemeinde. Möge dies weiter so bleiben. Der Verein für Stellenvermittlung „Schomre Schabbos", Berlin, teilt mit, daß er für einen Schochek und Alafchgiach. der über erstklassige Zeugnisse von anerkannten orthodoxen Rabbonim des Ostens und über Referenzen maßgebender orthodoxer Persönlichkeiten Deuffchlands verfügt, eine entsprechende Stelle sucht. Anfragen von Gemeinden, die sich für einen derartigen Beamten interessieren, wären an die Adresse des Vereins, N. 54, Rosenrhalerstraße 58, Hof links, zu richten. Heilerziehungsheim für schwer erziehbare Knaben eröffnet Berlin, 25. Oktober. (ITA.) Der Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden gibt bekannt, daß das erste jüdische Heilerziehungsheim für schwer erziehbare Knaben in Marburg a. d. Lahn im Oktober d. I. eröffnet worden ist. Das Heim steht unter sachverständiger erzieherischer und fachärztlicher Aufsicht. Es liegt im Interesse der gesamten jüdischen Psychopathen-Fürsorge, daß die Einrichtungen des Heims im Rahmen der verfügbaren Plätze möglichst vollständig ausgenutzt werden. Es wird daher gebeten, bei beabsichtigter Unterbringung von schwer erziehbaren Knaben in einem Erziehungsheim dieses Institut besonders zu berücksichtigen. — Nähere Angaben sind bei der Leitung des „Israelitischen Erziehungsheims, Marburg a. d. Lahn", zu erhalten. DARMSTA'DTER UND NATIONALBANK Kommanditgesellschaft auf Aktien Filiale München, Ottostr. 4 Depositenkassen: Bayerstraße 8 (am Hauptbhf.) Sendlingertorplatz 10 Marienplatz 11—12 Valleystr. 1 i Großmarkthalle) Odeonspl. 6 (Edie Galeriestr.) Wörthstr. 51 (Ostbahnhof) Zweibrüchenstraße 2 (Isartorplatz) Errichtung von Sparkonten gegen Banksparbiicher (für Einlagen in beliebiger Höhe bis zu RM. 10000.—) Z« , f täglich fällig.zur Zeit 5% p. a. lnssatz: < nach 1 Monat fällig \ entsprechend ( „ 3 „ „ / erhöhte Zinssätze Kapital und Reserven 115 Millionen Reichsmark —■ ■ iS