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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-11-01 · 21 (1.11.1928) · p. Seite 338

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
21 (1.11.1928)
Article
Erlangen
Date
1928-11-01
Page
Seite 338 (sequence 1)
Language
German
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338 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 21 Pianohaus Kaim iE FLÜGEL PIANO SH Ältestes fachmännisches Geschäft am Platze Augsburg Obstmarkt D 100 a, Telephon 624 WWW Erlangen. Besuch in der Synagoge. Oberstudiendirektor Dr. Blos und Pfarrer Schmidt besuchten mit einer Anzahl Schülerinnen des Mädchen-Lyzeums den Freitagabend-Gottesdienst und ließen sich nach Schluß durch Lehrer Frankel den Aufbau desselben sowie die Einrichtungen des Gotteshauses erklären. fius der Gemeinde München Colonel Wedgwood spricht auf einer Veranstaltung des Keren Hajessod in München Der ehemalige britische Minister, Mitglied des Unterhauses Colonel Wedgwood, sowie der ehemalige deutsche Botschafter Graf Bernstorff sprachen Dienstag, den 23. Oktober auf einer Veranstaltung des Keren Hajessod im Cherubinsaal. Justizrat Dr. Elias Strauß begrüßte die Erschienenen. Er verwies auf das uneigennützige Wirken des Colonel Wedgwood zugunsten des Palästinaaufbaues, und hob hervor, daß Graf Bernstorff schon vor dem Kriege dem Gedanken des jüdischen Wirkens in Palästina Förderung hat angedeihen lassen. Colonel Wedgwood, der teils englisch, teils deutsch sprach, stellte die Bodenkulturarbeit des gealterten Faust in Goethes gleichnamiger Dichtung in eine Parallele mit der Palästinaarbeit. „Auf freiem Grund mit freiem Volke stehen, zum Augenblicke dürft' ich sagen, verweile doch, Du bist so schön!" — Man könne das jüdische Problem nicht durch Wohltätigkeit und kleine Mittel lösen, sondern man müsse das Übel an der Wurzel anpacken und ein freies Volk schaffen. Auch für die Nichtjuden sei die Freiheitsbewegung eines alten Volkes eine Sache von höchstem Wert, die jedem Menschen Respekt abnötige. Wedgwood schilderte dann das aufsteigende Wirtschaftsleben Palästinas. In 8 Jahren seien 90 000 Juden nach Palästina gekommen, was sehr viel sei, wenn man bedenke, welch geringe Zahl von Kolonisten in den Jahren 1621—1641 nach Amerika gekommen sei. Die jüdische Kolonisation in Palästina sei ein einzig! dastehendes Werk. Die kleinen Völker, wie die Schweizer, die Schotten, hätten ihr Vaterland, nur die Juden hätten dieses noch nicht. Er wünsche eine gute Freundschaft des englischen und des jüdischen Volkes. Dr. Elias Straus sprach dem Redner des Abends den Dank der Versammlung aus und verlas einen Brief des Physikers Einstein, der zur Mitarbeit ausforderte. Nach der anschließenden Teepause ergriff Graf Bernstorff das Wort. Er sei während des letzten Jahres des Krieges Botschafter in Konstantinopel gewesen und habe dort Verhandlungen mit der Türkei geführt. Auch Deutschland habe an die Errichtung eines nationalen Heims für die Juden in Palästina gedacht. Bei den Verhandlungen mit dem Großvezier habe dieser der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß die Araber eine jüdische Kolonisation nicht zulassen würden. Es sei erfreulich, daß dennoch die Kolonisation ohne schwere Kämpfe vor sich gehe. Aus der Kolonisation dürfe kein neuer Nationalismus entstehen. Das Pro- Palästina-Kömitee sei gegründet unter Mitwirkung aller deutschen Parteien. Bernstorff erinnerte an ein Wort des preußischen Kultusministers Becker, der eine große Übereinstimmung des jüdischen und deutschen Geistes festgestellt hat, in der Idee nämlich, daß für den Geist in der Welt alles zu geschehen habe. Die Palästinaarbeit sei ein Teil der Arbeit des Völkerbundes, und seit wir Mitglied des Völkerbundes seien, sei auch diese Arbeit unsere Arbeit. Es käme darauf an, daß Deutschland zeige, daß es im Völkerbund nicht bloß die Plattform zur Vertretung seiner Interessen sehe, sondern eine gemeinsame Aufgabe der Völker. Als letzter Redner sprach der Präsident der Zionistischen Vereinigung Blumenfeld. Der 1920 in London gegründete Keren Hajessod habe vor allem die Widerstände der Juden zu überwinden gehabt. Es sei die erfreuliche Mitteilung zu machen, daß in Amerika der letzte Bericht der Joint-Kommission außerordentlich günstig ausgenommen worden sei. Der Redner unterstrich die Bedeutung Palästinas für das jüdischen Leben. DAU'ÄRMI HRMSCABIVOIKERT HOFLIEFERANT MtlKCHEN MÄXIMILIANSTR. 41 Die alte Spezialfirma für die gepflegte Qualitätszigarre Cafe Luitpold — Palmengarten Tabarin Luitpold neue Leitung: Hans Keckeisen Erstklassige Küche u. 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