Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 21 (1.11.1928)
- Article
- Hirschaid
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 337 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 21 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 337 und geachteten Schulmanne, dem stets liebenswürdigen Menschen. Rabbiner Dr. Rülf (Bamberg) entwarf unter Zitierung des Wochenabschnittes „Noach ifch zaddik" ein Bild von der Persönlichkeit und dem Wirken dieses geachteten und redlichen Mannes, des vorbildlichen Lehrers, des treuen Gatten und Familienvaters, des reinen und edlen Menschen. Hauptlehrer Dr. Bamberger (Nürnberg), der 2. Vorsitzende des israelitischen Lehrervereins für Bayern, schilderte Rauh als treuen Lehrer und Freund, der schon in jungen Jahren das Glück hatte, an eine Volksschule berufen zu werden, der aber unentwegt mit in der vordersten Reihe um die Besserstellung der Religionslehrer kämpfte. Die Lehrerschaft ehrte diesen Kämpfer dadurch, daß sie ihn in die Verwaltung des Lehrervereins berief, wo er mehrere Jahre tätig war. Der Vorsitzende des Vezirkslehrervereins Bamberg-Land ehrte in warmen Worten unter Niederlegung eines Kranzes das treue Mitglied des Bayerischen Lehrervereins. Auch der Krieger- und Kampfgenosfenveein, der mit umflorter Fahne erschien, und die freiwillige Sanitätskolonne ehrten ihren treuen Kameraden durch Kranzniederlegung. Namens der Kultusgemeinde Hirschaid sprach Herr Aufseeser mit tränenerstickter Stimme den Dank für viereinhalb Jahrzehnte aufopfernder Lebensarbeit aus und nahm Abschied von den „Röe neemon". Langsam nur verließ die Trauergemeinde den stillen Grabeshügel, der einen so kostbaren Schatz birgt, und von den ernsten Blicken konnte man die stumme Frage ablesen: Wer vermag die furchtbare Lücke zu schließen, die der Tod hier gerissen hat? Oberlehrer Rauh ist nicht mehr! Was sterblich an ihm war, ruht im dunklen Grabe. Sein Andenken wird aber bei allen, die ihn kannten, stets in Ehren gehalten werden. Secher zaddik lifrochoh! F r ä n k e l (Erlangen). JMo dellhaus duiltbLj 9 nti X. TPeinstraße Das vornehmste führende Spezialhaus für Damen Icleidung nach Maß Kleider * j\däntel * Hüte * Pelze OSKAR WÜRZBACH, MÜNCHEN C2 Salvatorstraße 11/1 / Telephon 93 0 62 Fabrikation sämtlicher Reiseartikel u. Lederwaren Ansbach. Die Friedhofsschändung in Ansbach kam dieser Tage vor dem Schöffengericht Ansbach zur Verhandlung. Das Ansbacher Lokalblatt schreibt darüber: L a u s b ü b e r e i. In der Zeit vom 20. bis 22. April 1927 wurden im hiesigen jüdischen Friedhose mehrere Grabsteine umgeworsen. Diese Heldentat begangen zu haben, rühmten sich zwei ehemalige Fachschüler bei ihren Schulkameraden. Zum heutigen Termin ist nur einer dieser „Helden" erschienen. Er hatte sich wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung zu verantworten. Er gibt zu, daß es möglich ist, bei seinen Kameraden gesagt zu haben, er habe die Tat begangen. Er leugnet jedoch heute, von den ihm zur Last gelegten Vergehen auch nur etwas zu wissen. Er sei nur einmal des nachts im Judenfriedhof gewesen, weil er noch keinen gesehen hatte. Trotz Ermahnung des Vorsitzenden, die Wahrheit zu sagen, blieb er bei der Aussage. Durch die Zeugen, ehemalige Schulkameraden, wurde festgestellt, daß sich die Angeklagten tatsächlich der Tat rühmten. Kurz vor der Tat hatte eine Hitleroersammlung stattgefunden. Der Amtsanwalt beantragte für den 18 Jahre alten Hans Stöcker, Mechaniker aus Uhlfeld, RM. 50.— Geldstrafe oder 10 Tage Gefängnis, für die Grabschändung 2 Monate Gefängnis. Er begründete den Antrag damit, daß derartige Vergehen so bestraft werden müßten, damit sie abschreckend wirken. Gegen den zweiten Angeklagten, Heinz Meißner, Volontär aus Bayreuth, beantragte er Haftbefehl. Das Urteil lautete für Hans Stöcker auf 30 und 70 RM. Geldstrafe oder 20 Tage Gefängnis. Hier ist ein völkischer Friedhofschänder wieder einmal gut weggekommen. Wallach München Empfiehlt aus eigener Druckerei und Weberei: Läufer, Teppiche, bedruckte und gewebte Stoffe für Innenausstattung und Kleidung, Tischdecken,Stickereien und ferner Möbel und Beleuchtungskörper. An der Hauptpost Viktoria-Motorräder 350 bis 600 ccm. Prospekte und Verkauf durch die Vertretung Josef Mayr» München Thalkirchner Str. 66/70_Tel. 551 36 und 575 93 vroitwERcK l SCHOKOLADE-PRALINEN Bi