Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 21 (1.11.1928)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 329 (sequence 1)
- Language
- German
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Kachrichtenblatt öer Israelitischen Kultusgemeinöen in München unö Augsburg unö ües Serbanöes Hagerischer Israelitischer Gemeinöen VltzserLsche Israelitische Gemeinöezettung Erscheint am 1. unö 15. jeöen Monats. — Verlag: S. Heller, München, Yerzog-Mar-Straste 4, Kernruf 93099/ Postscheckkonto München Nr. 5987. Schristleitung: De. Eugen Schmiöt, Rechtsanwalt ln München, llarlstraste 6. Vezugspreis für nicht eingewlesene Hezieher: Reichsmark 4.S0 für öas Jahr. Anzeigenpreis: Die 4 gespaltene Millimeter-Zeile 40 Reichspfennig Kamilienanzelgen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote if ReichSpsennlg l?L6 München, 1. November Ar. LI Inhalt: Die Sammlung jüdischer Kult- und Kunstgegenstände im Bayerischen Nationalmuseum — Eindrücke vom Weltjugendfriedenskongreß in Cerde — Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München — Aus dem Reiche —> Aus dem Verbände — Aus der Gemeinde München — Vereine — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen der Israelitischen Kultusgemeinde München: Bekanntmachung über Gottesdienst am öffentlichen Trauergedenktage — Bekanntmachungen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden: Bekanntmachung über Dienstbesreiung der Beamten, Angestellten und Arbeiter des Reiches an den hohen jüdischen Feiertagen — Personalia vie Sammlung jüdischer Kult- und Kunstgegenstände im vayerifchen Nationalmuseum Abb. 6 Psom-Büchse Von Georg Gidalewitsch (Die Photos sind vom Verfasser selbst ausgenommen und werden mit freundlicher Genehmigung des Direktors des Bayerischen Nationalmuseums, Herrn Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Halm, veröffentlicht.) Im allgemeinen forschte man früher wenig nach den Sitten und nach dem Leben der Juden, außer wenn es galt, Steuern zu erpressen, Verleumdung, Bedrückung und Verfolgung über sie zu bringen. Um Kult- und Kunftgegenftände der Juden, die nicht gerade einen besonderen Sachwert darftellten, bekümmerte man sich wenig und so kommt es, daß die Schätze, die in alten Synagogen vorhanden waren, heute meist von dort verschwunden sind. Nur noch selten finden wir etwas von den früher so zahlreich vorhanden gewesenen Gegenständen des öffentlichen und privaten Gottesdienstes, selten nur Gegenstände des häuslichen Gebrauchs, nur vereinzelt Andenken an alte jüdische Gemeinden. Und wir dürfen uns darüber nicht wundern, wenn wir weiterhin bedenken, daß die städtischen jüdischen Gemeinden, kaum daß sie einmal eines ruhigen Jahrzehntes sich erfreuten, gleich wieder unter Vertreibung, Raub und Mord schwer zu leiden hatten. Wo sollten sich da Kunstschätze ansammeln? Sie wurden geraubt, gingen verloren oder fielen der Vernichtung anheim. Die Juden selbst sammelten nur selten, denn für sie waren die Gegenstände nicht etwas Merkwürdiges, besonders Auffallendes, sondern gehörten zur Synagoge, zum Haus, und wurden dauernd benützt. Später sind die vielen großen und kleinen Kunstwerke aus den Bethäusern der Städte verschleppt worden, wunderten bei der Renovierung der Synagoge zum Gerümpel oder Abb. 7 Psom-Büchse aus Silber-Filigran Lgndesttsuertsg sm )j. flouember ms stelle Seksnntmschung Sette 340