Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 20 (15.10.1928)
- Article
- Aus der Arbeit des Central-Vereins
- Date
- 1928-10-15
- Page
- Seite 322 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2727810-2727850-2727870-2734112--03773-2734168- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
322 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung ■Dir. 20 ÜWslllUMlMWlI DAITÄRM1 HRMäCSElVOlKEBT HOFLIEFERANT München MÄXIMIUÄNSTR. 41 Die alte Spezialfirma für die gepflegte Qualitätszigarre deutschen Juden im Weltkriege, der vom Zeitpunkt der Sammlung ab bekanntlich noch zwei weitere Jahre fortwütete. Wenn also der Vorwurf eines Schwindels berechtigt ist, so liegt er auf seiten derer, die hier bewußt falsches Material der Öffentlichkeit vorlegön oder unbewußt auf den Schwindel hereinfallen wie z. B. der „Donaubote", dem wir eigene Kenntnis in der Materie keineswegs zutrauen. Was nun den Aufruf des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten anbetrifft, so sei erklärt, daß dieser Verband, der nur solche Personen zu Mitgliedern aufnimmt, die nachweislich mindestens sechs Monate in der Feuerlinie gestanden haben, in der richtigen Erkenntnis, daß eine vollständige Statistik so gut wie nie erreichbar ist, die Liste der jüdischen Gefallenen mit genauen und nachprüfbaren Angaben zu ergänzen bestrebt ist. Es steht keineswegs fest, daß die Zahl von 12 000 gefallenen Juden Deutschlands zutrifft. Aber dieser Zweifel gilt mehr dem Verdacht, daß diese Zahl zu niedrig als zu hoch gegriffen ist. Es ist jedem einigermaßen Gebildeten, der Sinn für Statistik besitzt oder der statistisch gearbeitet hat, bekannt, mit welchen ungeheueren Schwierigkeiten statistische Arbeiten zu rechnen haben. Es gibt keine Statistik, die völlig genau ist. Kleine Fehler lassen sich nicht ausmerzen, weil, wie im Falle des Aufrufes des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auch deutlich wird, die mit der Sammlung der Zahlen betrauten Stellen nicht alle gleichmäßig exakt arbeiten. Es ist das Bestreben des jüdischen Frontsoldatenbundes, diese Fehlerquelle nach Möglichkeit auszuschalten oder jedenfalls von möglichst geringem Einfluß werden zu lassen. Das eine aber kann wohl mit ruhigem Gewissen erklärt werden: Die von Haß und Vorurteil und Böswilligkeit strotzenden „statistischen Angaben" von völkischer Seite verdienen jedes andere als wissenschaftliche Prädikat. 5lus der Semeinde München Die Mhstube Ein viertes Jahr voll Arbeit liegt hinter uns, und wenn wir, wie alljährlich, einmal darüber berichten, so wollen wir damit nicht nur Rechenschaft abgegeben haben, sondern wir wollen damit auch weiterhin das Interesse jüdisch fühlender Damen und Herren der Gemeinde für unsere Sache wecken. Die Zahlen, welche wir nachstehend geben, sollen nicht unsere Leistungen künden, sondern sie sollen Leben gewinnen und zeigen, wieviel des Guten damit erreicht werden konnte, und um wieviel mehr Glück wir in das Haus der Not hätten bringen können, wenn wir noch mehr Hilfe gehabt hätten. Liebe Leserin! Besinne Dich einen Augenblick, ob Du uns im kommenden Jahr nicht auch helfen kannst, und wieviel Freude Du Dir selbst und den von uns Bedachten dadurch machen kannst, wenn Du einmal in der Woche mit uns arbeitest. Und Du, lieber Leser, öffne Deine immer mildtätige Hand, wenn unsere lieben fleißigen Sammlerinnen zu Dir kommen und spende, damit wir unserer Aufgabe, Notleidende jeden Standes mit selb st gefertigter, neuer Wäsche zu versehen, auch in diesem Jahr wieder gerecht werden können. Unsere vordringlichste Pflicht ist es aber, all denen zu danken, durch deren bisherige Hilfe wir all das leisten konnten. Es sind dies in erster Linie unsere nimmermüden Damen, die rastlos sorgen und schaffen, jede an ihrem Platz, für die Nähstube; dann unsere Gönner, die so reich gespendet haben, und vor allem die Gemeinde, die uns in bereitwilligster Weise den Saal in der Ritter schen Speiseanstalt und nach deren Umbau den Lessingsaal zur Verfügung gestellt hat. Ihnen allen unseren herzlichsten Dank! Wir nähen wieder seit 4. September d. I. jeden Dienstag in der Woche von 3—6 Uhr im Lessingfaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, und bitten Damen, welche Mitarbeiten wollen, sich zu melden bei Frau Lang, Blumenstraße 31 (Telephon Nr. 24992), oder , bei Frau Landauer, Gentzstraße 1 (Telephon Nr. 31861). Es wurden aus von uns selbst gesammelten und durch Geldspenden angeschafften neuen Stoffen hergestellt und an 50 Familien durch unsere Vertrauensdamen zur Verteilung gebracht: 115 Betttücher, 115 Bezüge, 230 Kiffen, 2 Kinderbettücher, 2 Kinderbettkissen, 18 Schürzen, 37 Damenhemden, 8 Damennachthemden, 4 Unterröcke. 43 Knabenhemden, 44 Kinderkleider, 27 Kinderschürzen, 17 Kinderleibchen, 18 Kinderhemdchen, 3 Kinderhosen, 111 Kinderwindeln, 11 Kindereinlagen, 7 Kinderlätzchen, 2 Damenhosen. 6 Untertaillen, 1 Sonnenstor. 4 Paar Vorhänge, 1 Tischtuch, 2 Dutzend Taschentücher, 1 Bluse, 3 Dutzend Topflappen. Außerdem haben wir fertiggestellt für die Ferienkolonie Krumbach und Bekleidungshilfe: 19 wollene Bettücher, 21 weiße Kiffen. 7 Knabenhosen, 16 Knabenhemden, 103 weiße Anzüge; für das jüdische Landheim Wolfratsbausen: 15 Knabenhosen, 8 Knabenjoppen, 25 Mädchenkleider, 50 Mädchenschürzen, 4 Spielanzüge, 3 Überzieher, 2 Tischdecken, 6 Deckchen. „Die Nähstube" Das Spezial-Wäschehaus der gepflegten Dame Damenwäsche weil} und farbig. Damenstrü mpf e Rosner Seidl MÜNCHEN DIENERSTRASSE 21