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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-10-02 · 19 (2.10.1928) · p. Seite 307

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
19 (2.10.1928)
Article
Vortrag Kurt Blumenfeld
Date
1928-10-02
Page
Seite 307 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 18 Bayerisch« Israelitische Gemeindezeitung 307 5lus der Gemeinde München Vortrag Kurt Vtumenfeld Die Zionistische Ortsgruppe München hatte für Donnerstag, den 21. September 1928, zu einem Vortrag von Kurt Blumenf e l d (Berlin) über „Jüdische Entwicklung und zionistische Aussichten" in den Saal des Kunstgewerbehauses eingeladen. Justin Lichtenauer eröffnet« die Versammlung im Namen der zionistischen Ortsgruppe München, begrüßte die Erschienenen und erteilte Kurt Blumenfeld das Wort. Blumenfeld stellte eingangs seiner Rede einen grundlegenden Unterschied zwischen dem Juden der Vorkriegs- und dem der Nachkriegszeit fest. Extreme zionistische Forderungen der Vorkriegszeit feien heute geistiges Gemeingut der deutschen Juden geworden. Eine weitere Erscheinung sei die Schaffung einer organisierten jüdischen Gesellschaft, die durch eine gewisse Isolierung die Spannung zwischen Juden und Andersgläubigen vermindere. Der Zionismus als Aushebung des individuellen Minderwertigkeitsgefühls sei ein überwundener Standpunkt; es komme darauf an, der jüdischen Gemeinschaft ihre Mängel aufzuzeigen. Während man sich gegen den Zionismus und die palästinische Kolonisation wende, unterstütze man die jüdische Kolonisation in Rußland, eine offenbar rein nationale Kolonisation, da doch alles Religiöse unterdrückt werde. Redner kam auch auf die jüdisch-liberale Welt-Konferenz zu sprechen und bemerkte, daß hier die Diskussion über die Beziehung zwischen Judentum und Judenheit ausgeschlossen gewesen sei. Er warnte vor der Gefahr der Banalisierung des Zionismus. Sehr amüsant wußte er einen gewissen leeren geistigen Snobbismus in jüdischen Dingen abzutun. Nirgends würden die zionistischen Grundprinzipien mehr aufrechterhalten, als gerade in Palästina. Uber verschiedene über die palchtinische Kolonisation entstandene Streitpunkte sei mit einer Einigung zu rechnen. Diese Streitpunkte seien von der Presse übertrieben aufgebauscht worden. Man müsse sich einen gewissen Realitätssinn angewöhnen. Es sei in den letzten Jahren außerordentlich viel geleistet worden. Notwendig sei eine Beschleunigung des Tempos. Über aller Qualitätsforderungen dürfe die Quantität in Palästina nicht vergessen werden; die Masse des jüdischen Volkes. Wichtig sei die Kooperation mit den nichtzionistischen Korporationen, eine Kooperation im Tun und nicht im Denken. Nicht auf die Begründung komme es an, sondern auf die Leistung. In der Kooperation liegt eine große Chance für den Zionismus. Die Kolonisation sei heute in erster Linie eine Geldfrage, die Menschen, die bereit seien, seien vorhanden. S. Die Mittelsiandshilfe des Jüdischen Frauenbundes hat ihren Lebensmittelverkauf wieder ausgenommen. Abgabezeiten und Verkausslokal sind unverändert: Montag von 3 bis 5 Uhr, Mittwoch von 10 bis 12 Uhr, Arcostraße 8/0. Der Münchener Rundfunk veranstaltet Montag, den 22. Oktober, abends 9,15 bis 10 Uhr eine Liederstunde mit Gesängen von Heinrich Schallt (nach Texten von Jehuda Halevi und Hch. Heine) unter Mitwirkung von Kammersänger Erik Wildhagen (Bariton) und des Komponisten (Klavier). Uücberschau Das vor kurzem erschienene Heft 3 der Zeitschrift „Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge" enthält einige überaus wichtige und interessante Aufsätze. Rechtsanwalt F o e r d e r (Breslau) gibt in seinem Aufsatz „Der Begriff der Deutschstämmigkeit" einen Beitrag zur Reform des Fremdenrechts in Deutschland. S. Adler-Rudel (Berlin) schreibt über die bisherige Regelung des Rechtes der ausländischen Arbeitnehmer in Deutschland, indem er die dringende Notwendigkeit ihrer Revision darlegt. Das Heft enthält ferner einen wichtigen Aufsatz des polnischen Ministers Sgkal über die Trennung der Auswandererfamilien (Agunoth), des weiteren einen Bericht von Dr. Kreutzberger (Berlin) über den Internationalen Kongreß für Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik in Paris. Außerdem bringt die Nummer eine sehr reichhaltige Rundschau, die über Wanderungsfragen, die Wiener Kreditkasse für Kleingewerbe und Kleinhandel, Berufsberatung, Fälle aus der Praxis usw. berichtet. Bayerische^®' Vereinsbank Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayerns rechts des Rheins vi 11§ Gold-pfandbrief pj | SB te.88. tuEE — ,'ä:l55:iK . l 35 ganji uni gtaun WM-m eoiiunati' Int,—! Individuelle Beratung in allen Vermögensangelegenheiten Vereine Klubkampf Bar-Kochba München — Nürnberg Nürnberg siegt mit 81:67 Punkten Am Sonntag, dem 9. September, führten der Bar-Kochba München und der Bar-Kochba Nürnberg einen leichtathletischen Klubkampf durch, der nach sehr wechselvollem Verlauf schließlich von Nürnberg mit 81 Punkten gegen 67 Punkten der Münchener gewonnen wurde. Ausschlaggebend für den Sieg der Nürnberger war ihre Überlegenheit in den Damenkonkurrenzen, was wiederum darauf zurückzuführen ist, daß München keine Damensportabteilung hat und einige Damen der Turnabteilung den Bar-Kochba München ohne jegliche Vorbereitung vertreten mußten. Bei den Senioren gefielen von den Münchenern Gidalewitsch, Kornhauser, Schneuer und Orljansky, bei den Nürnbergern Hoffmann, Kalter, Schmalz, Lehmann und Sachs am besten. Die 4X-100-Meter-Staffel gewann Nürnberg, da bei den Münchenern die letzte Übergabe nicht klappte. Dagegen konnten die Münchener die das Fest abschließende Schwedenstaffel gewinnen. Bei der Jugend waren Eifenmann (München) und Bachmann (Nürnberg) die besten. Im großen ganzen waren die Leistungen teilweise sehr gut, was die Ergebnisse beweisen und zwar: Senioren: 100 Meter: 1. Schmalz (Nürnberg) in 12,0 Sek. vor Harburger (Nürnberg) 12,2. — 800 Meter: 1. Gidalewitsch (München) in 2:15,9 Min. vor Lehmann (Nürnberg) 2:16,3. — 3000 Meter: 1. Hoffmann (Nürnberg) in 10:43,9 Min. vor Kandl (Nürnberg) 11:15,2. — 4X100-Meter-Staffel: 1. Nürnberg in 48,8 Sek. vor München (Brustweite zurück). — Schwedenstaffel: 1. München in 2:18,0 Min. vor Nürnberg 2:19,0. — Weitsprung: 1. Kalter (Nürnberg) mit 5,37 Meter vor Harburger (Nürnberg) 5,34. — Kugelstoßen: 1. Kornhauser (München) mit 10,28 Meter vor Schwabacher (München) 9,23. — Speerwurf: 1. Schneuer (München) mit 37,78 Meter vor Kornhauser (München) 37,73. Damen: 10 0 Meter: 1. Gutkind (Nürnberg) in 14,0 Sek. vor

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