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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-09-04 · 16 (4.9.1928) · p. Seite 261

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
16 (4.9.1928)
Article
Inhalt
Date
1928-09-04
Page
Seite 261 (sequence 1)
Language
German
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Rachrichtenblatt öer Israelitischen Kultusgemeinöen in München unö Augsburg unü öeS Aerbanöes Hagerischer Israelitischer Gemeinüen Bayerische Israelitische Gememöezeitung erscheint am r. unö ts. jeöen Monats. — Verlag: V. Heller, München, Herzog-Mar-Straste 4, Kernruf 93099/ Postscheckkonto München Nr. 5987. Schristleitung: Sr. Lugen Schmiöt, Rechtsanwalt ln München, Rarlstraste 6. Bezugspreis für nicht elngewiesene Bezieher: Reichsmark 4-So für üas ffahr. Anzeigenpreis: Sie 4 gespaltene Millimeter-Ieile 40 Reichspfennlg Kamiiienanzeigen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote 15 Reichspfennig f§>LS München, 4. September Ar. \6 Inhalt: An die deutschen Juden! —Konferenz des Weltverbandes für religiös-liberales Judentum zu Berlin — Protokoll der Verhandlungen der sechsten Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden in Bamberg am 17. und 18. Juni 1928 — Aus dem Verbände — Aus der Gemeinde München — Vereine — Bücherschau — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen der Israelitischen Kultusgemeinde München: Bekanntmachung über Glückwunschablösung 1928 — Bekanntmachung über den Filialgottesdienst an den hohen Feiertagen und Vermietung von Synagogenbetstühlen;— Personalia — Kalendarium An die deutschen Juden! Bald werden Rosch Haschonoh und Jom Hakippürim zum GotteShause rufen und zu stiller Feier in den jüdischen Häusern. Aber ihr Aufruf zur Besinnung, zur Einkehr und Umkehr findet in unserer Mitte nicht mehr überall Gehör. Mancher ist gleichgültig, mancher ist seinen Brüdern und dem Gott seiner Väter fremd geworden. Andere sind unter der Last der Arbeit erdrückt. Die Zeit scheint dahin zu sein, da die geschloffenen Geschäfte der jüdischen Kaufleute an Sabbaten und Festtagen, am Rosch Haschonoh und Jom Hakippürim ein stummes aber eindringliches Bekenntnis zu Gott und zum Judentum vor aller Welt ablegten. Aus dieser Unfähigkeit, unsere heiligen Tage zu feiern, sprechen Not und Druck der jüdischen Seele. Unsere Verantwortung, unsere Sorge bewegt unö deutsche Rabbiner zu einem ernsten Wort an die deutschen Juden. Genug des Leids, daß so vielen von uns der Sabbat, dieser Quellpunkt unseres Familienlebens, die Wurzel der edelsten Tugenden unserer Gemeinschaft, der Tag unserer Seele, das Wahrzeichen unseres Glaubens, verloren gegangen ist. Sollen nun auch die ehrfurchtgebietenden Tage dem Materialismus mehr und mehr zum Opfer fallen? Die „Tage der Umkehr" nahen. Möchte ein jeder den Willen und den Weg finden, die heiligen Tage ganz und ungeschmälert zu feiern. Möchte jeder jüdische Geschäftsinhaber seine Angestellten von jeder Arbeit an den hohen Tagen befreien. Möchten die Treuesten der Treuen, denen es ein tiefes Bedürfnis ihres Herzens ist, der religiösen Pflicht gemäß Sabbate und Feste zu feiern, weitherziges Verständnis bei allen in Bettacht kommenden jüdischen Persönlichkeiten finden. Euch aber bitten wir: Setzt alles daran, daß unsere Ruhe- und Festtage unserer jüdischen Gemeinschaft erhalten bleiben. Die Treue zum Judentum fordert Opfer. Aber ihr Lohn ist eine Ruhe des Gewissens, das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht, die Festigung und Erhöhung des Judentums. Im Geiste eng mit euch verbunden, wünschen wir euch den Segen der heiligen Tage. „Möge alle Sorge von euch weichen; die Freude an Gott bleibe die Quelle eurer Kraft!" Der Vorstand des Rabbinerverbandes in Deutschland

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