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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-08-01 · 14 (1.8.1928) · p. Seite 241

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
14 (1.8.1928)
Article
Sitzung von Vorstand und Gemeindevertretung vom 12. Juli 1928
Date
1928-08-01
Page
Seite 241 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 14 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 241 Löwen st ein bedauerte die Einstellung der liberalen Fraktion und beschränkte sich darauf, der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß der Landesverband dem Wunsche der Gesuchstellerin Rechnung tragen werde. In der nun folgenden Abstimmung wurde der Antrag der Israelitischen Religionsgesellschast Ohel Jakob mit zehn gegen sieben Stimmen abgelehnt. 2er Antrag des Krankenheims auf Gewährung eines Zuschusses von 10 000 RM. und eines Darlehens von 6000 RM. ist von diesem damit begründet worden, daß der Zuschuß zur Einrichtung von Schwesternwohnungen, für die schon seit Jahren das allergrößte Bedürfnis bestehe, verwendet werden solle. Es sei endlich gelungen, Räume in dem eigenen Anwesen, Hermann Schmidstraße 7, vom Wohnungsamt für diese Zwecke freigegeben zu erhalten. Das Fehlen einer Röntgeneinrichtung hübe sich schon vielfach als schwer empfundener Mangel herausgestellt. Hierfür werde nur ein Darlehen erbeten, da sich die Einrichtung selbst abzahle. Der Vorsitzende erklärte zu dem Gesuch, daß der Vorstand in seiner letzten Sitzung bereits dazu Stellung genommen und beschlossen habe, dem Anträge aus Gewährung des Zuschusses von 10 000 RM. stattzugeben, sofern in den Vorstand des Heims ein zweiter Vertreter der Gemeinde ausgenommen werde, der Gemeinde Einfluß auf die Vergebung der Bauarbeiten eingeräumt und die Kontrolle der Arbeiten zugestanden werde. Unter den gleichen Voraussetzungen soll das Darlehen von 6000 RM., rückzahlbar in sechs gleichmäßigen Jahresraten, für das Jahr 1929 in Aussicht gestellt werden. Die Gemeindevertretung trat diesem Beschlüsse bei. Nachdem noch die Gemeindevertretung die Stellungnahme des Vorstandes in der Frage der Anstellung eines Religionslehrers in geheimer Sitzung gebilligt und eine Anregung auf Bildung eines Jugendausschusses entgegengenommen hatte — Aufgabe des Ausschusses soll es sein, den Interessen der Jugend in einem ihrer Bedeutung entsprechenden Maße gerecht zu werden —, schloß der Vorsitzende die Sitzung. Er gab dabei seiner Freude Ausdruck, daß die heutigen Verhandlungen trotz aller sachlichen Gegensätze in vornehmer Weise geführt worden seien, und entließ die Mitglieder der gemeindlichen Körperschaften mit den besten Wünschen für die bevorstehenden Ferien. Eisenbahnunglück. Von hiesigen Gemeindemitgliedern waren beim Rettungswerk bei der Eisenbahnkatastrophe als Mitglieder der Sanitätskolonne München tätig: Geh. Hofrat Dr. Rosenberger, Dr. Reiß, Beirat Bruder als Leiter der gesamten Alarmierung, die Sanitätsleute Walter, Levi und Rosenberger. IZückerschau Verthold Rosenthal: Heimalgeschichte der badischen Inden. Bühl 1927. — Ä. Tänzer: Geschichte der Juden in Jebenhausen und Göppingen. Stuttgart 1927. Von den beiden Büchern betitelt sich das eine „Heimatgeschichte", das andere schlechtweg „Geschichte". Inhalt und Art der beiden Bücher wäre durch eine Auswechslung der Titel besser bezeichnet. Es ist unmöglich, eine „Heimatgeschichte" der badischen Juden zu schreiben, denn die „Heimatgeschichte" muß sich ihrem Wesen nach aus einen ganz engen Raum beschränken. Was der Verfasser mit diesem Titel sagen will, bekundet er deutlich in seinem Vorwort: „Näheres aus der Vergangenheit der Ahnen auf heimatlicher Scholle" aufzuzeigen. Das ist also kein wissenschaftliches Ziel, sondern ein didaktisches und das spürt man allenthalben, ganz besonders aber darin, daß die Hälfte des Buches von der Darstellung der Vergangenheit bis etwa 1800 (ungefähr sechs Jahrhunderte), die andere Hälfte allein von dem neunzehnten Jahrhundert eingenommen wird. Wissenschaftlich wäre das nicht zu vertreten. Bei alledem hat die Arbeit auch wissenschaftlich große Vorzüge. Sie beruht auf eigenem Quellenstudium und zeigt die Hingabe des Verfassers an seinen Stoff. Man muß gerade wegen dieser ernst- Bub oder Mädchen es ist gar kein Unterschied; alle lesen sie das „Zelt“ leidenschaftlich gern. Ihr Briefträger nimmt die Bestellung entgegen. haften Arbeitsweise bedauern, daß sich der Verfasser nicht aus ein wissenschaftliches Ziel beschränkt und dadurch eine Zwiespältigkeit in die schöne Arbeit hineingebracht hat, die ihren Wert etwas beeinträchtigt. Die Tänzeilche Arbeit ist eine ausgesprochene „Heimatgeschichte", obwohl sie sich nicht so nennt. Sie behandelt mit äußerster Ausführlichkeit auf fast sechshundert Seiten zwei jüdische Gemeinden, von denen eine seit sechzig Jahren besteht, die andere überhaupt nur sechzig Jahre bestanden hat. Die Vertiefung in die Einzelheiten geht so weit, daß auch die Nietzsche- und Goethevorträge, die der Verfasser selbst irgendwann einmal gehalten hat, genau registriert werden. Die, wie uns scheint, übersteigerte Ausführlichkeit hat aber Vorteile für die Familiengeschichte; wer irgendein Interesse an der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart in den beiden Orten nimmt, wird in diesem Buche etwas finden. Dr. R. S. Walter Rathenau. Sein Leben und Wirken. Von Etta Federn- Kohlhaas. Mit 20 Bildtafeln. Carl Reißner-Verlag. Dresden 1928. Die Bedeutung Walter Rathenaus wird noch zu wenig gewürdigt. Seine Ideen find weiten Kreisen unbekannt oder durch mißverstandene Schlagworte fixiert. Und doch tut uns sein unerhörter Optimismus mehr not wie je: Sein Ruf nach Frieden in einer vom Krieg zerstörten Welt, seine Bemühung um die Seele in einer seelenlosen Zeit, sein Glaube an die Zukunft des verelendeten Vaterlandes. Das neue Buch von Etta Federn-Kohlhaas bedeutet eine wichtige Ergänzung der bisherigen Rathenauliteratur. Es bringt manches neue Wissenswerte und Interessante aus Rathenaus Leben, unterstützt durch eine Reihe von gut reproduzierten Bildern; überraschend wirkt das Bild Rathenaus als Einjährig-Freiwilliger bei den Gardeküraffieren. Rathenaus geistiges wie auch fein wirtschaftliches und politisches Wirken zieht anschaulich an uns vorüber. S. Habima. Hebräisches Theater. 32 Bilder mit einer Einführung von Bernhard D i e b o l d. Verlag Heinrich Keller. Berlin-Wilmersdorf 1928. Die Eindrücke, die das Moskauer Hebräische Theater „Habima" bei seinem Gastspiel in München hinterlassen hat, sind noch in aller Erinnerung. Nun erscheint dieses Werk, das durch die hervorragenden künstlerischen Bilder der Hauptdarsteller und von Gruppenszenen diese Erinnerungen wieder zu lebendiger Wirklichkeit zurückrust. Diebold, der bekannte Mitarbeiter der Frankfurter Zeitung, hat dem Buche eine feine Einleitung mitgegeben. Das Wirkungsvollste bleiben die Bilder, sie sprechen für sich selbst und sind von einer unübertroffenen Ausdrucksfähigkeit, die nicht zuletzt darin begründet sein mag, daß das Moskauer Theater stärker, wie uns gewohnt, durch die Geste und die Maske wirkt. Ein starkes Erlebnis bedeutet dieses Buch für jeden, der die Habima spielen zu sehen, das Glück hatte. S. Ich biete älterem, israelitischem Fräulein oder Frau gewissenhaft, liebevoll und religiös, ein sorgenfreies Dasein neben guter Bezahlung bei Übernahme der Haushaltführung meiner betagten Eltern,. die in einem Dorfe, Nähe Nürnbergs, wohnen. (Verehrl. Kollegen bitte ich freundlichst auf das Inserat aufmerksam machen zu wollen.) — Angebote erbittet Jacob Gönninger, Lehrer in Zirndorf bei Nürnberg verwendet die lelegrsmm-Lrssh-jformulsre des Urselitischen Ifrsuen-Vereins München le.v.) non Md

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