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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-08-01 · 14 (1.8.1928) · p. Seite 240

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
14 (1.8.1928)
Article
Würzburg
Date
1928-08-01
Page
Seite 240 (sequence 2)
Language
German
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240 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 14 1L[ U 1H |T| P O L [DlHlBl E T R I p Cafd Luitpold — Palmengarten Tabarln Luitpold neue Leitung: Hans Keckeisen Erstklassige Küche u. Wirtschaftsführung jeder Art zu mäßigen Preisen . Täglich nachm, und abends Konzert, lull Ul 10 täglich Kunstlerprogramm mit Tanz Telephon 90 0 65, 92 7 99 denen herzlichen Dank aus, die an der Schaffung des Denksteins mitgeholfen haben und schloß mit dem Wunsche, daß der Geist opferwilliger Hingabe und edler Menschenliebe auch in dem kommenden Lehrergeschlechte entzündet werden möge. Seminaroberlehrer Stoll übernahm hierauf die Gedenktafel in die Obhut des Seminars, das es sich zur Ehre anrechne, daß dieses Ehrenmal in seinen Räumen angebracht wurde. Gerade die Lehrerbildungsanstalt werde ihren gefallenen ehemaligen Schülern ein dankbares und treues Andenken bewahren. Weitere Ansprachen hielten Kommerzienrat Rosenthal für die Kultusgemeinde Würzburg, und Rechtsanwalt Schloß für den Bund jüdischer Frontsoldaten. Die eindrucksvolle Feier wurde durch Gesänge des Synagogenchors unter Leitung des Hauptlehrers Hellmann (Würzburg) umrahmt. Die Solopartien des musikalischen Teils hatte in dankenswerter Weise Kantor Bamberger (Kitzingen) übernommen. Die erhebende Weihestunde wird allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben. Bamberg. Oberfränkischer Volksschuldienst. Der wegen Erreichung der Altersgrenze im einstweiligen Ruhestand lebende Hauptlehrer Abraham Rau in Hirschaid wird in den dauernden Ruhestand versetzt und demselben für seine Dienstleistung die Anerkennung der Regierung von Oberfranken ausgesprochen. Aus der Gemeinde München Sitzung von Vorstand und Gemeindevertretung vom 12. Iuli 1928. Auf der Tagesordnung standen folgende Punkte: 1. Antrag der Israelitischen Religionsgesellschaft Ohel Jakob auf Gewährung eines Darlehens von 35 000 RM. zur Erweiterung der Volksschule. 2. Antrag des Krankenheims auf Gewährung eines Zuschusses von 10 000 RM. zur Vornahme baulicher Veränderungen, und eines Darlehens von 6000 RM. zur Einrichtung einer Röntgenapparatur. 3. Einstweilige Stellungnahme zur Anstellung eines Religionslehrers. 4. Sonstiges. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende, Geh. I u st i z r a t D r. D i s p e k e r, des heute vor einem Jahre verstorbenen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Albert Landauer, wobei sich die Anwesenden von ihren Sitzen erhoben. Der Vorsitzende ging alsdann auf den 1. Punkt der Tagesordnung ein, Antrag der Israelitischen Religionsgesellschaft Ohel Jakob auf Gewährung eines Darlehens. Der Antrag der Israelitischen Religionsgesellschaft Ohel Jakob aus Gewährung eines Darlehens und seine Begründung sei den Mitgliedern der Gemeindevertretung aus der letzten Sitzung bekannt. Der Antrag sei in veränderter Form erneut eingebracht worden, da der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden das ihm nach der Ablehnung durch die Gemeinde zugeleitete Gesuch mit der Begründung zunächst noch nicht verbeschieden habe, daß die Sache Angelegenheit der Kultusgemeinde München sei und dieser gegenüber zunächst versucht werden müsse, die Angelegenheit zu ordnen. In Abänderung des früheren Antrages werde nunmehr verlangt, daß die Israelitische Kultusgemeinde München ein Darlehen von 35 000 RM., nicht wie bisher 25 000 RM., gewähre, und zwar gegen Verzinsung, während bisher ein unverzinsliches Darlehen gefordert wurde. Sollte die Gemeinde das Kapital nicht aus verfügbaren Mitteln selbst bereitstellen können, werde gebeten, daß die Gemeinde dem Verbände gegenüber die Bürgschaft für ein dort aufzunehmendes Kapital übernehme. Hypothekarische Sicherheit könnte entweder zugunsten der Gemeinde oder des Verbandes gestellt werden Justizrat Dr. Feuchtwanger sprach für die Antragstellerin. Es handle sich nicht um eine Weltanschauungsfrage. Die Idee der jüdischen Volksschule habe in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, so in Berlin, Beuchen, Bochum, Breslau, Cassel, Dortmund, Essen, Frankfurt a. M., Fürth, Fulda, Gelsenkirchen, Halberstadt, Hamburg, Hindenburg, Nürnberg, Würzburg und in anderen Gemeinden. Dort bestehe überall eine jüdische Volksschule. Er. gebe allerdings zu, daß das Zusammensein von jüdischen und christlichen Kindern in der allgemeinen Volksschule ein kleiner Gewinn für die staatsbürgerliche Erziehung sein könne. Das dürfe aber nicht ausschlaggebend sein. Es sei in erster Linie notwendig, daß unsere Kinder mit jüdischem Geiste erfüllt würden und dies sei nur in einer jüdischen Schule möglich. Justizrat D r. Adolf Strauß erklärte namens der liberalen Fraktion, daß diese sich nochmals mit dem Gesuch beschäftigt habe. Sie sei, wenn auch schweren Herzens, wiederum zu dem Entschluß gekommen, das Gesuch aus grundsätzlichen Erwägungen abzulehnen. Den Wünschen Ohel Jakobs sei stets in liberalster Weise Rechnung getragen worden. Die ablehnende Haltung in diesem Falle dürfe daher nicht als Unfreundlichkeit gedeutet werden. Rosenthalerergänzte die Ausführungen Justizrat Dr. Feuchtwangers, indem er auf die Entwicklung der jüdischen Volksschule in München hinwies. Nicht nur Mitglieder der Religionsgesellschaft Ohel Jakob, sondern weite Kreise der Hauptgemeinde machten von der jüdischen Volksschule Gebrauch. I u st i n L i ch t e n a u e r gab für die zionistische Fraktion die Erklärung ab, daß sie den Antrag der Religionsgesellschaft Ohel Jakob unterstütze und sich, falls er abgelehnt werden sollte, in Zukunft auch ihrerseits für die jüdische Volksschule hier einsetzen werde. Justizrat D r. Fränkel wies darauf hin. daß es sich bei dem Gesuch nicht um eine Prinzipienfrage handle, hier, wo nicht die Errichtung der Volksschule Gegenstand der Verhandlungen sei, sondern wo nur ein Darlehen für die bereits bestehende Volksschule gefordert werde. Die jüdische Volksschule sei elementarstes Bedürfnis: nur in ihr könne ausreichender jüdischer Religionsunterricht erteilt werden. Der Vorsitzende des Vorstandes, O b e r l a n d e s g e r i ch t s r a t Dr. Neumeyer, bemerkte zunächst, daß er fern von jedem Parteistandpunkt spreche, nur im Interesse der Gemeinde, deren Wohl ihm am Herzen liege. Die Frage der jüdischen Volksschule sei wohl heute noch nicht spruchreif: sie werde es aber vielleicht in nicht allzu langer Zeit sein. Grundlegende Anschauungen änderten sich heute viel rascher als in vergangenen Tagen. Die Münchener Gemeinde, wie überhaupt die bayerischen Gemeinden, seien stolz darauf, daß es für sie keine Majorisierung der Minderheit in reliaiösen Dingen gebe. Die Ablehnung des Gesuchs müßte einen Rückschlag bedeuten. Er möchte daher vom Standpunkt der Gemeindeleitung aus den Antrag unterstützen. Man dürfe die Angelegenheit nicht vom Weltanschauungsstandpunkt betrachten, es handle sich um eine rein praktische Frage. Es handle sich heute um die Frage, ob die bereits bestehende Schule, für die das Bedürfnis evident sei, durch, die Gemeinde gefördert werden solle. Es müßte von beiden Seiten guter Wille gezeigt werden. Eine Lösung ließe sich vielleicht in der Weise finden, daß der Antrag zunächst zurückgestellt und im Rahmen der nächsten Etatsberatung behandelt werde. Justizrat Dr. Heilbronner führte noch aus, daß er und seine Freunde an der allgemeinen Volksschule festhalten müßten. Sie könnten die Notwendigkeit für eine jüdische Volksschule in München nicht anerkennen. modern wie kein anderer AUTOHAUS-AUGSBURG Waetzoldt &. Aigner Ausstellung: Maximilianstraße A 35V Reparaturwerk: Ulmer Straße 34-38 Fernruf 41|32 und 4162 allen überlegen .

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