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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-08-01 · 14 (1.8.1928) · p. Seite 229

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
14 (1.8.1928)
Article
Inhalt
Date
1928-08-01
Page
Seite 229 (sequence 1)
Language
German
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Homerische ülachrichtenblatt öer Israelitischen Kultusgemeinöen in München unö Augsburg unö öeS Verbanöes Bayerischer Israelitischer Gemeinden Israelitische Gemeinüezeitung Erscheint am 1. unö 15. jeüen Monats. — Verlag: B. heller, München, Yerzog-Mar-Vtraße 4, Kernruf 93099, Postscheckkonto München Nr. 3987. Vchristleitung: Dr. Lugen vchmiät, Rechtsanwalt ln München, Karlstraße 6. Bezugspreis für nicht elngewiefene Bezieher: Reichsmark 4 So für öas Aahr. Anzeigenpreis: Sie 4 gespaltene Millimeter-Zeile 40 Reichspfennlg Kamilienanzeigen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote 14 Reichspfennig lpLS München, 1. August Rr. 14 2 n h-a l l: Protokoll der Verhandlungen der sechsten Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden in Vamberg (Fortsetzung) — Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden e. V. — Jungmädchenheim — Aus dem Verbände — Aus der Gemeinde München — Bücherschau — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden: Bekanntmachung über Zuschüsse an Beamte zu den Kosten einer Heilbehandlung — Personalia Protokoll der Verhandlungen der sechsten lagung des Verbandes baverischer israelitischer Gemeinden in vamberg am 17. und 18. Juni 1928 (Fortsetzung aus Sitzung am Sonntag, dem 17. Juni, nachmittags 4 Uhr. in den Luitpoldsälen Ober st land es gerichtsrat Dr. Silberschmi dt eröffnet die Sitzung und gibt zunächst ein Telegramm von Geh. Justizrat Pros. Dr. Frankenburger bekannt: „Der Tagung wünscht einen friedlichen und erfolgreichen Verlauf. Frankenburger." Es wird alsdann in die Tagesordnung eingetreten. Iahresrechnung 1927 und haushaltplan 1928. R o f e n z w e i g: Unser Präsident hat eigentlich schon das gesagt, was der Finanzreferent sagen mühte. Ich habe Ihnen dieses Jahr über einen sehr günstigen finanziellen Ablauf zu berichten, der voriges Jahr nicht erwartet werden konnte. Zur Zeit der Aufstellung unseres Haushaltplanes für 1927 hörte man aus den Kreisen der meisten Berufe sehr Ungünstiges über die Geschäftslage. Das hat uns zur größten Vorsicht bei der Ausstellung des Haushaltplanes und ganz besonders bei der Abschätzung der Umlageneingänge gezwungen. Wir mußten sie niedriger einstellen als im Jahre vorher. Glücklicherweise scheint es aber, daß jene Klagen sich nicht auf wirklich schlechte Ergebnisse gründeten, sondern darauf, daß die weitgesteckten Ziele vieler Kaufleute und Industrieller in Wirklichkeit nicht erreicht worden sind. Hervorheben aus der Jahresrechnung möchte ich, daß der Staatszuschuß, der für die Jahre 1926 und 1927 mit je 50 000 RM. für das rechtsrheinische Bayern eingesetzt war, im Jahre 1927 deshalb mit 75 000 RM. eingesetzt war, weil 1926 nur 25 000 RM. vom Staatszuschuß eingegangen sind. Ich möchte mich nun dem Haushaltplan 1928 zuwenden. Die Einnahmeseite schließt mit einem Betrage von RM. 574 041.70 ab unter der Voraussetzung, daß an Umlagen RM. 481 474.68 eingehen. Ich darf darauf Hinweisen, daß wir damit zum erstnmal im laufenden Jahr einen höheren Umlageneingang annehmen, als wir im vergangenen Jahr gehabt haben. Punkt 1 der Ausgaben: Zuschüsse zu den Gehältern und Sustentationen und Beiträge zum Versorgungsoerband bzw. Vorschußleistungen auf Ruhegehälter und Hinterbliebenenbezüge für Beamte (ausschließlich Rabbiner) ist mit 170 000 gegen etwa 145 000 RM. des Vorjahres eingesetzt. Die Erhöhung ergibt sich daraus, daß durch die Schwächung der Finanzlage auf dem Lande weitere Gemeinden als Zuschuhgemeinden hinzugekommen sind, dann auch aus der allgemeinen Erhöhung der Beamtengehälter auf Grund des neuen Besoldungsgesetzes. Punkt 2 der Ausgaben: 50 Prozent Zuschuß zu den Rabbiner- Nr. 12 der Zeitung) gehältern (für die bisherigen Nichtzuschußbezirke ab 1. April 1928) 85 000 gegenüber 29 000 RM. des Vorjahres. Diese erhebliche Mehrung rührt daher, daß wir zum erstenmal 50 Prozent der sämtlichen Rabbinergehälter übernehmen. Es muß eine gewisse Entlastung der Großgemeinden eintreten, die, wie bereits erwähnt, 87 Prozent der gesamten Umlageneingänge aufbringen. Die Mittel- und Großgemeinden hatten bisher nur Aufwendungen für den Verband zu machen, während den einzigen Vorteil die Kleingemeinden hatten. Es handelt sich bei den Zuschüssen zu den Rabbinergehältern in Groß- und Mittelgemeinden nur um einen Bruchteil der Ausgaben dieser Gemeinden, ein besonderes Geschenk ist hiermit den Groß- und Mittelgemeinden nicht zuteil geworden. Punkt 3: Rückstellung für Ruhestands- und Hinterbliebenenversorgung Nichtreichsdeutscher Beamten. Hierfür sind 10 000 RM. eingesetzt. Dieser Fonds bedarf noch viel stärkerer Zuweisung, da evtl, die gesamte Beamtenversorgung auf den Verband übernommen werden soll. Hierüber wird später noch zu beraten sein. 4. Bauzuschüsse 30 000 RM. Dieser Betrag ist fast unverändert. 5. Soziale und kulturelle Aufgaben einschließlich der Zuschüsse für Unterrichts-, Bildungs- und Wohlfahrtsanstalten unter Übernahme der bisherigen Leistungen der Gemeinden. Hier ist eine beträchtliche Steigerung von 150 000 auf über 200 000 RM. vorgenommen worden. Über Einzelheiten zu diesem Titel werden Herr Justizrat Dr. Straus und Herr Rabbiner Dr. Freudenthal noch berichten. Wie bereits erwähnt, sind auch hier gewisse Leistungen der Gemeinden aus den Verband übernommen worden. Besonders hervorzuheben ist, daß für die Lehrerbildungsanstalten erheblich höhere Zuschüsse vorgesehen sind, die aber trotzdem noch nicht ausreichen und immer noch die Inanspruchnahme privater Hilfe voraussetzen. Wir haben auch für andere Einrichtungen die Zuschüsse erhöht und es hat sich der Kreis der von uns berücksichtigten Institutionen erheblich vermehrt. Zu Ziffer 6 ist zu sagen, daß durch Wegfall eines Gehaltes der Posten von 32 000 auf 25 000 RM. ermäßigt wurde. Zu Ziffer 7: Gemeindezeitung. Hier ist eine Minderung von etwa 5600 auf 4000 RM. zu verzeichnen. Dieser Posten kann in Zukunft vielleicht nochmals eine Ermäßigung erfahren. Zu Ziffer 8: Tagung, Rats- und Ausschußsitzungen einschließlich Reichsverband. Diese Erhöhung von 6750 auf 11 000 RM. ist darauf zurückzuführen, daß der Reichsoerband nun gegründet werden soll, so daß auch hierfür Aufwendungen erforderlich werden.

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