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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-06-15 · 11 (15.6.1928) · p. Seite 186

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
11 (15.6.1928)
Article
Die Judenbuche [Rezension]
Date
1928-06-15
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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186 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. I I liegenden Fassung ergibt sie keinen rechten Sinn. Zum Schlüsse der Erzählung gibt Annette die deutsche Übersetzung der Schrift an dem Baume; sie heißt: „Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird e6 dir ergehen, wie du mir getan Haft." Gerade diese Übersetzung erweist, daß der hebräische Satz vollkommen verstümmelt wiedergegeben ist. Es ist aber auch leicht möglich, daß die Inschrift eine Erfindung der Droste ist und daß sie sich den deutschen Text von einem übersetzen ließ, der das Hebräische nur mangelhaft beherrschte. In der „Iudenbuche" ist von Juden nur wenig die Rede. In der Erzählung wird lediglich der Aaron, der später von Friedrich unter der Buche ermordet wird, flüchtig erwähnt. Erst nach dem Bekanntwerden des Mordes kommen mehrere Juden zum Vorschein. Da schildert nämlich die Dichterin den Eindruck, den die Nachricht vom Mord auf die Juden der Umgebung gemacht hat. Sie erzählt, daß die Juden der Umgebung durch den Mord ihres Glaubensgenossen aufs äußerste erbittert gewesen seien, daß sie weder Mühen noch Geld gespart hätten, dem Täter auf die Spur zu kommen. Sie erzählt ferner, wie dann, als alle Bemühungen zur Ergreifung des Mörders fehlschlugen, eine Anzahl der angesehensten Israeliten im Schloß erschien, um vom gnädigen Herrn die Buche zu kaufen. Es fällt auf, daß schon Annette von Droste-Hülshoff die feine Unterscheidung zwischen Juden und Israeliten macht. Der Handelsaaron und der Hausiererlevi und der Wucherjoel, das sind Juden; die Vorsteher aber, die angesehenen Häupter der Gemeinde, sind Israeliten. Früher einmal waren diese unterscheidenden Bezeichnungen sehr gebräuchlich; man unterschied Juden, die Juden, und Juden, die Israeliten sind. Am Ausgang des neunzehnten Jahrhunderts trat sogar noch eine dritte Gruppe hinzu: die der Mosaischen. Annette von Droste-Hülshoff bedient sich indes der Bezeichnung Israeliten, wie es scheint, nur als sprachlicher Nuance, um die Mitglieder der Deputation, die sich zum Gutsherrn wegen Ankaufs der Buche begab, gewissermaßen in eine höhere Rangklasse einzureihen. Kulturhistorisch scheint mir dies nicht ganz ohne Bedeutung. Vereine Jüdischer Jugendverein. Die „Freitagabende" des jüdischen Jugendoereins, die bisher unter erfreulicher Beteiligung allwöchentlich im C.-V.-Zimmer der Gemeinde, Herzog-Max-Straße, stattfanden, werden während der Sommermonate nicht inehr abgehalten. Auf den Wiederbeginn, wahrscheinlich Anfang September, werden wir noch Hinweisen. Jüdisches Lammerorchester, München. Am Mittwoch, dem 27. Juni 1928, pünktlich abends 8.30 Uhr, findet im Lessingfaal, Herzog-Rudolf-Straße I/O, ein Vortragsabend mit Werken von Schein (1609), Corelli (1700), Schubert, Schumann und Trunk (1925), statt. Leitung: Franz Kleinbauer. — Hauptprobe Sonntag, 24. Juni, abends 8.15 Uhr, im Lessingfaal. Regelmäßiges Erscheinen unserer Mitglieder zu den Proben (jeden Mittwoch, abends 8.15 Uhr im Lessingfaal) ist daher erforderlich. — Außerdem ersuchen wir die geschätzten anderen Vereine, bei Ansetzung von Veranstaltungen auf unseren Abend Rücksicht zu nehmen. — Anschrift: M. Goldberg, Kurfürstenplatz 4. Tagung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands Am 27. und 28. Mai fand in Dresden die aus allen Teilen des Reiches außerordentlich stark besuchte 7. Ordentliche Delegiertentagung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, statt. In der Eröffnungsfeier, in der Rabbiner Dr. Wolf (Dresden) Worte der Weihe sprach, begrüßten u. a. Rechtsanwalt Salinger (Dresden) und Rabbiner Dr. Leo Baeck (Berlin) in herzlichster Form die etwa 700 Delegierten und Gäste. Die Referate von Rabbiner Dr. Wiener (Berlin), Herbert Felsenthal (Düsseldorf) und Dr. Julius Herzfeld (Essen) standen unter dem Motto „Unser Weg in die Wirklichkeit". Den außerordentlich anregenden Referaten folgte eine vielstündige Generaldebatte, in der neben der Bundesarbeit und der Junggruppenarbeit die Stellung zu Judengesetz und Gemeindefragen im Vordergrund stand. Zu den letzteren Fragen nahm die Tagung eine dem Preußischen Landesverband zuzuleitende ausführliche Resolution an. In der geschlossenen Delegiertentagung gab sich der Verband eine neue Satzung und bewilligte den vorgelegten Etat. An Stelle des aus beruflichen Gründen zurücktretenden ersten Vorsitzenden Dr. Klein (Düsseldorf) wurde Dr. Hugo Hahn (Essen) durch Zuruf der Versammlung gewählt. Unter jubelndem Beifall der Versammlung überreichte der neue erste Vorsitzende dem in der Verbandsleitung verbleibenden Dr. Klein als äußeres Zeichen des Dankes des Verbandes für seine außerordentliche Leistung eine künstlerisch ausgesührie Plakette. Den Schluß und Höhepunkt der Tagung bildete das Referat Dr. Hahns über „Jüdische Jugend im Weltjugendbund". Der Sprechchor des Düsseldorfer Jugendoereins, der auch bereits in der Eröffnungsfeier mitgewirkt hatte, brachte mit „Stimmen der Jugend" von Karl Bröger einen weihevollen Abschluß. Ein ausführlicher Bericht über diese bedeutsame Jugendtagung folgt noch. AMTLICHER ANZEIGER Mr. ll Beilage öer Baverifdjen Israelitischen vemeinvezeltung 15. Juni 1928 Bekanntmachungen des Verbandes Bayer. Israel. Bemeinden Bekanntmachung über Ersatzwahl An Stelle des verstorbenen Herrn Oberlehrers Simon Dingselber (München) wurde der Ersatzmann Herr Hauptlehrer Moritz Rosenfeld (München) als Michlied des Rates berufen. Herr Hauptlehrer Rosenfeld hat die auf ihn gefallene Wahl angenommen. München, 6. Juni 1928. Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden Dr. Neumeyer. Simson-Supra Hag-Gastell Dixi 8/40 und 12/60 PS 6/30 PS 3/15 PS Die deutschen Qualitätswagen / Prospekte und Verkauf durch die Vertretung JOSEF MAYR, MÜNCHEN Thalkirchner Straße 66/70 Telephon 55136 und 575 93

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