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Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern · 1928-06-15 · 6 (15.6.1928) · p. Seite 13

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Journal
Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1928
Issue
6 (15.6.1928)
Article
An Dingfelders Grab
Date
1928-06-15
Page
Seite 13 (sequence 2)
Language
German
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Nr.-6 Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern 13 Doch Bayerns Lehrer brüderlich im Bunde, Sie schmerzet ungleich tiefer noch die Wunde: Der Führer ging, der treubesorgte Vater, Der liebe Freund, der treffliche Berater. Wo Unbill kränkte, Leiden, Sorgen nagten, Wo Waisen weinten, Witwen einsam klagten, Dort war dein Feld, dort wuchs dein höchstes Streben, So ganz im Dienste anderer zu leben. Was uns im Amte schwer, als Mensch bewegte, Was die Verantwortung dir auf die Schultern legte, Du trugst es gern, du trugst es ohne Klage, Du trugst es bis zum letzten Lebenstage. Nicht dürfen wir den treuen Blick mehr tauschen. Nicht deiner Worte mildem Klange lauschen. In frohgestimmter Tagung nicht uns scharen Um unfern Führer wie seit langen Jahren. Die Wackren alle, die vordem berufen Zum zähen Bauen an den ersten Stufen, Sie konnten dir getrost die Fahne reichen, Sie führte zu Erfolgen ohnegleichen. Wir wollen dir das hehrste Denkmal weihen. Ein Treuschwur ist's, der geht durch unsre Reihen: Wir werden stets in deinem Geiste walten. In deinem Sinne wirken und gestalten! Süß klingt des Hohenlieds erhabener Gedanke: Die Liebe sprengt des Todes dunkle Schranke. So ruhe aus nach tatenreichem Leben; Dein edles Bild wird ewig uns umschweben! A. Mannheimer (Dettelbach) SchuigeMchlliche ttutzelchnungen über die israelitische Volksschule in vultenwiesen von Haupllehrer 2tt. Sonn (Schluß) Allein das mit so viel Liebe und Eifer durch Dr. Binswanger begonnene Werk fand innerhalb der Gemeinde nicht die wünschenswerte Unterstützung und Förderung. Darauf weist ein am 18. August 1858 von Dr. Binswanger an die israelitische Kultusverwaltung gerichteter Brief hin. In diesem wünscht Dr. Binswanger die tatkräftige Unterstützung der Kultusverwaltung zur Erhaltung und Erweiterung der Schulbibliothek und macht drei Vorschläge, wie die hiezu notwendigen Mittel beschafft werden könnten. Er schließt mit den Worten: „Wenn aber keiner der vorgeschlagenen Punkte eingegangen wird, so steht ein baldiger Verfall der Schulbibliothek in naher Aussicht. Und ehe dann alles zugrunde geht, werde ich dann das, was aus meinen Mitteln in dieselbe gekommen ist, wiederum zurückziehen: mit dem übrigen jedoch können Sie tun, was Sie wollen." Dieser Appell hatte aber keinen Erfolg. Am 5. Oktober 1858 schreibt Dr. Binswanger, indem er feine Drohung ausführt, folgendes: „Da von Seite der Kultusverwaltung resp. der Kultusvorstände keine meiner Bedingungen eingegangen wurde, wodurch die Schulbibliothek gesichert worden wäre, so hat der Unterzeichnete mit Fug und Recht das, was er bedingungsweise gestiftet, wieder an sich gezogen." Trotz dieser mit gewisser Berechtigung erfolgten „grollenden" Zurückziehung des Stifters und Gründers der Schulbibliothek besteht diese noch heute und weist die stattliche Zahl von 204 Bänden auf. Besonders verdient machte sich um die Erhaltung der Schulbücherei Lehrer Bernheim, der am 25. Dezember 1906 anläßlich der Renovierung des israelitischen Schulhauses durch einen eindringlichen Aufruf zur Ergänzung und Vervollkommnung der Schulbibliothek aufforderte und so eine gewisse Erneuerung derselben veranlagte. VII. Eine Privakschule In die Amtszeit des Lehrers Heilbronner fällt auch die Gründung einer besonderen Privatschule, welche von mehreren israelitischen Familien im Hause des Isack Stern errichtet wurde. Als Lehrer wirkte an derselben A. Krottoschiner aus Ostpreußen. Er erteilte in höheren Fächern und in fremden Sprachen Unterricht, an dem aber nur neun Kinder Anteil nahmen. Schon nach zweijährigem Bestände, von 1870 bis 1872, löste sich diese Privatschule wieder auf. VIII. Ehrung des Lehrers Heilbronner Nach mehr als 40jähriger Wirksamkeit wurde am 10. August 1884 dem um Schule und Gemeinde hochverdienten und pslichtbewährten Manne als Anerkennung seiner langjährigen Dienstzeit das Ehrenbürgerrecht verliehen.. In feierlicher Weife überreichte man ihm die Urkunde nebst einer goldenen Uhr; die gleiche Ehrung wurde dem damaligen christlichen Lehrer Saumweber erwiesen. Daran schloß sich eine frohe Festlichkeit der Gesamteinwohnerschaft des Ortes. Im Jahre 1889 trat Lehrer Heilbronner in den wohlverdienten Ruhestand. 60. Geburtstag Unser langjähriges, treubewährtes Vereinsmitglied, Herr Obsrkantor und Lehrer Willy Steinem in Landau (Pfalz), feierte am 18. Mai seinen 6 0. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wurden ihm seitens seiner dankbaren Gemeinde und anderer Korporationen wohlverdiente Ehrungen zuteil. Ist er doch nicht nur ein tüchtiger Schulmann, sondern, mit prächtigem Bariton ausgestattet, auch ein anerkannter Künstler auf dem Gebiere des fynagogalen Gesanges. Steinems Wiege stand in Merchingen (Baden). Früh verwaist, wurde er im Hause des Lehrers Oppenheimer in Arnstein (Unterfranken) erzogen, besuchte dortselbst die Präparandenschule, sodann das staatliche ^-chullehrerseminar in Würzburg. Nachdem er einige Jahre in K i r n a. N. und Wiesbaden amtierte, wurde er an die Kultusgemeinde Landau berufen, woselbst er nun über 3 Jahrzehnte segensreich wirkt. Weit über den Kreis seiner Amtstätigkeit hinaus ist er in allen Schichten der Bevölkerung als charaktervoller Mann geachtet und geehrt, ob seines sonnigen Gemüts und unverwüstlichen Humors, besonders von seinen Kollegen geschätzt und geliebt. A. St.-U. Vereinsmitteilung Im Einverständnis mit dem 2. Vorsitzenden werden die laufenden Geschäfte bis zur diesjährigen Mitgliederversammlung von dem Schriftführer geführt. Zuschriften in Vereinsangelegenheiten wollen deshalb unmittelbar an denselben (Adresse: Buttermelcherstraße 4/III) gerichtet werden. Mitgliederversammlung Die diesjährige Mitgliederversammlung findet am 15. und 16. Juli in W ü r z b u r g statt. Mit der Versammlung wird die Einweihung des Ehrenmals für unsere gefallenen Amtsbrüder verbunden. Die Tagesordnung der Hauptversammlung sieht an erster Stelle eine Gedächtnisfeier für den uns so jäh entrissenen 1. Vorsitzenden vor. Die weiteren Punkte betreffen u. a. Wahlen und Referats über die Frage der Lehrerbildung. Die genaue Tagesordnung wird in der nächsten Nummer, die diesmal schon am 1. Juli erscheint, bekanntgegeben. Es wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß satzungsgemäß Anträge zur Mitgliederversammlung spätestens 14 Tage vorher schriftlich eingereicht werden müssen. Anmerkung der Schriftleitung. Infolge Raummangels konnte eine beabsichtigte Zusammenstellung der von Dingfelder s. A. geleisteten Arbeiten im Vereine nicht mehr untergebracht werden. Sie wird in der nächsten Nummer erscheinen. Für. den Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: M, Rosenfeld, München.

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