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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-06-15 · 11 (15.6.1928) · p. Seite 161

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
11 (15.6.1928)
Article
Inhalt
Date
1928-06-15
Page
Seite 161 (sequence 1)
Language
German
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Nachrichtenblatt öer Israelitischen KultuSgemeinöen in München uns Augsburg unö ües Verbanöes Hagerischer Israelitischer Gemeinöen Vagertsche Israelitische Gemeinöezeitung erscheint am I. unö if. seöen Monats. — Verlag: S. Heller, München, Yerzog-Mar-Straße 4, Kernruf 93099/ Postscheckkonto München Nr. 3987. Schristleitung: Vr. Lugen Schmidt, Rechtsanwalt in München, Karlstraße 6. Sezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: Reichsmark 4>— für öas Zahr. Anzeigenpreis: Sie 4 gespaltene Millimeter-Zeile 40 Reichspfennig Kamilienanzeigen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote if Reichspfennig 1?£8 München/15. Juni Bt.fi Inhalt: Der diesjährigen Verbandstagung zum Willkommensgruß! — Parlamente des Judentums — Von Bambergs Natur- und Kunstdenkmälern — Der Reichsverband der deutschen Juden — Entwurf einer Verfassung des.Reichsverbandes der deutschen Juden —■ Beerdigung Simon Dingfelders — Rheinlandtag.ung des Central- Vereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens — Aufruf! — Hauptversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums — Aus dem Verbände — Lehrerzeitung — Aus der Gemeinde München — Vücherschau — Vereine — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden über Ersatzwahl — Personal!«. ver diesjährigen Verbandstagung zum Willkommensgrub! Ein kurzer Gang durch die Vergangenheit der israelitischen Kultuögemeinde Bamberg Von Dr. A. E ck ft e i n Der 17. Juni dieses Jahres wird für die israelitische Kultusgemeinde Bamberg ein Tag von gemeindegeschichtlicher Bedeutung sein, eine Veranlassung gehobener Stimmung, eine Gelegenheit, um wechselvolle Bilder auö längst verklungenen Zeiten in die Erinnerung zurückzurufen. Aus allen Gauen des Bayernlandes werden an diesem Tage die abgesandten Vertreter und Wortführer der israelitischen Gemeinden und ihrer religiösen Richtungen, die berufenen Männer des Rates und der Tat, sich in der fränkischen Siebenhügelstadt versammeln, nicht wie durchreisende Fremde, um die mittelalterlichen Baudenkmäler derselben im Aufstieg zur Altstadt zu besichtigen, nicht um von der sie überragenden Altenburg einen Fernblick hinaus in die Ebene des Maintals und hinauf zu den bläulichen Iurahöhen zu genießen, sondern als Teilnehmer der diesjährigen Verbandstagung, um in ernster Zusammenarbeit lebenswichtige Fragen der bayerischen jüdischen Religionsgemeinschaft zu beraten. Die Glaubenögenreinde der Tagungsstadt ruft ihren Gästen zum Gruße entgegen: Gesegnet seien die Kommenden, gegrüßt im Namen des Allgeiftes, der Israel als Bannerträger und Vorkämpfer der monotheistischen Weltanschauung und Lebensauffassung in seinen Dienst berufen hat! Mögen sie Boten und Künder einer besseren und schöneren Zeit sein, einer allmählich nahenden Blütezeit des Geistes, der auf uraltem Boden neusprossendes und fruchtverheißendes Leben erwachen läßt! Mögen ihre Beratungen der bayerischen israelitischen Gesamtheit zum Segen gereichen! Wir laden an dieser Stelle die Tagungsteilnehmer zu einem kurzen Gange durch die geschichtliche Vergangenheit der Gastgebergemeinde ein. I. Alter der Gemeinde Bamberg Unter ihren fränkischen Schwestern ist sie wohl die älteste, nicht viel jünger als ihre ehedem fürstliche Herrin, das Bistum Bamberg, eine Stiftung des Kaisers Heinrich II. vom Jahre 1007. Ihren Geburtstag können wir freilich nicht angeben. Anzunehmen aber ist, daß die geographische Lage der nach der Bistumsgründung aufblühenden Stadt, gelegen an der nahe vorbeiführenden karolingischen Handelsstraße und im Herzen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, auch Söhne des alten Wandervolkes zur Niederlassung unter dem Schutze des Krummftabes angezogen hat. Wenn wir einer aus späterer Zeit stammenden Legende glauben dürfen, so hat es bereits um das Jahr 1033 eine jüdische Siedelung in Bamberg gegeben. Durch Zeugnis der Geschichte verbürgt erscheint jedenfalls die Tatsache, daß Juden daselbst von den mainaufwärts ziehenden Kreuzzüglern im Jahre 1096 zwangsgetauft wurden. Sie durften aber, nachdem der Sturm vorüber, wahrscheinlich mit Duldung des Bischofs, zu ihrem Glauben zurückkehren. Literarisch wird die Gemeinde als solche, mit Betonung ihrer vielen gelehrten und wohlhabenden Männer, erstmalig — neben Regensburg — aus der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts von Benjamin von Tudela in seinem Reisebericht (Masseoth Benjamin) genannt. Aus alledem ergibt sich, daß um das Jahr 1200 die Iudengemeinde von Altbaba eine der bedeutendsten und angesehensten in Süddeutschland gewesen ist. 2. Aus ihrer Leidensgeschichte während der Mittelzeit Wenn ein nichtjüdischer Gelehrter (Professor Schleiden) bei der Betrachtung jüdischen Bekenner- und Opfermutes in der

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