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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-06-01 · 10 (1.6.1928) · p. Seite 155

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
10 (1.6.1928)
Article
Simon Dingfelder
Date
1928-06-01
Page
Seite 155 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 155 Bus der Semeinde München Simon Dingfelder Am 29. Mai 1928 verschied plötzlich Oberlehrer Simon Dingfelder, Vorsitzender des Israelitischen Lehrervereins in Bayern, Mitglied des Rats im Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Die Beerdigung fand am Donnerstag, dem 31. Mai, nachmittags 5 Uhr im alten israelitischen Friedhof an der Thalkirchner Straße statt. Wir werden des allseits beliebten und angesehenen Pädagogen in der nächsten Nummer der Zeitung gedenken. Protokoll der Generalversammlung des Israelitischen Schweskecnheims am 28. März 1928, abends 8 Uhr 25. Tagesordnung: 1. Jahres- und Kassenbericht. 2. Entlastung der Vorstandschaft. 3. Neufassung des Pensionsstatuts für die Schwestern. Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung und konstatiert, daß zu der Versammlung ordnungsgemäß in der „Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. März 1928 eingeladen wurde. Die vorgeschriebene Präsenzziffer für die Sitzung ist erreicht, was der Vorsitzende feststellt. Er gibt dem Kassier, Herrn Lipcowitz, das Wort zu seinem Bericht über den Pensionssonds. Der Vermögensstand des Pensionsfonds beträgt nach Ausstellung von Baer & Auerbach und der Bayerischen Staatsbank etwa RM. 75 000.— nach dem heutigen Stand. Zu Revisoren werden ernannt: Herr Heinrich F r ä n k e l und Herr Dr. Feuchtwange r. Dieselben konstatieren die Richtigkeit der Angaben des Kassiers und beantragen Entlastung desselben. Dieselbe wird erteilt. Der Vorsitzende gibt den Bericht über den Personenstand des L>chwesternheims und den Tätigkeitsbericht. Dann wird das neue Pensionsstatut beraten, welches der Vorsitzende der Versammlung vorlegt. Dasselbe wird einstimmig genehmigt und soll von den Schwestern durch ihre Unterschrift anerkannt werden. Herr Baer dankt der Vorstandschaft und besonders Herrn Silber für feine aufopferungsvolle Tätigkeit und gibt seiner Überzeugung Ausdruck, daß sich in der kommenden Zeit die finanzielle Lage immer besser gestalten wird und gibt auch seiner Freude Ausdruck über die so wesentlich besser gestalteten Pensionsverhältnisse der Schwestern. Trotzdem sei, in der Erwägung, daß voraussichtlich in nicht zu. langer Zeit Pensionssälle bei den Schwestern eintreten werden, dem Pensionsfonds nach wie vor die vollste Aufmerksamkeit zu schenken und darauf Bedacht zu nehmen, daß derselbe unbedingt weiter erheblich gestärkt werden müßte. Er schlägt dann vor, daß wir auf Rückerstattung der Kapitalertragssteuer einkommen sollten. Die Versammlung wird dieser dankenswerten Anregung nachgehen. Dr. Baron, Schriftführer. vückerschau Führer durch die jüdische wohlfahrkspflege Bei der Herausgabe des „Führers durch die jüdische Wohlfahrtspflege" (Verlag Dr. Fritz Scherbel) war die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden bestrebt, nicht nur den engeren Fachkreisen einen Führer zum praktischen Gebrauch in die Hand zu geben, sondern darüber hinaus weitesten jüdischen Kreisen sowie auch den behördlichen und interkonfessionellen Stellen zum erstenmal ein geschlossenes Bild über das jüdische Wohlfahrtswesen in Deutschland zu vermitteln. Das Buch besteht aus 5 Hauptteilen: Teil I: Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Landes-, ' Provinzial- und örtliche Stellen der jüdischen Wohlfahrtspflege. Teil II: Organisationen und Einrichtungen der offenen jüdischen Wohlfahrtspflege. Teil III: Anstalten und Einrichtungen der halboffenen Fürsorge. TeilIV: Jugendbewegung und Jugendpflege. ..... Teil V: Reichsorganisationen und überterritoriale Organisationen der jüdischen Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik. Teil I bringt Angaben über den Aufbau der Zentralwohlfahrtsstelle und der ihr angeschlossenen Landes-, Provinzial- und örtlichen Stellen der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland. Im Teil II sind alle Gemeinden mit über 100 Mischen Seelen aufgeführt, und es wird sowohl über die von der Gemeinde selbst ausgeübte Wohlfahrtspflege als auch über die Wohlfahrtsorganifationen und Vereine eingehende Auskunft gegeben. Bei den Gemeinden sind Angaben über Namen und Adressen des Vorstandes, Zahl der Einwohner, der Juden und der jüdischen Zensiten, desgleichen auch Gemeinde- und Wohlfahrtsetat. Bei den Vereinen sind Zweck und Arbeitsgebiet eingehend angegeben, ebenso Mitgliederzahl und Zahl der Unterstützungsfälle. Teil III erscheint wegen besserer Übersicht in tabellarischer Form und bringt Angaben über Plätze, Personal und die wesentlichsten Aufnahmebedingungen unserer 250 Anstalten. Teil IV bringt eine Zusammenstellung des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände und der ihm angeschlossenen Reichsjugendverbände. Teil V gibt einen Überblick über die. Reichsorganifationen und für die deutsche Arbeit bedeutsamsten überterritoriale Organisationen, die die jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik als Hauptarbeit besitzen, sowie auch solche, die neben anderen Aufgaben die Wohlfahrtspflege betreiben. Das Material für die Angaben des „Führers" ist auf Grund eingehender Erhebungen durch Fragebogen gewonnen worden. Trotz der knappen Form sind die Angaben so eingehend, daß der Führer sich nicht nur für praktische Wohlfahrtsarbeit eignet, sondern auch Material für wissenschaftliche und statistische Arbeiten bietet. Vereine Schubert-Feier (Zum Konzert des Jüdischen Gesangvereins anläßlich des hundertsten Todestages Franz Schuberts, gest. November 1828.) Scheint es im ersten Moment nicht ein Widerspruch zu sein? Ein jüdischer Gesangverein rüstet sich zu einer Schubertfeier! Aber, wie so manches sich bei näherer Betrachtung nur als scheinbar widerspruchsvoll erweist, so erscheint auch das Beginnen des Jüdischen Gesangvereins als durchaus gerechtfertigt, ja es wäre sogar als Unterlassungssünde anzusprechen, wenn man das hundertste Todesjahr Schuberts ohne ein Gedenken an den großen Meister vorübergehen lassen würde. Lassen sich doch manche Verbindungen Schuberts zum Judentum leicht Nachweisen, die auch in dem Konzert am Mittwoch, dem 6. Juni, besonders berücksichtigt wurden. Das Programm verzeichnet an erster Stelle in der Übersetzung von Moses Mendelssohn den 92. Psalm, den Schubert für die Wiener Synagoge auf Veranlassung des Oberkantors Sulzer komponierte. Es folgen neben anderem ein „Heilig" (Kodosch) und das in diesem Jahr von vielen großen Chorvereinigungen gesungene Chorwerk „Myriams Sieges- Die neuzeiillche Hauslraiien-WMerei HefiSlrafle 58 v.Franz Schräg,Tcl.597127 QDAL1TATS WASCHE bei billigster Berechnung Einzelbehandlung! Bestes Waschmaterial! Besichtigung des Betriebes gerne gestattet

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