Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 10 (1.6.1928)
- Article
- Nathanbüste [Illustration]
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 152 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- illustration document
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2727810-2727850-2727860-2733342--03276-2733400- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
152 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 KM' Nathanbüste des Münchner Bildhauers Arnold Zadikoo, über deren Einweihung in Berlin wir in Nr. 8 berichteten. Synagogenkcnzert. In einem Synagogenkonzert in Frankfurt a. M. kamen unter der vorzüglichen musikalischen Leitung von Herrn Studienrat Frank Rotschild neben Werken von de Rossi, Lewandowsky, Mendelssohn-Bartholdy, Kirschner, Frescobaldi und Reger auch zwei moderne Werke zur Aufführung: Kompositionen von Ernest Bloch und Heinrich Schalit, München. Schalits Hymnus für fünfstimmigen Chor, Orgel, Violine und Harfe packt durch Kraft der Empfindung und Erfindung und zeugt von großer Könnerschaft. Trotz modernsten Stilwillens hat sich der Komponist nicht in der Atonalität verloren. Das Werk hatte einen großen Erfolg. Fürsorge für schwer erziehbare Kinder Am 11. März d. I. tagte zu Marburg a. d. L. unter dem Vorsitz des dortigen Prooinzialrabbiners Dr. Cohn das vorbereitende Komitee für die Gründung eines israelitischen Erziehungsheimes für schwer erziehbare Kinder. Zu der Sitzung waren außer dem Vorstande und einigen Kuratoren des bisherigen Israelitischen Schüler- und Lehrlingsheimes zu Marburg a. d. L. Vertreter von Landesverbänden der israelitischen Gemeinden, des Hessischen Logenverbandes und der Zentralwohlfahrtsstelle der deuftchen Juden erschienen. Der Vorsitzende verlas die eingegangenen Begrüßungsschreiben und konnte feststellen, daß die Landesverbände der Synagogengemeinden sämtlicher deutschen Länder sowie die Wohlfahrtsverbände die beabsichtigte Neugründung erfreut begrüßen und sich mit namhaften Beträgen an den Kosten beteiligen wollen. Das Kuratorium des Israelitischen Schüler- und Lehrlingsheimes, das einst von den Herren Provinzialrabbiner Dr. Leo Munk s. A. rind Geheimrat Professor Dr. Hermann C o h e n s. A. sowie Bankier Hermann E i ch e l b e r g begründet worden ist, will sein Haus, das infolge der inzwischen erfolgten Gründung von höheren Schulen an vielen kleinen Plätzen für seinen ursprünglichen Zweck nicht mehr gebraucht wird, für das neue Erziehungsheim zur Verfügung stellen. Der Vorsitzende dankte allen denen, die sich schon vor dem genannten Tage um die Sache bemüht hatten und unter ihnen ganz besonders Herrn Rabbiner Dr. H o r o v i tz in Frankfurt a. M., der die Gründung eines solchen Heimes schon seit vielen Jahren anstrebt und mit Eifer verfolgt. Ihm war es in erster Linie gelungen, den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden in Berlin für die Sache zu interessieren und zur Bewilligung von RM. 10 000.— zu den Kosten des Umbaues und RM. 5000.— für den Haushalt des ersten Jahres zu bestimmen. Inzwischen haben auch der Preußische Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden in Halberstadt und andere Landesverbände größere Summen bewilligt, so daß die Versammlung der Ansicht ist, daß die Anstalt nunmehr gesichert ist und mit dem Umbau alsbald nach den Feiertagen begonnen werden kann, zumal nicht daran zu zweifeln ist, daß die Anstalt, mit deren Gründung eine seit langem schwer empfundene Lücke in der Reihe der jüdischen sozialen Einrichtungen der deutschen Juden ausgefüllt werden wird, sehr bald eine große Zahl von Gönnern auch aus den Kreisen unserer privaten oft bewährten' Wohltäter finden wird. Endlich sei noch erwähnt, daß auch der Direktor der psychiatrischen Universitätsklinik dem Plane seine volle Sympathie entgegenbringt und der neu zu gründenden Erziehungsanstalt seine Unterstützung zugesagt hat. So wünschen wir dem Unternehmen ein volles Gelingen. Das Israelitische Erziehungsheim für schwer erziehbare Kinder in Marburg a. d. L. soll am 1. Juli dieses Jahres eröffnet werden. Für die Aufnahme kommen in erster Reihe Knaben im Alter von 6—14 Jahren in Betracht. Aufnahmegesuche sind schon jetzt an den Vorsitzenden, Herrn Provinzialrabbiner Dr. Cohn, Marburg a. d. L., Schwanallire 15, zu richten. Gesamlvorstandssihung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Berlin, 3. Mai. (ITA.) Unter Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. Baeck fand am Sonntag, dem 29. April, die diesjährige Gefamtvorstandssitzung der Zentralwohlfahrtsstelle im Repräsentantensitzungssaal der Jüdischen Gemeinde zu Berich statt. Zu der zahlreich besuchten Sitzung hatten fast alle delegationsberechtigten Organisationen, Gemeinde- und Wohlfahrtsverbände Vertreter entsandt. Unter anderen waren vertreten die Landesverbände in Preußen (durch die Herren Prof. Türk und M. A. Loeb), Bayern (durch Dr. Elias Straus, München), Sachsen (durch Herrn Rudolf Schick, Leipzig), Baden (durch Herrn Prof. Dr. Stein, Karlsruhe), Mecklenburg- Schwerin (durch Herrn Dr. Rubensohn, Rostock); die Provinzialverbände: Brandenburg (durch Herrn Rabbiner Dr. Salomonski, Berlin), Niederschlesien (durch Frau Paula Ollendorff, Breslau), Rheinprovinz (durch Frau Szilard, Köln), Sachsen-Anhalt (durch Herrn Rabbiner Dr. Wilde, Magdeburg), ferner die Vorstände der Jüdischen Gemeinde Berlin (durch Herrn Kommerzienrat Gerson Simon) und der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburg (durch Herrn Jacob Heckscher, Hamburg), sowie das Wohlfahrts- und Jugendamt dev Berliner Jüdischen Gemeinde (durch Herrn Eugen Caspary). Außerdem hatten folgende Organisationen Vertreter entsandt: der Deutsch- Israelitische Gemeinde-Bund (Herrn Legationsrat Sobernheim), die Großloge für Deutschland U.O.B.B. (Herrn Sanitätsrat Dr. Seeligfohn), die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnach- NQnchner Neueste Nachrichten Verbreitetste Tageszeitung Süddeutschlands Einzelnummer 15 Vf. Bezugspreis wochentl. 80 Pf., monatl. RM. 3.35 b. freier Zustellung Münchner Telegramm «Zeitung Das Nachmkttagsblatt m.Montag-Morgen- Ausgabe. Einzelnummer 10 Pf. Bezugspreis RM. 1.50 monatlich. Bestellungen nehmen entgegen: Sämtl.Postanstalten, die Filialen und Trägerinnen des Verlags: Knorr & Hirth G.m.b.H., München, Sendlingerstr. 80 probenümmern auf Wunsch kostenlos