Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 9 (15.5.1928)
- Article
- Amtlicher Anzeiger
- Date
- 1928-05-15
- Page
- Seite 141 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 9 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 141 Als Einleitung hörte man, frisch und fröhlich vorgetragen, einen deutschen Tanz von Bäwerl (1611). — Die Sinfonia von Bach schien mir allerdings für das Orchester noch etwas zu schwierig; auch drang die Flöte, wenngleich gut gespielt, nicht immer genügend durch. — Eine erstklassige Leistung wiederum war das Concerto grosso von Händel, in dem Heinrich Lamm, der Flötist (und zweite Dirigent) des Orchesters an Stelle eines erkrankten Spielers den Solopart der Oboe auf seiner Flöte ausgezeichnet zum Vortrag brachte. Unter der sicheren, exakten Stabführung Kleinbauers erfreute man sich aber auch an der sicheren Beherrschung der teilweise nicht leichten Läufe im Streichorchester, das die hübschen Melodien dieses Stückes zu voller Wirkung kommen ließ. — Auffallend gut gelang dem noch jungen Orchester die Mozart-Serenade mit ihren 1lm- und ^/ss-Rhythmen, die tadellos sauber gebracht wurden. Hie und da sollte wohl das Aufsetzen des Geigenbogens noch geräuschloser erfolgen, hin und wieder schlich sich wohl auch einmal so ein unfolgsamer falscher Ton bei den zweiten Geigen ein, allein, was schadet das? Der Gesamteindruck, sowohl dieses Vortragsstückes als des ganzen Konzertabends überhaupt, war ein ausgezeichneter, ein außerordentlich erfreulicher. Das Publikum war denn auch so zufrieden und beifallsfreudig, daß das Menuett der Serenade, das ebenso wie das Rondo ganz besonders gut gelungen war, wiederholt werden mußte. Das Jüdische Kammerorchester hat mit diesem Konzertabend den Beweis dafiir geliefert, daß seine Arbeit durchaus ernst zu nehmen ist, daß es allgemeine Aufmerksamkeit und Interesse verdient und daß auch ein aus jungen, musikfreudigen Dilettanten gebildetes Orchester nicht nur seinen Mitgliedern, sondern auch den Zuhörern einen wirklichen Genuß zu bieten vermag. Es wäre wirklich zu wünschen, daß recht viele jüdische Amateurmusiker sich diesem Orchester anschließen mögen, zur eigenen Freude und im Interesse der jüdischen Zusammengehörigkeit. Das Orchester hat, wie aus dem Anschlag am Konzertsaal ersichtlich war, jeden Mittwoch Abend von 8—11 Uhr im Lessingsaale Probeabend. Wer also ein Instrument einigermaßen anständig spielen kann, der komme zum Jüdischen Kammerorchester! Es wird ihn sicherlich nicht gereuen. Dr. Fritz Silber. AMTLICHER ANZEIGER Nummer 9 Beilage der Bayrischen Israelitischen Lemeindezeitung 15. Mai 1928 Bekanntmachungen desVerbandesBaverischer Israelitischer Gemeinden Bekanntmachung über Ersatzwahl An Stelle des verstorbenen Tagungsmitgliedes Herrn Rechtsanwalt Dr. Cosy Silberschmidt, Kissingen, wurde der Ersatzmann Herr Solomon Weinberg, Marktbreit, als Mitglied der Tagung berufen. Herr Weinberg hat die auf ihn gefallene Wahl angenommen. München, 30. April 1928. Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden Dr. Neumeyer Bekanntmachungen der Israelitischen kultusgemeinde München Bekanntmachung über die Einzahlung der Mieten für Betstühle in der Hauptsynagoge für das Mietjahr 1928/29 Die Mieter von Betstühlen in der Hauptsynagoge werden hierdurch aufgefordert, die Mietzinse für das Mietjahr 1928/29 bis Mittwoch, den 23. Mai d. I. an die Gemeinde abzuführen. Die Einzahlung kann während der Geschäftsstunden in der Gemeindekanzlei, Herzog-Max-Straße 7/1, oder auf das Postscheckkonto der Gemeinde, Nr. 124, erfolgen. Den Mietern ist es nicht gestattet, die von ihnen gemieteten Betstühle weiterzuvermieten. Soweit dies dennoch geschieht, behält sich die Gemeinde das Recht vor, die Betstühle unter Berücksichtigung der bei ihr vorliegenden Anmeldungen anderweitig zu vergeben. München, den 14. Mai 1928. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde München J.A.: Flaschner. Bekanntmachung über Preisausschreiben Gemäß dem Preisausschreiben des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde München in Nummer 1 der „Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Januar 1928 ist das Preisgericht für ein Ehrenmal Albert Landauer auf dem Friedhof an der Thalkirchnerstraße am 25. April unter Vorsitz des Herrn Prof. Benno Becker zusammengetreten. Das Preisgericht, dem außerdem die Herren Prof. Wadere, Architekt Maison, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, Justizrat Dr. Oestreich und Sigmund Weil angehört haben, hat keinem der eingereichten Entwürfe einen Preis zuerkannt, hingegen den Entwürfen mit dem Kennwort „Ehrenmal", „Kecher Schemtow" und „Ruhe" je 250 RM. bewilligt und dem Entwurf mit dem Kennwort „Schlicht" eine Enschädigung von 100 RM. gewährt. Als Urheber der Entwürfe ergaben sich: für die Entwürfe „Ehrenmal" und „Schlicht" Architekt Fritz Landauer, Leopoldstraße 9, „Kether Schemtow" Bildhauer Arnold Zadikow, Adelheidstraße 6/2 Gb., „Ruhe" Frau Liesl Ertinger-Friedmann, Maximilianstrahe 41. Dem Vorstand wurde die Ausführung des Entwurfes „Ehrenmal", nach Vornahme einer Reihe Abänderungen, empfohlen. München, den 25. April 1928. Der Vorstand der Israelitischen kultusgemeinde München Dr. Neumeyer. Bekanntmachungen der Israelitischen kullusgemeinde Augsburg Bekanntmachung über die Erklärung der „Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" zum amtlichen Organ der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg Die „Bayerische Israelitische Gemeindezeitung" wird zum amtlichen Organ der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg erklärt. Auch die Bekanntmachungen des Männervereins, des Frauenvereins und des Speisevereins erscheinen in dieser Zeitung. Die „Bayerische Israelitische Gemeindezeitung" wird ermächtigt, an den Titel „Nachrichtenblatt der Israelitischen Kultusgemeinde in München" die Worte anzufügen „und Augsburg". Die Zeitung wird den Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg unentgeltlich zugestellt. Augsburg, 24. April 1928. Verwaltung u. Ausschuß der Israelitischen kultusgemeinde Augsburg I. A.: Dr. E u g e n S t r a u ß, 1. Vorstand.