Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 9 (15.5.1928)
- Article
- Eine gemeinnützige jüdische Ehevermittlungsstelle
- Date
- 1928-05-15
- Page
- Seite 136 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 eine Notwendigkeit bezeichnet wurde, beabsichtige ich nunmehr an die Ausführung des Planes heranzutreten. Ich bitte daher alle, Männer und Frauen, welche sich für die geplante Institution interessieren und dieselbe zu unterstützen geneigt sind, mir ihre Adresse mitzuteilen, sowie Anregungen und Wünsche bekanntzugeben, wie ich zu weiteren Auskünften gerne bereit bin. San.-Rat Dr. Hanauer, Universitätsprofessor, Frankfurt a. M., Im Trutz 27 6enrl Dimcml (Zu seinem 100. Geburtstag am 8. Mai 1928) Als im Jahre 1859 über die Schlachtfelder der lombardischen Ebene bei Solferino die Geschütze donnerten und namenloses Elend über die Verwundeten der kämpfenden Heere brachte — es gab noch keine organisierte und ausreichende Sanitätshilfe — war es der Schweizer Bürger Henri Dunant, der, erschüttert von dem Elend der 50000 Hilflosen, die Initiative zu einer geregelten Verwundetenhilfe ergriff. Er war es, der den Anstoß zu jenem weltumspannenden Werk der Menschen- und Nächstenliebe gab, und dessen Gründung durchsetzte, das wir heute unter dem Namen „Rotes Kreuz" (dem umgekehrten Schweizer Landeswappen) kennen und dem alle Kulturstaaten der Erde angehören. Schon vor der Gründung des Roten Kreuzes war Henri Dunant stets ein Helfer der Armen und Bedrückten. Was für uns Juden aber ganz besonders Veranlassung gibt, am 100. Geburtstag dieses edlen Menschen zu gedenken, ist der Umstand, daß er ein Philosemit in des Wortes schönster Bedeutung war. Den gequälten Juden seines Zeitalters war er ein Fürsorger und seinem Kopfe entsprang erstmals der Gedanke, den heimatlos umherirrenden Juden in Palästina eine Heimstätte zu errichten. Sein ganzes Vermögen den Armen opfernd, lebte Dunant stets in Armut, ohne von seinem Lebenswerk viel Aufhebens zu machen. Erst durch Verleihung des ersten Friedensnobelpreises wurde er im hohen Alter den materiellen Sorgen enthoben und starb —; hochbetagt und betrauert von der ganzen Kulturwelt — in Heiden bei Rorfchach 1910. E. Brader. 5lus dem Verbände Ludwig Diekenhöfer Fünfundzwanzig Jahre, ein Vierteljahrhundert. Wahrlich eine lange Zeit! Und so lange — seit 1. Januar 1903 — ist Fabrikbesitzer Ludwig Dietenhöfer Derwaltungsmitglied der israelitischen Kultusgemeinde Ansbach. Seit 1912 beruft ihn von Wahl zu Wahl die Gemeinde zu ihrem Vorstand, er leitet seitdem ihre Geschäfte, mit Ausnahme der Zeit, da auch er mit der Waffe für sein Vaterland eintrat und an die Front eilte, ununterbrochen. In schweren Zeiten hat Dietenhöfer seiner Gemeinde große Dienste geleistet. Er ist der Mann dazu. Läßt er es sich auch nie verdrießen, allezeit aus seinem verantwortungsvollen Posten zu stehen; unermüdlich stellt er seine reiche Erfahrung, die gepaart ist mit einem scharfen Blick für das Wirkliche und Mögliche, in den Dienst der Gemeinde. Auch außerhalb wird sein Wirken anerkannt. Das ist, so kann man fast sagen, selbstverständlich. So ist er auch seit 1. Januar 1924 berufen für den Gemeindeverband mitzuarbeiten. Ebenso ist Dietenhöfer der geeignete Mann, nach außen Exponent der jüdischen Gemeinde zu sein. Das wird wohl jeder bestätigen, der ihn kennt. Seine Fähigkeiten, sein einfaches und bescheidenes Wesen sind die Garantien der Beliebtheit und des Ansehens, das er allgemein genießt. Das bedürfte keines Beweises. Trotzdem fei auch hier erwähnt: Man wählte ihn in früheren Wahlperioden zum Schriftführer der Stadtvertretung alter Ordnung, seit Jahren ist er Handelsrichter, ist er als Arbeitgebervertreter Mitglied des Vorstandes der Ortskrankenkasse Ansbach-Stadt. Bescheidenheit und Selbstlosigkeit gehören zu Dietenhöfers Haupteigenschaften. Daß er keine Feier zu seinem Jubiläum in der Gemeinde haben will, das ist da nicht verwunderlich. Und doch konnte es sich die Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde nicht versagen, ihm durch Überreichung einer Dankadresse wenigstens einen wenn auch kleinen Teil des schuldigen Dankes abzustatten und damit den Wunsch zu verbinden: Möge der Jubilar, bei seiner Verantwortungsfreudigkeit, auch weiterhin noch recht lange an der Spitze der Gemeinde stehen! kissingen. Mit Beginn der Saison 1928 sieht Herr Dr.J.B a mb e r g e r auf seine 25jährige Tätigkeit als Arzt in Bad Kissingen zurück. ftus der Semeinde München Kundgebung des Keren Hajessod Die Veranstaltung des Keren Hajessod, bei der am 26. April 1928 Martin B u b e r über „Ein Land und ein Werk" und vorausgehend der Vorsitzende des deutschen Keren Hajessod, Oskar Wassermann, sprach, bedeutete ein Ereignis von Rang. Man hat Martin Buber in München noch nicht mit solcher Wärme und Beschwingtheit sprechen hören. Dr. Elias Straus begrüßte die Erschienenen und namentlich Oskar Wassermann als Organisator des Keren Hajessod und Martin Buber als einen der geistigen Träger der Idee, aus der allein heraus die Menschen den Mut, die Begeisterung und die Kraft schöpfen können. Als erster Redner sprach Oskar Wassermann. Die Aufgabe des Keren Hajessod sei eine allgemein jüdische und dürfe nicht einer be- Korne»' 6t Seidl «Wäsche ist gut und preiswert Kluge und einsichtige Kunden wissen, dal; das Wort „billig" nur ein jämmerliches Schlagwort ist Unsere Wäsche ist gut in den Stoffen Unsere Wäsche zeichnet sich aus durch _ tadellose Schnitte,_ sorgfältigste Verarbeitung,_ vornehm»elegante Musterung_ Wäschehaus Rosner 6t Seidl München . 21 Dienerstrafje 21