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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-05-01 · 8 (1.5.1928) · p. Seite 125

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
8 (1.5.1928)
Article
Georg Hermann
Date
1928-05-01
Page
Seite 125 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 8 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 125 Durch das Hinscheiden des Rechtsanwalts Herrn Df. Kossy Silberschmidl hat unser Verein einen großen Verlust erlitten. Er gehörte seit vielen Zähren unserer Verwaltung an. Zn dem Heimgegangenen verlieren wir einen Mann, der stets mit eifriger Hingabe die Znteressen unseres Vereins förderte und uns stets ein kluger Berater war. Wir werden sein Andenken jederzeit in Ehren behalten. Bad Kissingen, den 17. April 1928 Verein Israel. Kurhospiz, Bad Kissingen Rabbiner Dr. Bamberger Vorsitzender vergessen läßt, jene Sehnsucht, die Goethe nach seiner Rückkehr aus Italien die deutsche Sprache als ungeeignetes Material erscheinen ließ. Ein Buch Italiens, der Sonne, der Liebe, des unbefangenen Lebens. Das Buch eines (trotz mancher Unwahrscheinlichkeit) gut beobachtenden und klugen Menschen. Nicht jedem löst sich so leicht die Diskrepanz zwischen sozialistischer Weltanschauung und kapitalistischer Wirtschaftsversassung: „Sie war eine so ehrliche Sozialistin wie nur eine, die aus dem Lager der Bürgerlichen stammte und unterschied sich auch in dieser Grundanschauung keineswegs oder nur zu ihrem Vorteil von jenen, die aus dem Lager des Proletariats in das der Bürgerlichkeit später emporgestiegen waren; sie war nicht anders wie wir alle in Europa, die wir gerne eine nichtkapitalistische Welt ersehnen und sie aufrichtig für uns und unsere Mitbrüder erhoffen, aber solange ebenso gerne die Vorteile einer kapitalistischen Welt für uns in Anspruch nehmen, sowie es uns möglich ist, uns ihrer zu versichern..." Doch diese Aufgabe ist dem Buche nicht gestellt und die, die ihm gestellt ist, hat es erfüllt. S. „Der Morgen" „Der Morgen" hat, wie nicht anders zu erwarten war, seinen 4. Jahrgang in Nummer 1 mit einem ausgezeichneten Heft eröffnet. Wir finden zunächst einen Aufsatz über „Jüdische Kult- und Kunstdenkmäler im hessischen Landesmuseum", von Rudolf Hallo, dem auch vorzügliche Bildtafeln beigegeben sind. Die Gestalt Karl Marx', der über unserem Zeitalter als Repräsentant eines der gewaltigsten Probleme steht, findet eine kluge Betrachtung in einem Aufsatz von Theodor Steinbüchel. Besonders hat es der Verfasser verstanden, die ethischen Komponente in dem Schaffen von Marx herauszustellen. Die jüdische Eigenart Marx' wird mit Recht in dem starken Willen und der lebendigen Sehnsucht nach dem Kommenden gesehen. Weiter finden wir einen Aufsatz von Travers Herford, dem bekannten Verfasser des jüngst erschienenen Buches „Die Pharisäer" über „die religiösen Grundlagen im Lichte des Christentums und des rabbinischen Judentums", übersetzt von Walter Fische!. Es handelt sich hier um einen bereits 1923 im Druck erschienenen Vortrag von Travers Herford, der sehr instruktiv zu Fragen der Religionswissenschaft überhaupt wie zu den Verschiedenheiten jüdischer und christlicher Religionsanschauung Stellung nimmt. Die Religion definiert Herford als „den Wunsch von seiten des Menschen, mit Gott in Harmonie zu leben". In dieser Definition seien folgende Grundtatsachen inbegriffen: 1. daß Gott ist, 2. daß der Mensch mit. Gott in Verbindung steht, 3. daß ein Verkehr zwischen Mensch und Gott möglich ist, 4. daß der Wunsch besteht von seiten des Menschen, mit Gott in Harmonie zu leben. An Hand dieser Grundtatsachen zeigt Herford die verschiedene Auffassung der beiden religiösen Lehranschauungen und zugleich das allgemein Gültige einer jeden Religion. — Es seien ferner genannt die Aufsätze von Regina Barkan „Neues und Altes zur Idee des Führertums", Kurt Zielenziger „Die Aufgaben der Enquetekommission", ferner eine sehr gute Einführung in die „Schriften zur religiösen Lage der Zeit" von dem Herausgeber der Zeitschrift, Prof. Goldstein. S. Viereine Jüdischer Gesangverein. Der Verein fühlt sich besonders verpflichtet, das Jubiläumsjahr Schuberts zu feiern! Zwei Kompositionen Schuberts jüdischen Inhalts werden zur Aufführung kommen; der 92. Psalm, den Schubert auf Veranlassung des Kantors und Komponisten Sulzer schrieb und der seiner Zeit in der Wiener Synagoge gesungen wurde, ferner das große Chorwerk Mirjams Siegesgesang. Für das Violinsolo wurde Frau Anny Betsack gewonnen, die in München ja rühmlichst bekannt ist. Der zweite Teil des Abends bringt Wiener Walzer und Solotänze von Klärle Mischer und Addy Schwarz. Das Konzert findet Sonntag, 20. Mai, abends 8.45 Uhr im Cherubinsaal statt, eine Tanzunterhaltung schließt sich an. Karten in der Ewer-Buchhandlung, Bacharach (Frauenstraße 6) und Gemeindekanzlei. Jüdischer Turn- und Sport-Verein Var-Kochba e. V., München Wir danken auch an dieser Stelle der Redaktion der „Israelitischen Gemeinde-Zeitung" für die uns gegebene Möglichkeit auch in diesen Spalten unsere Vereinsmitteilungen veröffentlichen zu können. Wir bitten dringend um Beachtung nachstehender Mitteilungen und hoffen, daß uns dadurch weitere Freunde zugeführt werden. Wir beabsichtigen im Juni oder Juli d. I. eine größere Wanderfahrt unserer Jugendabteilung. Wer daran teilnimmt muß Beträge in die errichtete Reisekasse abführen. Näheres auf dem Turnboden auch durch Gustav Friedländer, Maffeistraße 14, Telephon 90788. Auch Außenstehende sind herzl. hierzu eingeladen. Es ist uns die Möglichkeit geboten den Sport-Palast, Kolosseumstraße, für einen Abend zu mieten. Diesr Abend würde sich besonders für ältere Herren eignen. Es ist der Donnerstag vorerst in Aussicht genommen. Durch unsere gemeinsame Beteiligung werden die Kosten hierfür außerordentlich ermäßigt. Anmeldungen erbeten an Gustav Friedländer, Maffeistraße 14. Diese müssen umgehend erfolgen, da wir möglichst in der ersten Maiwoche schon beginnen wollen. Zu Beginn des neuen Schuljahres bitten wir dringend alle Lehrer und Eltern dafür einzutreten, daß die jüdische Schuljugend nach Möglichkeit von unseren Turneinrichtungen Gebrauch macht. Es entstehen den Eltern so gut wie gar keine Kosten durch die Teilnahme der Kinder. Turnzeiten vorerst noch Turnhalle in der Volksschule an der Luisenstraße: Montag 6 bis 7 Mädchen, 7 bis 8 Damen I, 8 bis 9 Damen II; Dienstag 6 bis 734 Knaben und Jugendliche, 834 bis 9 Herren. Sportplatz an der Säbenerstraße: Jeden Sonntag vormittag ab 10 Uhr Spiel und Sportbetrieb aller Abteilungen. Sonderübungsabende werden von den Lehrern bekannt gegeben. Wir haben zum Erstlingsneunkampf ,sowie zum Staffellauf Grünwald-München gemeldet und erwarten, daß die hierfür Ausersehenen restlos jeden Trniningsabend besuchen. Nur strengste Arbeit kann zu den Erfolgen führen, die wir dringend brauchen. Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes Ordentliche Mitgliederversammlung Dienstag, 15. Mai, nachm.4 Uhr im Beratungszimmer, Herzog-Max-Straße 5, Rückgebäude Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Kassenbericht 3. Entlastung der Vorstandschalt 4. Statutenänderung 5. Änträge Die Vorstandschait (Anträge müssen spätestens 3 Tage vorher bei der Vorsitzenden eingereicht werden

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