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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-04-15 · 7 (15.4.1928) · p. Seite 97

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
7 (15.4.1928)
Article
Inhalt
Date
1928-04-15
Page
Seite 97 (sequence 1)
Language
German
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Vagerische ülachrichtenblatt üer Israelitischen Kultusgemeinöe in München unü öes Llerbanöes Hagerischer Israelitischer Gemeinöen Israelitische Gemeinöezeitung erscheint am J. unö 15. jeüen Monats. — Verlag: H. Heller, München, Herzog Marstraße 4, Kernsprecher 93099, Postscheckkonto Nr. J987 München. Schristleitung: Or. Lugen Vchmiöt, Rechtsanwalt in München, Karlstraße 6. Bezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: Mark 4 — für öas ßahr. Anzeigenpreis: Oie 4 gespaltene Millimeter-Zeile 40 Pfennige Kamilienanzeigen, Stellengesuche unö ähnliche Angebote 15 psennige 1§>LS München/15. April Kr. 7 Inhalt: Zur Einführung der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung in Augsburg — Die „Historische Kommission" des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden — Denkwürdige Überreste der alten Judengemeinde Rothenburg 0. d. T. — Aus dem Verbände — Bücherschau — Lehrerzeitung — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden — Bekanntmachung über Prüfungen für Religionslehrer — Bekanntmachung über die Versorgung der Gemeinden ohne eigene Beamte an die Verbandsgemeinden — Personalia. Zur Einführung der väterlichen lsraelilischen Semeindezeitung in Augsburg Mit vorliegender Nummer wird nunmehr die »Bayerische Israelitische Gemeindezeitung" ständig den Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg zugestellt werden. Wir hoffen, ja wir wissen, daß diese neuen Beziehungen dazu beitragen werden, Freundschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Gemeinden des Verbandes und insbesondere zwischen den benachbarten Gemeinden München und Augsburg weiter zu fördern und zu stärken. Wir sehen darin einen außerordentlich bedeutsamen Fortschritt in dem inneren Aufbau des Verbandes und bringen mit besonderer Freude zu diesem Anlaß nachstehenden Aufsatz von Dr. Grünfeld, dem verehrten geistlichen Führer der Augsburger Gemeinde. Wir begrüßen es dankbar, daß die „Bayerische Israelitische Gemeindezeitung", die sich wegen ihres reichen Inhalts die Sympathie der bayerischen Juden erworben hat, künftighin allen Mitgliedern der Augsburger Gemeinde zugänglich gemacht werden soll. Es bedeutet dies eine erwünschte Erweiterung ihres Leserkreises und damit eine tiefere Verwurzelung in dem Territorium, für das sie bestimmt ist, vermittelt aber auch eine genauere Bekanntschaft der Augsburger jüdischen Bevölkerung mit den Aufgaben und Zielen des Gemeindeverbands. Schon dieses Moment allein rechtfertigt die getroffene Maßnahme der Augsburger Gemeindeverwaltung. Obwohl es auch hier und anderswo in Bayern nicht leicht mehr einen Juden gibt, derben Verband als eine bloße Vereinsmeierei in großem Stile wertet, es gibt noch bayerische Juden genug, welche die organisatorische, moralische und soziale Bedeutung unseres Verbandes nicht nach Gebühr schätzen. Offenbar, weil sie viel zu wenig von seiner Genesis, von seiner Tendenz und von seiner Wirksamkeit wissen. Nur ein weniges sei hier darüber gesagt. Im Jahre 1918 waren alle Fäden irgendeines Zusammenhangs zwischen den jüdischen Gemeinden in Bayern zerrissen. Die bayerische Iudenheit nahm sich wie ein schwankendes Bretterzelt aus. Es fehlte ihr „der innere Riegel", der „durch das Ganze von einem Ende bis zum andern lief", um die Bretter zusammenzuhalten und zu einer Einheit zusammenzuschließen. Die alte Organisation war von den Stürmen der Zeit weggefegt worden, an ihrer Stelle stand das — Nichts! Es gab in Bayern wohl Iudengemeinden, aber keine organisierte Iudenheit. Man macht sich kaum eine Vorstellung, wie schwer uns ein solches in Permanenz erklärtes Manko betroffen hätte. Da hat der hochverdiente Vorsitzende unseres Verbandes, unterstützt von vielen gleichgesinnten Männern, sich der mühevollen Arbeit unterzogen, für die bayerische Iudenheit eine neue, auf zeitgemäßen Grundlagen aufgebaute, alle Gemeinden und alle Richtungen umfassende Organisation zu schaffen. Leicht war e6 wahrlich nicht, ein solches Werk zustandezubringen, aber alle Parteien haben an ihm fleißig mitgearbeitet in dem Bewußtsein, daß eS um Wohl und Heil der bayerischen Iudenheit geht. Langsam aber sicher stieg der Bau empor und präsentiert sich heute als ein stattliches Haus, das seine Meister lobt. Ist Organisation heutzutage das Zauberwort, das allen Ständen und Berufsarbeiten die Erreichung ihrer Wünsche ermöglicht, für uns war die Organisation geradezu unentbehrlich, eine Eriftenzfrage. „Zusammenschluß oder Verderb", die alte jüdische Losung ist in Bayern zur rechten Zeit verstanden worden. Und was damit zusammenhängt, — das moralische Gewicht unseres Verbandes. Wie er das Gefühl der Zusammengehörigkeit zwischen vielfach auSeinanderftrebenden Elementen, des bayerischen Judentums weckte und stärkte, wie er ihren Gliedern das Bewußtsein gab, daß die Sache des heimatlichen Judentums beim Verbände sicher geborgen ist, so zeigte er auch der Welt, wieviel aufvauende Kräfte in unS vorhanden sind, wie hoch wir unser Judentum einschätzen, wenn wir um seinetwillen solch großer Mühen und Opfer fähig sind. Haben wir den Verband auch nur um unseretwillen geschaffen, an dem Beifall anderer Organisationen mit gleicher Tendenz im Reiche und an

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