Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 5 (15.3.1928)
- Article
- Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Date
- 1928-03-15
- Page
- Seite 77 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2727810-2727850-2727855--03034-2732954- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 5 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 77 Vereine Verband der jüdischen Iugendvereine Deutschlands. Am 27. und 28. Mai 1928 findet in Dresden die 7. ordentliche Delegiertenverfammlung des Verbandes der jüdischen Iugendvereine Deutschlands statt. Das Thema der Tagung ist „Unser Weg in die Wirklichkeit". In einem grundsätzlichen ersten Referat „Die Verwirklichung der Persönlichkeit in der sachlichen Arbeit" soll die Bedeutung der objektiven Erziehungswerte für die Persönlichkeitsbildung des Jugendlichen unserer Tage dargestellt werden. Das zweite aus zwei Teilen bestehende Referat wird sich ganz den Fragen praktischer.Arbeit zuwenden. Der erste Teil wird die Möglichkeit eines Mindesterziehungsprogramms für unsere Bünde zu überprüfen haben, während der zweite Teil die Aufgaben der Jugend in der Gemeindearbeit behandeln wird. Im Schlußreferat soll schließlich der Wille unseres Verbandes zu tätiger Mitarbeit an den allmenschlichen Problemen unserer Zeit in einem Weltbund der Jugend Ausdruck finden. Zur Vorbereitung der Tagung hat sich unter dem Vorsitz des Herrn Rechtsanwalt Paul Salinger (Dresden) ein Ehrenausschuß gebildet, dem außer einer Anzahl Persönlichkeiten aus Dresden noch folgende Herren und Damen angehören: Rabbiner Dr. Leo Baeck (Berlin), Rabbiner Dr. Hugo Fuchs (Chemnitz), Joseph Kahn (Chemnitz), Otto Schlesinger (Wilischthal bei Zschopau), Rabbiner Dr. Felix Goldmann (Leipzig), Frau Bettina Brenner (Leipzig), Rechtsanwalt Dr. Goldberg (Plauen) und Herr S. Schocken (Zwickau). Alle Anfragen sind zu richten an den Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Düsseldorf, Haroldstraße 4/1, oder an den Arbeitsausschuß zu Händen von Frau Elsa Hirsche!, Dresden, Wiener Straße 85. Centralverein. Donnerstag, 8. März, hielt der „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" eine gut besuchte Mitgliederversammlung im Richard-Wagner-Saal des „Bayerischen Hofes" ab, Sanitätsrat Dr. Baron eröffnete die Versammlung und erteilte als erstem Redner Rabbiner Dr, Baerwald das Wort zu seinem Referat „Die Pharisäer, eine notwendige Rechtfertigung". (Wir verweisen bei dieser Gelegenheit auf den in der letzten Nummer der Zeitung erschienenen Aufsatz „Verdienst und Lohn" aus Travers Herfords Buch „Die Pharisäer".) Der Redner betonte die Bedeutung des Buches von Herford, in dem zum erstenmal von christlicher Seite mit dem oberflächlichen Urteil über den Pharisäismus aufgeräumt worden ist. Jesus befand sich bei seinem Auftreten in starkem Gegensatz zu den Pharisäern. Es kann somit das Urteil der damaligen Christen nicht als einwandfrei angesehen werden. Wären die Pharisäer wirklich jene organisierten Heuchler gewesen, als die man sie hinzüstellen liebt, so hätte sich das rabbinische Judentum nicht durch die Jahrhunderte hindurch erhalten können. Die Wirksamkeit der Pharisäer erstreckt sich bis in unsere Zeit hinein, haben doch die Pharisäer die Synagoge geschaffen, eine Errungenschaft, an der die christliche Kirche in hervorragendem Maße teilgenommen hat. Die Pharisäer haben in weitem Umfang das Problem gelöst, den Ausgleich zwischen Lehre und Leben, die Versöhnung von Religion, und Wirklichkeit. Anschließend sprach Syndikus Dr. Freund über „Die Lage in Bayern". Es sei in wesentlichen Teilen Bayerns eine Befriedung in politischen Dingen festzustellen. Auch versuchen verschiedene Kreise, die früher antisemitischer Propaganda zugänglich waren, mit jüdischen Kreisen Fühlung zu nehmen. Demgegenüber mache die völkische Bewegung verzweifelte Anstrengungen. Gegen die von dieser Seite ausgehenden Propaganda bedürfe es energischer Abwehrarbeit. Den Reigen der Redner beschloß Dr. Alfred Wiener (Berlin). Er gab einen historischen Überblick über die Entwicklung der Lage der Juden in Deutschland. Er wies darauf hin, daß in dem Kulturkampf der bismarckischen Periode von protestantischer gegenüber katholischer Seite dieselben Vorwürfe erhoben worden sind, wie später gegenüber den Juden. Ein entscheidender Moment im gegenwärtigen Zeitpunkt sei die Übernahme der völkischen Ideologie durch die Deuischnationalen. Wir lebten heute in einem anders organisierten Israelitische Kultusgemeinde Bamberg In unserer Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers mt> Kantors möglichst zu Beginn des neuen Schuljahres zu besetzen. Seminarisch gebildete Herren, die über gute pädagogische und musikalische Fähigkeiten verfügen und imstande sind, einen gemischten Synagogenchor zu leiten, wollen ihre Bewerbung mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften bis zum 25. März an den Unterzeichneten Gemeindevorstand richten. Die Anstellung erfolgt nach dem Beamtenrecht des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Die Gemeindeverwaltung: D r. Werner Geh. Zustizrat, Vorstand Nachhilfe gründlich und gewissenhaft in Englisch! FranzÖSiSCht Deutsch erteilt Lehrerin. Offerten unter Nr. 580 an die Anzeigen-Abfeilung dieses Blattes -In gutem Hausewird Fräulein bei bester Verpflegung per 1.4.28. oder später aufgenommen. Wohnungzentral gelegen. Äuf Wunsch Klavierbenützung gestattet. OH. u. E. G. Nr. 597 a. d. Anz.-Abt. d. Bl. ZIMMER MIT UND OHNE PENSION werden vermittelt durch das Wohlfahrtsamt der Israel. Kultusgemeinde, Herzog-Max-Straße 7/o Nächst Karlstor! Bequem eingerichtetes, sonniges Wohnschlafzimmer mit Telephonbenützung sofort an soliden Herrn zu vermieten. Näheres unter Nr. 600 an die Anzeigen-Abteilung des Blattes. In nichtrituellem Hause finden ab 1. April 1928 ZWEI DAMEN ODER HERREN ganze Pension einschließlich Wäsche, Badbenützung usw. zu 150 RM. (hundertfünfzig Reichsmark) pro Person FRANK, Ainmillerstraße 31 /o Einfache Damenu. Kinderkleider arbeitet gut zu sehr mäßigen Preisen in und außer Haus Frau Jensen, Winzererstr. 54, Telephon 30057