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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-03-15 · 5 (15.3.1928) · p. Seite 75

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
5 (15.3.1928)
Article
Söcking
Date
1928-03-15
Page
Seite 75 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 5 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 75 Nus dem Verbände Söcking. Am 26. Februar 1928 feierte in aller Stille der Gutsbesitzer Moritz Macholl in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Der Gemeinderat Söcking (bei Starnberg), an welchem Orte der Jubilar seit dreißig Jahren seinen landwirtschaftlichen Besitz hat, überbrachte ihm spontan zum Festtage das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde, hauptsächlich wegen seiner Anhänglichkeit an die Gemeinde und besonders wegen der Förderung der Landwirtschaft innerhalb derselben. Die Ehrung ist doppelt zu begrüßen; sie ist ein Zeichen, daß die Anfeindung, der wir von bestimmter Seite ausgesetzt sind, nicht überall wirkt und daß ihr jedenfalls wirkungsvoll durch bewußtes, 'gesinnungstüchtiges Streben begegnet werden kann. flus der Semeinde Mitgliederversammlung. Die Mitgliederversammlungen folgender Vereine: 1. des Ist. Vereins zur Unterstützung mit Brennmaterialien, 2. des Jsr. Vereins für Krankenpflege, Bestattungswesen und religiöse Belehrung (Chewra kadischa), 3. der Ist. Krankensürsorge, 4. des Ist. Frauenvereins (von 1830), 5. des Ist. Vereins für Ferienkolonien und zur Bekleidung armer Schulkinder, sämtliche eingetragene Verein in München, finden am Sonntag, dem 1. April 1923 vormittags 10 bzw. 10.15, 10.30, 10.45 und 11.15 Uhr im Verwaltungsgebäude der Kultusgemeinde, Herzog-Max-Straße 5/1, Rückgeb., statt. Tagesordnung in allen Versammlungen: Jahresbericht für 1927, Rechenschaftsbericht, Entlastung, Anträge zu 4, auch Ausschußwahl. Es ergeht hiermit Einladung an die Mitglieder. München, den 29. Februar 1928. Die Vorsteher bzw. Vorsteherinnen. Israelitischer Frauenverein. Der Israelitische Frauenoerein in München (gegründet 1830) weist darauf hin, daß von Ende April bis Anfang Juli einige erholungsbedürftige — nicht kranke — weibliche Personen, auch von außerhalb Münchens resp. Bayerns, im Krumbacher Ferienheim Aufnahme finden können, wo sie sich in schöner Natur, guter, streng ritueller Verpflegung bei angenehmem persönlichen Anschluß bestens erfrischen können. Anfragen und Anmeldungen sind nur an die Vorstandschaft des israelitischen Frauenvereins, München, Herzog-Max-Straße 3, zu richten. — Die vor einigen Wochen begonnene Versendung der Telegrammersatzformulare an die hiesigen Glaubensgenossen hat erfreulicherweise viel Sympathie gefunden. Der Vereinsvorstand bittet die Empfänger, welche die Formulare behalten wollen, die kleine Gebühr durch den überall beigelegten Postscheck einzusenden, wodurch Zeit und mühevolle Arbeit wie auch Kosten dem Verein erspart werden. vücderschau R. Travers Herford» Die Pharisäer. Autorisierte Übersetzung aus dem englischen von Dr. Walter Fischel. Leipzig, 1928, bei Gustav Engel. 300 Seiten. Geheftet RM. 9.—, gebunden RM. 10.50. Eine der. bedeutsamsten Neuerscheinungen der jüdisch-wissenschaftlichen Literatur. Herford zeigt das gedankliche Gebäude des Da! „Märzheft“ des ZELT enthält neben seinem sonstigen reichen und fesselnden Inhalt auch die Bedingungen eines für alle Leser u. Leserinnen offenen Wettbewerbs für eine Pesachgeschichfe Abonnieren Sie das ZELT sofort bei der Post, damitlhre Kindersich noch an diesem Wettbewerb beteiligen können. gründlichst mißverstandenen pharisäisch - rabbinischen Judentums eindringlich auf, das man seit Jahrtausenden mit gedankenlos wiederholten Schlagworten abgetan hat. Mit seiner Arbeit legt der Verfasser Verwahrung ein gegen einen fast zweitaufendjährigen Irrtum, indem er uns geschichtlich und dogmatisch in den Pharisäismus einführt, bringt er uns eine 'der wichtigsten Geistesströmungen des nachbiblischen Judentums näher und damit dem Verständnis des Wesens des Judentums überhaupt. Das Werk ist von Dr. W. Fischel in ausgezeichneter Weise aus dem englischen übertragen worden. Man sollte an dem Werke Herfords nicht vorübergehen. S. Offenbacher haggadah Verlag des Herausgebers Doktor Guggenheim (Offenbach a. M.) 1927 Ein Laie hat uns diese Haggadah dargeboten. Er hat den, wie es uns scheint, durchaus geglückten Versuch gemacht, den althergebrachten Stoff in seinen Grundlagen zu verwenden und zu verwerten und durch Auslassung einzelner Stücke, aber Einfügung weitreichender Erklärungen neuerer jüdischer Gelehrter, orthodoxer, wie liberaler Richtung, der überlieferten Liturgie des Sederabends eine neue gerade den Fernerstehenden interessierende und anziehende Form zu geben. Abgesehen vom Inhalt, der in glücklichster Weise altes und neues vereint, ist auch das äußere Gewand dieses glänzend ausgestatteten Buches als eine besondere Leistung unserer heutigen religiösen Literatur zu rühmen. Der Druck, die Satzanordnungen und der Bildschmuck weisen eine außerordentliche Höhe aus. Künstler der Offenbacher Schule, unter ihnen an erster Stelle Professor Rudolf Koch und Fritz Kredel, haben sich um diese äußeren Dingen mit größtem Erfolg gemüht. Die neu geschaffenen Illustrationen, die im wesentlichen die üblichen Gegenstände zum Vorwurf haben, bringen in einfachster Schlichtheit die bedeutungsvolle Größe der dargestellten Momente zum lebendigsten Ausdruck. Wer seiner jüdischen Bibliothek ein kostbares Stück und seinem Heim einen künstlerischen Schmuck erwerben möchte, der beschaffe sich diese Haggadah. Sie zeigt uns, daß unsere Zeit religiös fruchtaber ist, denn sie hat in diesem Beispiel bei aller Treue für überliefertes Erbgut, ja gerade auf solchem Boden sich bewegend. Neues mit schöpferischer Kraft gestalten können. Die Offenbacher Haggadah ist im Buchhandel nicht erhältlich. Sie ist nur für einen kleineren Kreis Bibliophilen gedruckt worden. Man sichere sich bei dem Herausgeber, Herrn Rechtsanwalt Dr. Guggenheim, Offenbach a. M., Tulpenhofstraße 54, raschestens ein Exemplar. A. L.

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