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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-03-01 · 4 (1.3.1928) · p. Seite 59

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
4 (1.3.1928)
Article
Der Morgen [Rezension]
Date
1928-03-01
Page
Seite 59 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 4 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 59 auf eine spezifische Veranlagung. Von diesen mehr allgemeinen Darlegungen kommt Stern dann zu einer konstruktiven Darstellung der Züge des jüdischen Kindes und versucht deren Entstehungsursachen aufzuweisen, die er, wie schon oben gesagt, hauptsächlich in den Umweltsverhältnissen findet. Der sehr aufschlußreiche und klare Aufsatz gipfelt dann in der Forderung einer kindesgemäßen Erziehung. M. Eschelbacher bespricht in „Staat, Recht und Judentum" interessante geschichtliche Tatsachen und Probleme, ausgehend von der Zeit des alten jüdischen Staates mit eigenem selbständigem Recht und dem Problem der Stellung des Juden zum herrschenden Staat in der babylonischen Verbannung. An nächster Stelle folgt der Schluß der Arbeit Michael Traubs „Jüdische Wanderungen (1899 bis 1924)" mit vielem statistischen Material. Unter dem Titel „Des Vaters Segen" fetzt B. Jakob eine Einführung in das erste Buch Moses fort — M. A. Loch spricht in einem Aussatze „Bodenrecht und Bibel" von der Berufung der Bibel, heute noch ordnend, richtend und klärend auf dem Gebiet des Bodenbesitzes und Bodenrechtes einzugreifen. Die Institutionen der Bibel lassen den Monopolcharakter von Grund und Boden mit seinen schlimmen Folgen für die Menschheit unmöglich werden, denn das Land wird hier als die Gabe des Schöpfers für alle seine Geschöpfe angesehen. Loch berichtet im Zusammenhang damit über Bodenreform und sieht im biblischen Recht die Grundlage für ein Bodenrecht, das sich gleichweit entfernt hält von den Gefahren der Ausschließung des individuellen Einzelbesitzes, wie von den der schrankenlosen Latifundienbildung. Es folgt dann der Schluß der vorzüglichen Betrachtungen B. Segels über „Politik und Moral" aus denen ich nur einen Satz herausgreifen möchte: Sollte die Moral noch politischer werden, als sie schon ist, so steht zu befürchten, daß die Politik es nicht nötig haben wird, moralisch zu werden...! „Universalismus und Toleranz im Judentum" von I. Heinemann, „Prinzipielle Bemerkungen zu einer zionistischen Schrift" sind in ihrer Bedeutung dem Vorherstehenden gleich. — Zum Schluß kommt dann noch in schöner, wertvoller Übertragung von Carl Gebhardt „Klagen gegen die Zeit von dem Weisen Don Jehuda Abrabanel". F. O. Vereine Jüdischer Gesangverein In der Generalversammlung berichtete der Vorstand, Herr Dr. Vetsack, über das abgelaufene Vereinsjahr, auf welches der Verein mit Befriedigung zurückblicken kann. Das Frühjahrskonzert war mit einer Ehrung für Herrn Oberkantor Kirfchner verbunden und einer Erinnerung an Beethoven. Der Glanzpunkt war die Mitwirkung bei der Frankfurter jüdischen Musikwoche, wobei der Verein stärksten Beifall fand; es war eine Ehrung für den Verein, für das jüdische München und die Stadt München; namentlich da der jüdische Gesangverein München der einzige in Deutschland ist, der die Pflege rein jüdischer Musik als Programm hat. Ein besonders guter Griff war das Konzert im Odeon mit Herrn Oberkantor Alter aus Hannover, über welches in diesen Blättern ja eingehend berichtet wurde. Der Verein wirkte auf Einladung der Vorstandschaft der israelitischen Kultusgemeinde bei verschiedenen Veranstaltungen mit; außerdem bei der Tagung der Deutschen jüdischen Lehrervereine und fand immer dankbare Anerkennung. Die Neuwahlen ergaben das bereits gemeldete Ergebnis, Herr Goldberg, Halberstadt und Spät bliebenals Kassier, Schriftwart und Notenwart weiter tätig. Über das Programm des Vereins berichtete Herr Kapellmeister Joseph Zielger, dem der besondere Dank für seine hingebende Tätigkeit ausgesprochen wurde, ebenso wie Herr Dr. Betfack für seine musikalische Mitwirkung wärmsten Dank Das ideale Ziel des Vereins jüdisch-musikalische Tradition zu wahren und zu pflegen, deckt sich mit dem in allen Kulturvölkern bestehenden Streben Altes zu bewahren. Es ist ja erfreulich, daß aus den Reihen der Münchener Judenheit im vergangenen Jahr mehr gesangliche Kräfte mitwirkten und es ist zu hoffen und zu wünschen, daß von den noch Fernstehenden so mancher und so manche sich die Frage vorlegen: Soll ich nicht auch mithelsen an diesem idealen Werk? Die Mitwirkung an gemischten Chorvereinigungen auch von jüdischer Seite ist wärmstens zu begrüßen, da diese ja auch die Erhaltung und Pflege klassischer traditioneller Musik zum Zweck hat; aber all diese Kräfte könnten ebenso gut neben dieser Mitwirkung auch hier mithelfen und dann könnte man die vorhandene jüdische Musik-Literatur noch in ganz anderer Weise ausschöpsen als seither. Den guten Namen, den der Verein in Frankfurt für das jüdische München sich erworben hat, könnte man noch intensiver gestalten, wenn all die, die es können, zu ihm kommen. Die Proben haben begonnen und finden Dienstag abends 8 Uhr im Leffing-Saale statt. Ein interessantes Programm ist entworfen. Es gilt mitzuhelfen für jüdische Ehre und Ehre Münchens. C. Das Jüdische Kammerorchester, München, wirkt am 10. März bei der Purimveranstaltung des B. I. P. imSteinickesaal mit. Vollzähliges, pünktliches Erscheinen aller Orchestermitglieder zu den Proben ist unbedingt erforderlich. Die Proben finden statt: Mittwoch, 20 bis 23 Uhr im Jüdischen Kindergarten, Herzog-Rudolf- Straße 3 (Gebäude der Jüdischen Volksschule). Leitung der Proben vis 10. März: Heinrich Lamm. Guten Streichern und Bläsern ist Gelegenheit zur Mitwirkung geboten. Anmeldung in den Proben oder bei Max Kupfer, Fraunhoferstraße 5, Tel. 26 6 67. Jüdischer Jugendverein, München. Das Arbeitsprogramm ist erschienen. Wir bitten dieses zu verlangen. Wir machen ganz besonders darauf aufmerksam, daß wir beabsichtigen, eine seminaristische Arbeitsgemeinschaft zu bilden, die die neuere Geschichte der deutschen Juden und Fragen des Abwehrkampfes behandeln soll. Die Übernahme der Leitung hat sich liebenswürdigerweise Herr Dr. L. Freund zu übernehmen (Syndikus des C.-V., M.) bereit erklärt. Anmeldungen sind an Herrn Neißer zu richten oder an beit Vereinsabenden abzugeben. Donnerstag, den 1. März, abends halb 9 Uhr, im Heim, St.-Anna-Straße 6, pari.: Musikalischer Unterhaltungsabend. Leitung: Dr. I. Waldner. Statt Dienstag, den 6. März, findet unsere Purim-Feier am Mittwoch, dem 7. März, abends 8 Uhr, im neuen Saale der „Blüte" statt. Siehe Inserat in der heutigen Nummer. Lehrkurse der Israel. Kultusgemeinde München Museumssaal, Promenadestrafje 12 Sonntag, den 11. März, und Montag, den 12. März 1926, abends 8.15 Uhr, 2 Vorträge mit Lichtbilder: Universiiäisprofess or Dr. MAX EISLER, WIEN Die Kunst Max Liebermanns Vorher: Einführung in die Kunstbetrachiung Numerierter Sitzplatz RM. 2.—, Sitzplatz RM. 1.50, Stehplatz RM. 1.—für beide Vorträge Vorverkauf ab 1. März: Sekretariat der Kultusgemeinde, Süddeutsche Konzertdirektion Bauer, Ewer-Buchhandlung

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