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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-03-01 · 4 (1.3.1928) · p. Seite 53

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
4 (1.3.1928)
Article
Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden
Date
1928-03-01
Page
Seite 53 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 4 Bayerische Israelitische Gemeindezeilung 53 Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Ende Januar fand in Berlin eine Sitzung der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gesährdetenfürsorge" statt. Ihr gingen Beratungen der Unterkommissionen für Gesangenen- und Psychopathenfürsorge voran. Die Verhandlungen standen unter dem Vorsitz von Sanitätsrat Dr. Seeligsohn (Berlin). In der Kommissionssitzung für Gefangenenfürsorge, der auch der Vorsitzende des Sozialen Ausschusses des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes, Rabbine- Dr. Horovitz (Frankfurt a. Ai.), teilnahm, wurde mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß vom 1. Februar ab eine enge Zusammenarbeit zwischen der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und dem Sozialen Ausschuß des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes durchgeführt ist, über die noch Näheres durch besondere Mitteilung an die Presse bekanntgegeben wird. Bei den Beratungen standen Fragen des weiteren Ausbaues der Seelsorge und Fürsorge im Vordergrund. Es wurde beschlossen, demnächst in Gemeinschaft mit dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden und dem Sozialen Ausschuß des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes über die einschlägigen Fragen, zunächst für Preußen, mit dem Ministerium zu verhandeln und alsdann Richtlinien für die Arbeit aufzustellen. Im übrigen wurde von dem Beitritt zu dem neugebildeten „Reichszusammenschluß für soziale Gerichtshilfe, Gesangenen- und Entlassenenfürsorge", der unU-r dem Vorsitz des Strafvollzugspräsidenten Muntau in Celle steht, zustimmend in Kenntnis genommen. Die jüdische Wohlfahrtspflege wird nach den getroffenen Vereinbarungen wie die übrigen Konfessionen durch drei Vertreter im Arbeitsausschuß des Reichszusammenschlusses vertreten sein. In der Kommissionssitzung für Psychopathenfürsorge war diesmal die Fragen der Beratungsstellen für schwer erziehbare Kinder und Jugendliche Hauptgegenstand der Erörterungen. Im einzelnen galten sie der Ausstellung eines lückenlosen Verzeichnisses der Beratungsstellen, das nunmehr zusammengestellt ist und nur noch durch Verhandlungen mit einigen jüdischen und interkonfessionellen Stellen abschließend ergänzt werden soll. Zum Schluß wird angeregt, sich demnächst mit der Frage von Beobachtungs-Kindergärten und -Horten zu beschäftigen. Die Kommission für Psychopathenfürsorge ist zur Erteilung aller Auskünfte bereit und würde für jede Mitteilung aus der praktischen Arbeit der jüdischen Psychopathenfürsorge jeglicher Art sehr dankbar sein. In der Plenarsitzung der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gesährdetenfürsorge" konnte Herr Sanitätsrat Dr. Seeligsohn mit besonderer Freude zwei ausländische Gäste begrüßen, nämlich die Herren Cohen (London), Generalsekretär der Jüdischen Gesellschaft für Mädchen- und Frauenschutz und Glücksmann (Buenos-Aires), einen der Vorsitzenden der Jüdischen Mädchen- und Frauenschutzorganisation in Buenos-Aires. Beide gaben eingehende außerordentlich interessante Berichte über den Stand ihrer Arbeiten. Herr Cohen erläuterte dabei insbesondere die Tätigkeit der internationalen Kommission für die Fragen des Mädchenschutzes und Mädchenhandels beim Völkerbund in Genf. Er begrüßte es mit großer Genugtuung, daß nunmehr in der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gesährdetenfürsorge" eine alle beteiligten jüdischen Organisationen umfassende Zentralstelle für die allgemeinen Aufgaben dieses Gebietes in Deutschland geschaffen ist. Herr Glücksmann berichtete ausführlich über die Organisation in Buenos-Aires und brachte vor allem zum Ausdruck, wie stark die jüdische Mitarbeit in Argentinien bei allen Fragen des Mädchenschutzes und der Bekämpfung des Mädchenhandels sei. Die Arbeitsgemeinschaft nahm im übrigen von den Ergebnissen der oben erwähnten Beratungen ihrer Unterkommissionen Kenntnis, bestätigte die Wahl von Frau Paula Ollendorff (Breslau) zur Mitvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gefährdetenfürsorge" und wählte eine Anzahl von Vertretern anderer Organisationen teils in ihren Kreis, teils in ihre Unterkommissionen hinzu. Ferner wurde der Arbeitsgemeinschaft ein eingehendes Rundschreiben über die Mitwirkung der jüdischen Wohlfahrtspflege in der neugeregelten Geschlechtskranken- und Gesährdetenfürsorge, das demnächst gemeinsam mit dem Jüdischen Frauenbund versandt werden soll, zur Genehmigung vorgelegt. Schließlich wurde ein kurzer Bericht über den Stand der Verhandlungen wegen stärkerer Mitarbeit der jüdischen Jugendwohlfahrts- und Gefährdetenfürsorge im Allgemeinen Deutschen Fürsorgeerziehungstag gegeben. Alle Anfragen, die in diesem Bericht erwähnte Arbeitsgebiete im allgemeinen und besonderen betreffen, werden an die Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gesährdetenfürsorge" oder ihre Unterkommissionen, sämtlich Berlin N. 24, Oranienburger Straße 69/11, erbeten. Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Der Verein Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden, Frankfurt am Main, Lange st raße 3 0, veranstaltet eine für den Absatz innerhalb jüdischer Kreise in Preußen ministeriell genehmigte Lotterie, deren Ergebnis zur Errichtung einer Tuberkuloseheil st ätte für jüdische Männer verwendet werden soll. Die Errichtung einer solchen Heilstätte entspricht einem überaus dringenden Bedürfnis. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und die bei ihr bestehende Arbeitsgemeinschaft Jüdische Tuberkulosefürsorge richten an alle ihr angeschlossenen W o h l - fahrtsstellen und Organisationen die Bitte, das Zustandekommen des bedeutsamen Werkes durch reg st e Beteiligung am Absatz der Lose weitgehend fördern zu wollen. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden wird in der Verwaltung des aus dem Ergebnis der Lotterie zu schaffenden Tuberkuloseheims vertreten sein. Wegen Übersendung von Losen und Auskünften wende man sich unmittelbar an den obengenannten Verein in Frankfurt am Main, Langestraße 30. Justizral Dr. Bernhard Breslauer. Ehrenpräsident der Vereinigung für das liberale Judentum, gestorben Berlin, 13. Februar. (ITA.) Am Sonntag, dem 12. Februar, morgens, ist in seiner Berliner Wohnung Herr Justizrat Dr. Bernhard Breslauer im Alter von 77 Jahren verstorben. Justizrat Breslauer war vor einigen Monaten nicht unbedenklich erkrankt, konnte sich aber später vollkommen wieder erholen. Vor einigen Tagen erlitt er in seiner Wohnung einen Unfall. Er stolperte Bayerische Vereinsbank Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayerns rechts des Rheins IW Gold-pfandbrief 91 | «*.83. OtEE «. .\>:!53:SK Sgl V! «k M L rniM WM - W Mmrk. 'Mg f Individuelle Beratung in allen Vermögensangelegenheiten

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