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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-02-01 · 2 (1.2.1928) · p. Seite 27

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
2 (1.2.1928)
Article
Gesellschaft Concordia
Date
1928-02-01
Page
Seite 27 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 2 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 27 Vereins verdient gemacht haben, hob -der Vorsitzende besonders den Namen Michael Nußbaum, dessen geschmücktes Bild auf der Bühne aufgestellt war, hervor. Zum Ende seiner mit starken Beifall ausgenommenen Ausführungen dankte er den Mitgliedern der Vorstandschaft für unermüdliche Arbeit, ries die Mitglieder auf zur Treue zu der Gesellschaft und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nun, nach den überwundenen Schwierigkeiten der letzten Jahre, der Gesellschaft eine neue Blüte beschieden sei. Der Ansprache folgte ein Festspiel „Neunzig Jahre Concordia", verfaßt von Dr. Franz Gutmann, das in launiger Weise den Wandel der Zeiten und die Arbeit der Gesellschaft behandelte und das von Herren und Damen der Gesellschaft ausgezeichnet aufgeführt wurde. Bei dem anschließenden Festbankett ergriff zunächst Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer das Wort, der ausgehend von den Dichterworten: „Tages Arbeit, abends Gäste, sauere Wochen, frohe Feste", der Gesellschaft das Lob zollte, daß sie die Aufgaben der Geselligkeit in idealer Weise erfülle. Die Gesellschaft Concordia bilde ein lebendes Glied im Organismus der Gemeinde. Anschließend sprachen Clementine Crämer für den Jüdischen Frauenbund, Max Krämer für die München-Loge, Dr. Regensteiner für die Jesaia-Loge, Dr. Baron für den Zentralverein. Justizrat Dr. Adolf Strauß dankte dem 1. Vorsitzenden für die zielbewußte Führung und treue Arbeit. Im Namen der alten Getreuen der Concordia sprach Justizrat Leo Oppenheimer. Dem Bankett schloß sich ein Ball an, der die Erschienenen noch lange in froher Laune vereinte. Die Gesellschaft Concordia kann die Feier ihres neunzigjährigen Stiftungsfestes als eine wohlgelungene Veranstaltung und als einen vollen Erfolg ihrer Bemühungen buchen. Krankenfürsorge israelitischer Vereine Die Js r a e l i tisch e Krankenfürsorge e. V. hält im Jahre 1928 ihre Sitzungen, die auch Sprechstunden für nicht dringende Fälle sind an folgenden Tagen, Herzog-Max-Straße 5/1, Rückgebäude, vormittags 11 bis 12 Uhr ab. Januar 12., 26.; Februar 9., 23.; März 8., 22.; April 13., 26.; Mai 10., 24.; Juni 14., 28.; Juli 12., 2 7.; August 9., 23.; September 13., 27.; Oktober 11., 25.; November 8., 22.; Dezember 13., 27.; also stets am zweiten und vierten Donnerstag jeden Monats, ausgenommen 13. April und 27. Juli (Freitag). Dringende Fälle sind zu melden: Hirschinger (90 7 71) oder Justizrat Oppenheimer (56 5 49) eventuell Wohlfahrtsamt (92 8 83). Allgemein wird darauf hingewiesen, daß es unstatthaft ist, die Israelitische Krankenfürsorge e. V. oder, wie es oft geschieht, die Israelitische Kultusgemeinde, die nur in ganz besonderen Fällen eintreten kann, als Trägerin der Kosten bei Aufnahme in eine öffentliche Krankenanstalt zu bezeichnen. Ist eine Aufnahme in eine Krankenanstalt unumgänglich notwendig, so wird die Aufnahme auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen über die Fürsorge ohne vorherige Kostenübernahmeerklärung erfolgen und wird weiteres durch die Verwaltung der Krankenanstalt veranlaßt. In allen anderen Fällen müssen die Kranken, bzw. ihre Angehörigen, sich vorher über Kostentragung durch die Krankenfürsorge vergewissern. Bei Aufnahme in eine private Krankenanstalt kann und wird die Krankenfürsorge nur in Ausnahmefällen eintreten. vücderschau Ilplon Sinclair: „Petroleum". Malik-Verlag, Berlin Der Vefasser, uns besonders bekannt durch „Jimmie Higgins", gibt hier die Entwicklung eines jungen Petroleum-Millionärs zum Sozialisten. Eingesponnen in die Welt amerikanischen Petroleumreichtums, sich selbst endlich nach langer Unsicherheit befreiend wird der Held Anlaß zu der Entrollung farbigster und fesselndster Bilder seines Milieus. Die bigotte Mischung von Christian Science und Jazz, von Korruption rnib Heuchelei sehen wir ebenso wesentlich für Amerikas Art wie die expansive und großzügige Trustentwicklung. Langjährige Erfahrung im Ölgebiet, ein miffühlendes Herz für gemordete Revolutionäre, das Wissen um die neuen Geisteskräfte in der Arbeiterschaft schaffen sympathische Gestalten der neuen Gesellschaft, zu der sich der junge Magnat hinwendet. Jedem, der sich für die neue Welt und ihre Probleme. interessiert, kann dieses lebendige und wirklichkeitsgeborene Buch aufs beste empfohlen werden. Manfred Heß. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums Das Dezemberheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums eröffnet einen Aufsatz von Rabbiner Dr. Dienemann über neuere Schriften zur Frage nach dem Verhältnis von Urchristentum und Judentum. Wenn auch selbstverständlich die Subjektivität der christlichen Forscher sich geltend macht, so ergibt doch Dienemanns Bericht, daß die auf weit überlegene Quellenkenntnis begründeten Darstellungen jüdischer Forscher auch in christlichen Kreisen nicht ohne starken Eindruck geblieben sind, und daß bei jüngeren Theologen der Wille, dem Judentum gerecht zu werden, durchaus besteht. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, welche die Monatsschrift herausgibt und ihren Mitgliedern unentgeltlich zusendet, hat an dem Verdienste, solche Aufklärung herbeigeführt zu haben, wohl den stärksten Anteil: jeder, der zur Verbreitung der Wahrheit über das Judentum beitragen will, sollte durch Zahlung des Mitgliedsbeitrags von RM. 10.— an das Postscheckkonto der Gesellschaft (Berlin 7030, Paul Veit Simon) die Mitgliedschaft erwerben. Übrigens enthält das Heft neben sehr gediegenen Beiträgen, die wesentlich den Forscher interessieren, auch Abhandlungen wie die Darstellung der Geschichte der Juden in Bremen während des 19. Jahrhunderts (von Max Markreich), die nach Inhalt und Form einen weiten Leserkreis zu fesseln vermag. Vereine Führertagung der Junggruppen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands An den letzten beiden Chanukkahtagen trafen sich in Düsseldorf zum ersten Male Führer der Junggruppen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands zu einer Tagung, die für die Arbeit des gesamten Verbandes von wesentlicher Bedeutung sein wird. Denn in den Junggruppen baut sich ganz besonders die Z ukunft dieser großen Gemeinschaft jüdischer Jugend auf. Ein Zusammensein junger Menschen, die — von geringen Ausnahmen abgesehen — im Alter von 15 bis 18 Jahren stehen, verdient darum die Aufmerksamkeit der jüdischen Öffentlichkeit. Außer dem Leiter des Dezernats für Junggruppen, I. Raphael, Beckum in Wests., und dem Dezernatsmitglied Jetta Mamlock (Wesermünde) waren u. a. Jungführer aus den Gruppen Chemnitz, Düren, Düsseldorf, Euskirchen, Gelsenkirchen, Trier anwesend, die Verbandsleitung selbst war durch Rabbiner Dr. Klein, Herbert Felsenthal, Edith Goldberg und Ernst Holzer (Frankfurt a. M.) vertreten und hat damit am besten dokumentiert, welche Bedeutung sie der Junggruppenarbeit beimißt. Zu erwähnen ist, daß die Synagogengemeinde Düsseldorf ihr Vorstandsmitglied, Herrn Leyser entsandt hatte, um die Tagung zu begrüßen und den Gang des Tagesprogramms beizuwohnen. Alle notwendigen Vorbarbeiten waren in mustergültiger Weise vom Bund jüdischer Schüler Düsseldorfs, Leitung Gert Weyl, geleistet worden. Jungens und Mädels wetteiferten in der Sorge und Betreuung der auswärtigen Gäste. Der erste Tag brachte zwei Referate, die das Thema „Junggruppen und Verband" behandelten, Arthur Hermanns (Düsseldorf) und Mariamne, die letzte Hasmonäerin Historische Erzählung von Ludw.Philippson erscheint in Fortsetzungen in der neuen Zeitschrift für die jüdische Jugend DAS ZELT Verlag B. Heller München Herzog-Max-Str. 4

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