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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1928-02-01 · 2 (1.2.1928) · p. Seite 22

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
4 (1928)
Issue
2 (1.2.1928)
Article
Landheim Sulzbürg (Oberpfalz) : der Esra-Gruppe Nürnberg e. V.
Date
1928-02-01
Page
Seite 22 (sequence 1)
Language
German
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22 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 Landheim Sulzbürg (Oberpfalz) der Esra-Gruppe Nürnberg e. V. Die Bedeutung der Landheime auf sozialem und erzieherischem Gebiet hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Die Erkenntnis, daß hier wirksamste Hilfe aus den beiden genannten Gebieten gemäß den Erfordernissen unserer Zeit geleistet werden kann, setzt sich immer mehr durch. In den verschiedensten Gegenden Deutschlands bestehen heute Landheime, die Angehörigen aller jüdischen Kreise zu den billigsten Verpflegungssätzen Aufnahme gewähren und über den rein körperlichen Erholungserfolg hinaus, auch geistige Förderung des Jugendlichen durch die Einwirkung des jüdischen Milieus erstreben. Das feit fünf Jahren bestehende Landheim in Sulzbürg (Oberpfalz) der Esra-Gruppe Nürnberg e. V. hat, wie der in diesem Jahre erstmals in Druck erscheinende Bericht für 1927 erkennen läßt, in seinem Wirken für soziale und erzieherische Förderung von Jugendlichen durch die erzielten Erfolge, seine Daseinsberechtigung bewiesen. Es hat, wie die Nachfrage zeigt, dargetan, daß hier eine Lücke in der jüdischen Wohlfahrtspflege für Süddeutschland ausgefüllt wurde. Aufnahme fanden aber auch Kinder aus dem ganzen übrigen Deutschland. Betont sei, daß das Sulzbürger Heim das einzige im Eigentum einer Esragruppe befindliche ist. Unter den besten Bedingungen landschaftlicher Umgebung, der Räumlichkeiten, Verpflegung und vor allem des angestrebten jüdischen Milieus, kann hier tatsächlich, wie der Bericht ersehen läßt, bei fortschreitender günstiger Entwicklung Vorzügliches geleistet werden. An Einzecheiten sei aus dem Bericht angeführt, daß im vergangenen Jahre in den Monaten Juli-August 42 Jugendliche Aufnahme finden konnten. Der Verpflegungssatz betrug RM. 3.— pro Kopf und Tag. In dem nächsten Jahre beziffert sichdasFassungsoermögen des Heims auf 25 bis 30 Jugendliche für die Abteilung. Wegen Verwertung des Heims in der übrigen Zeit des Jahres, wird mit anderen Organisationen verhandelt. Geplant wird die Errichtung einer Erholungsstätte für junge Kaufleute im Heim. Die finanzielle Lage des Heims ist zur Zeit, da noch der Kaufpreis abzutragen ist, eine äußerst angespannte. Die Unterstützung dieser wichtigen Institution - kann dringend empfohlen werden. Exemplare des Jahresberichts find bei der Geschäftsstelle: Dr. Heinrich Klein, Nürnberg, Bauerngasse 36, zu erhalten. Meldungen für Juli, August (Jugendliche von 12 bis 18 Jahre) können auch heute schon eingereicht werden. - Winke für die Ausbildung der schulentlassenen jungen Mädchen Jetzt, kurz vor Ostern, taucht in vielen Familien die schwierige Frage auf: „welche weitere Ausbildung sollen wir unseren Töchtern geben?" Manches junge Mädchen versucht auch selber ein Bild von dieser oder jener Berufsausbildung zu erhalten und kann doch zu keinem Entschluß kommen,.da ihm einfach noch das Urteil fehlt, welcher Berufsweg nun wirklich seinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Besitzen doch nur ganz wenige junge Mädchen so starke Talente, daß ihnen die Ausbildung vorgeschrieben ist. Sehr zu empfehlen ist in den allermeisten Fällen der Besuch einer staatlich genehmigten wirtschaftlichen Frauenschule auf dem Lande. Wir besitzen in Deutschland zur Zeit eine derartige jüdische Schule in Wolsratshausen, das in dem gesunden und schönen Isartal liegt. Der Jahreskursus, den die Schülerinnen in dem dort eingeführten „Frauenlehrjahr" besuchen, wird ihnen bei fast jeder weiteren Berufsausbildung angerechnet. Der Lehrplan ist so vielseitig, daß die Schülerinnen während der dortigen Ausbildungszeit erproben können, ob sie sich zu einem praktischen oder wissenschaftlichen, zu einem sozialen oder pädagogischen, zu einem hauswirtschaftlichen oder außenwirtschaftlichen Beruf eignen werden. Aber auch für diejenigen jungen Mädchen, die nicht die Absicht haben, sich irgendwie beruflich auszubilden, ist der Besuch des „Frauenlehrjahres" sehr wertvoll. Die Erinnerung an ein strammes Arbeitsjahr in einfacher, schöner ländlicher Umgebung unter gesundheitlich günstigen Bedingungen mag vielleicht manches Frauenleben reicher gestalten und ist unseren jüdischen Mädchen besonders zu wünschen. Äusbildungsfragen und andere Auskünfte werden jederzeit gerne von der Schulleitung gegeben, von der auch Prospekte zu erhalten sind. Erwähnt sei auch noch, daß gute allgemeine Gesundheit und abgeschlossene Mittelschulbildung für das Wolfratshausener Frauenlehrjahr vorausgesetzt werden. H. B 6us der Semeinde Gedächtnisfeier für Dr. H. Ehrentreu Anläßlich der ersten Jahrzeit für Rabbiner Dr. Ehrentreu fand eine Feier am Grabe statt. Rach einleitenden Worten von Rabbiner Dr. Daerwald übergab Oberlandesgerichtsrat Dr. Reumeyer das von dem Bildhauer Zadikow geschaffene schlichte Grabmal aus rotem „Ruhpoldinger" Marmor, das die Gemeinde in dankbarer Würdigung der Verdienste des Verstorbenen hak errichten lassen, der Familie. Rabbiner Dr. Ehrentreu sprach als Sohn Worte des Dankes» sodann würdigte Justizrat Leo Oppenheimer für den Verein Ehewra Sadifcha die besonderen Verdienste des Verewigten für diese Vereinigung. Das von Herrn Davidowitsch vorgetragene El mole rachamim und das kaddischgebek schlossen die kurze aber eindrucksvolle Feier, zu der sich Mitglieder der Gemeinde und der gemeindlichen Verwallungskörper in großer Zahl eingefunden hatten. In der nächsten Rümmer der Zeitung wird in einem größeren Aufsah das literarische Schaffen Dr. H. Ehrentreus f. A. zu Wort kommen. Karl Frankenburger, Sohn des Geheimen Justizrats Professor Dr. Frankenburger, starb nach langem Leiden im Alter von 24 Jahren. Der Verstorbene, der philosophischen und kunsthistorischen Studien oblag und eine Reihe von Arbeiten auf diesem Gebiete hinterlassen hat, war eine frühvollendete, reife Persönlichkeit. Sein Hinscheiden trifft die Familie, die den ältesten Sohn, Rechtsanwalt Dr. Ernst Frankenburger im Jahre 1916 vor Verdun verloren hat, besonders schwer. SChokolade, * Orodimeru MAUXION kosdudh}! begehrt und berühmt

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