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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-12-13 · 12 (13.12.1927) · p. Seite 371

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
12 (13.12.1927)
Article
Bund gesetzestreuer israelitischer Gemeinden Bayerns
Date
1927-12-13
Page
Seite 371 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 371 und gehoben werden kann. Er verglich in geistvoller Weise die abgelaufene Periode mit dem Zeitalter des Achas und schloß mit der Hoffnung, daß wie damals auch jetzt ein Zeitalterder C h i s k i j a folgen werde. Der Redner hat es verstanden, mit seinen von Thoraworten gewürzten Ausführungen alle Anwesenden von Anfang bis Ende zu fesseln und veranlaßte eine fruchtbare Diskussion, an der sich die Herren Sam. Pfeuffer (Würzburg), Rabbiner Dr. Bamberger (Kissingen), Dr. Rathansen (Würzburg), Lehrer Brückheimer (Marktbreit), Landau (Fürth) und Lehrer Bamberger (Kitzin gen) beteiligten. Hieraus wurden folgende Resolutionen angenommen: I. Der Bund gesetzestreuer israelitischer Gemeinden Bayerns möge dafür Sorge tragen, daß in verschiedenen Zentren stärkerer jüdischer Landsiedlung Kurse für stimmlich begabte, mit einigen Vorkenntnissen ausgestattete Privatleute eingerichtet werden, in denen diese im korrekten, herkömmlichen Vortrag der Gebete, im Vorlesen aus der Thora und im Schofarblasen ausgebildet werden. Den Teilnehmern dürfen keine Kosten erwüchsen. II. Der Bund möge mit den in Betracht kommenden Jugendorganisationen und der V.J.A. Fühlung nehmen, daß diese 1. in Fortsetzung und weiterem Ausbau ihres bisherigen Wirkens ihre dazu befähigten Mitglieder veranlassen, auf dem Lande an Sonntagen Vorträge zu halten und Kurse zu veranstalten; 2. junge Leute, besonders solche, die nicht in Familie leben, bewegen, über Schabbos in Gemeinden, die keinen Lehrer oder kein Minjan haben, die Funktionen beim Gottesdienst zu übernehmen und das Minjan zu ergänzen. Einer köstlichen Nachspeise vergleichbar folgte der Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Stein (Schweinfuvt): „Die Volksseele in der hebräischen Sprache" Die Rede zeugte von einem tiefen Eindringen und feinem Einfühlen in G e i st und Wesen der heiligen Sprache, wie sie nur jemanden möglich sein kann, der sich mit besonderer Liebe in sie versenkt. Wie es der Redner verstand zu zeigen, daß die hohen und reinen Ideen und Anschauungen des jüdischen Volkes in seiner Sprache zum Ausdruck kommen, wie die hebräische Sprache wahrlich „das rein st e Gefäß für die reinsten Gedanken" darstellt, war jedem Zuhörer ein Erlebnis. Begeisterter Dank wurde den beiden Hauptrednern des Tages zuteil. Als Ort für den nächsten Bundestag wurde Schweinfurt bestimmt. Das Hauptreferat wird auf Antrag von Herrn Rabbiner Dr. Bamberger (Kissingen) das religiöse Wirken der jüdischen Frau behandeln. Nus der öemeinde Gemeindliche Lehrkurse Es sei nochmals ausdrücklich auf den Vortragsabend von Dr. R. Levy: „Jesaia", zweiter Abend, hingewiesen, der am 14. Dezember, 20 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1/0, stattfindet. Begrüßungsabend für Chajim Weizmann in München Das Münchener Keren-Hajessod-Komitee benützte die Gelegenheit, daß Herr Prof. Dr. Weizmann sich kurz in München aufhielt, der am Wiederaufbau Palästinas interessierten jüdischen Öffentlichkeit GelegenlM zu geben, den derzeit größten Führer dieses Werkes in feierlicher Weise zu begrüßen. Der Cherubinsaal des Hotels „Vier Jahreszeiten" war einschließlich der Galerien bis auf den letzten Platz gefüllt und vielen konnte wegen Raummangels kein Zutritt mehr gewährt werden. Viele Hunderte waren zu der festlichen Veranstaltung erschienen, an ihrer Spitze Mitglieder des Vorstandes und der Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde. In formvollendeter Weise begrüßte Herr R.-A. Dr. A. Perlmutter namens der Zionistischen Ortsgruppe und des Münchener Keren-Hajessod-Komitee den berühmten Gast. Nicht allein als Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation stellte er chn den Erschienenen vor, seine über die Tagesbedeutung hinausgehende Größe zeigte er im erinnernden Hinweis auf die vor zehn Jahren durch Weizmanns Bemühungen erzielte politische Anerkennung des jüdischen Volkes in der Balfourdeklaration. Daß Weizmann und seine Helfer nach diesem Erfolge nicht ruhten, sondern erst mit voller Kraft die Palästinaidee in das Palästinawerk wandelten, ist sein hohes Verdienst. Namens der Israelitischen Kultusgemeinde München begrüßte Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer den bedeutendsten Vertreter einer Idee, die Faust gleich in der Gewinnung neuen Bodens, in der Urbarmachung von Sümpfen, in der Besiedlung neuerschlossener fruchtbarer Erde mit Tausenden von tätigen, in Gemeinsinn verbundenen Menschen höchste Befriedigung sucht und findet. Durch den Palästinaaufbau wird die jüdische Kultur eine ehrenvolle Leistung vor aller Welt vollbringen. Der Boden unserer Väter soll wieder aufblühen als Ausgangspunkt zu erneuter Befruchtung der im Altertum blühenden Gebiete zwischen Euphrat und Nil. Ferner erinnert Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, daß die Münchener Kultusgemeinde schon bei der Einweihung der Jerusalemer Universität — einer Lieblingsschöpfung des heutigen Gastes — ihre Verbundenheit mit dem Lande unserer Ahnen bewies. So sei auch die Zusammenkunft als Zeichen der Verehrung und Bewunderung des Mannes anzusehen, der der hervorragendste Vertreter des Palästinaaufbaugedankens ist, der ein echt jüdischer Gedanke ist. Als Vertreter der hebräisch sprechenden Jugend, der Jugend überhaupt, überbrachte Herr Dr. Seide in hebräischer Sprache deren Grüße dem Vorkämpfer für die hebräische Wiederbelebung und dem tatkräftigsten Vertreter der Universitätsidee. Die Erreichung der großen Ziele der zionistischen Bewegung: Wiederbelebung der hebräischen Sprache, Besiedlung des Landes und Regeneration des jüdischen Volkes erhofft er von der Leitung von Prof. Dr. Weizmann. Nun ergriff Prof. Dr. Chajim Weizmann das Wort zu Ausführungen, die in ihrem einfachen, schlichten Vortrag klar und unpathetisch, aber gerade deshalb lebenswahr und eindrucksam sich jedem Zuhörer einprägten. Er schilderte die der- ROSNER& SEIDL Die gute Wäsche für die Dame für den Herrn für das Kind für den Haushalf MÜNCHEN / 21 DIENERSTRASSE 21

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