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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-11-11 · 11 (11.11.1927) · p. Seite 336

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
11 (11.11.1927)
Article
Programm der Lehrkurse im November und Dezember
Date
1927-11-11
Page
Seite 336 (sequence 2)
Language
German
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336 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 1 Vorträge Infolge Raummangels berichten wir über die Borträge „Wandlungen im Liberalismus" von Dr. Elk und „Der Talmud als Angriffspunkt unserer Feinde" von Dr. Rülf erst in nächster Nummer. Hilfsoerein der Deutschen Juden Am 3. November hielt der Hilfsverein der Deutschen Juden eine Werbeversammlung im Hotel „Union" ab. Als Redner des Abends waren erschienen Prof. Dr. Mittwoch, Direktor des Orientalischen Seminars der Berliner Universität, und Dr. Mark Wischnitzer, Generalsekretär des Hilfsoereins. Rabbiner Dr. Baerwald eröffnete die Versammlung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Ausführungen der Redner nicht nur Interesse, sondern auch Lust zur Mitarbeit erwecken würden. Nach ihm begrüßte Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer die Redner im Namen der Israelitischen Kultusgemeinde München und des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Eine elementare Katastrophe sei über die jüdische Bevölkerung in Rußland hereingebrochen. Diese bedrohten Menschenmassen liegen vor den Toren des Deutschen Reiches. So seien es ganz bestimmte reale Zwecke, die neben den humanitären den deutsch-jüdischen Standpunkt bestimmten. Auch sei das Deutsche Reich auf die wirtschaftlichen Beziehungen zu Rußland angewiesen. Die Juden, die sich die deutsche Sprache bewahrt hätten, seien die gegebenen Vermittler. Noch ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt sei zu beachten, nämlich die Herabminderung der jüdischen Bevölkerungsziffer in Deutschland. In einer Versammlung des Frontkriegerbundes zu Berlin habe sich kürzlich Rabbiner Dr. Baeck an die Erschienenen gewandt und gefordert, man solle den Juden die Naivität, die Freude an Familie ^yfitünehen. zifidte «acß 9llaß Im&iivit Acit ii&ax 50 £faft/ten £Re^cmiidXax (Jffeiu <leA^jDe£rfiaiiA2A £andan 0e£je. §jia/itanjiuje und Nachkommenschaft wiedergeben. Hier rufe uns das Aufbauwerk aus dem nahen Osten zu: Versucht es und es wird gelingen. Es sei zu hoffen, daß wir in dem russischen Aufbauwerk lernen möchten, was uns selbst nottut. Prof. Dr. Mittwoch dankte beiden Rednern für die freundliche Aufnahme. Er wolle in wenigen Strichen ein Bild der bisherigen Tätigkeit des Hilfsvereins zeichnen. Früher hat man bei Katastrophen im Osten von Fall zu Fall ein Komitee gebildet. Später hat man sich entschlossen, für solche Fälle eine ständige Organisation zu schaffen, den Hilssverein. Der. Hilfsverein hat drei Aufgaben: das Schulwerk, das Auswanderungswesen und das eigentliche Hilfswerk. Nach Kriegsende habe sich der Hilfsverein von seinem Schulwerk in Palästina zurückgezogen. Doch seien Wünsche laut geworden, daß der Hilfsverein seine Tätigkeit daselbst dort wieder aufnehme. Hinsichtlich des Auswanderungswesens sei zu bemerken, daß der Hilfsverein im Jahre 1904 die Aufgabe erhiet, eine Zentralstelle für das Auswanderungswesen einzurichten. Schon in den ersten Jahren seines Bestehens habe der Hilfsverein Anlaß zu Tätigkeit gehabt, bis endlich die große Pogromwelle der Jahre 1905/06 über Rußland hereinbrach. Damals bereiste der verewigte Dr. Nathan Rußland und stellte einen Verteilungsplan auf, nach dem die 'Gesamtsumme von 14 Millionen, die damals in allen Ländern gesammelt worden waren, verteilt wurden. Durch den Schwarzbartprozeß in Paris fei man wiederum an die Pogrome der Jahre 1918/19 erinnert worden. Auch damals habe Dr. Nathan an Ort und Stelle um Linderung der ungeheueren Leiden sich bemüht. Für die ukrainischen Waisenkinder und das Schulwerk seien 225 000 RM. aufgewendet worden. Nun habe sich ,der Hilfsverein einer Lieblingsidee Dr. Nathans zugewendet, der Siedlung in Rußland. Diese zu leisten sei der Hilfsverein nur in geringem Maße imstande. Die iHauptmittel stammen von dem Joint, doch in geringem Maße sei eine Beteiligung möglich, der Hilfsverein müsse ergänzend einspringen. Dr. Wischnitzer sprach, unterstützt durch eine Reihe von interessanten Lichtbildern, über das Siedlungswerk in Rußland. (Fortsetzung auf Seite 339.) i, O'beatinerjtr.7 ' " ' MJUJSCHJET^. \ QrafJRrcoftrlaiöj maj)

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