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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-11-11 · 11 (11.11.1927) · p. Seite 334

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
11 (11.11.1927)
Article
Hilfsverein der deutschen Juden
Date
1927-11-11
Page
Seite 334 (sequence 2)
Language
German
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334 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 11 gemeinde Dresden; Siegbert Seckelsohn (Berlin); Salomon Simon (Bonn); Prof. Dr. M. Sobernheim (Berlin); Ludwig Schiff (Frankfurt a. M.); Dr. Paul Schottländer (Breslau); Julius Schwarz (Berlin); Bezirksrabbiner Dr. Stein (Schweinfurt); M. A. Straus (Karlsruhe): Berthold Timendorser, Geh. Justizrat (Berlin); Dr. Benno Walter (Berlin): Max M. Marburg (Hamburg); Prof. Dr. I. Winter, Rabbiner (Dresden). Geschäftsstelle des Hilfsvereins: Berlin, Steglitzer Straße 12; Telephon: Lützow 6236. Bankkonto: Deutsche Bank, Dep.-Kasse C, Berlin W 9, Potsdamer Straße 127/128. Postscheckkonto: Berlin 33 126. flus dem Verbände Reichsbund jüdischer Frontsoldaten E. 73. Landesverband Bayern Am 15. und 16. Oktober 1927 hielt der Landesverband Bayern des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten in Regensburg feine diesjährige Delegiertentagung ab. Am Abend des 15. Oktober fand im „Parkhotel Maximilian" eine Begrüßungsfeier statt, zu der eine stattliche Zahl von Angehörigen der Regensburger Kultusgemeinde erschienen war. Andern Tags früh 9 Uhr ehrten die Delegierten in Gegenwart der Israelitischen Gemeinde Regensburg das Andenken der gefallenen Kameraden durch eine würdige Feier in der Synagoge. Chor- und Sologesang umrahmten eine zu Herzen gehende Rede des Distriktsrabbiners, Herrn Dr. Harry Levi. Darauf sprachen am Gedenkstein vor der Synagoge die Kameraden Dr. Strauß und Dr. Werner ausgezeichnete und formvollendete Worte des Gedenkens für die Opfer des Weltkrieges. Dr. Werner legte noch vor der ergriffen lauschenden Gemeinde am Gedenkstein einen Lorbeerkranz nieder. Nach dieser Feier, die bei allen einen tiefen, unvergeßlichen Eindruck heroorrief, begann im Hotel „National" die Delegiertentagung. Die Vertreter des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, des Centralvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Landesverband Bayern und Ortsgruppe Regensburg, der Kultusgemeinde, des Rabbinats und des jüdischen Jugendvereins Regensburg wurden von dem Vorsitzenden der Tagung, Herrn Dr. Alfred Werner, herzlich begrüßt und dankten hierauf in anerkennenden Worten für die alle Kreise der jüdischen Bevölkerung umfassende Tätigkeit des R. j. F. Herr Dr. Werner erstattete sodann den Geschäftsbericht, aus dem besonders die rege Tätigkeit für den Siedlungsgedanken hervorgehoben werden muß. Die darauf folgende Aussprache zeigte ein hohes Niveau. Nach einftündiger Mittagspause wurde die Tagung durch einen Bericht des Herrn Dr. Freund, des Syndikus des Central-Vereins, Landesverband Bayern, über die politische Lage in Bayern fortgesetzt. Der ausgezeichnete Bericht brachte den Anwesenden interessante und überraschende Aufschlüsse über Wandlungen der Parteien zur jüdischen Frage. — Hierauf erstatteten die Delegierten der Ortsgruppen ihrerseits auch Bericht über Tätigkeit und Zustand der Ortsgruppen. Den Abschluß bildete eine große Zahl von Anträgen, die von den Ortsgruppen gestellt waren, sie wurden, von kleinen Abänderungen abgesehen, einstimmig angenom- Erst gegen Abend war die reichhaltige Tagesordnung zur Befriedigung aller Anwesenden erledigt. Alle Teilnehmer hatten das Gefühl, daß durch diese Tagung nicht nur die notwendige Arbeit des Frontbundes gefördert wurde, sondern daß auch das kameradschaftliche Verhältnis nicht nur für die einzelnen Delegierten, sondern auch für deren Ortsgruppen neue Nahrung erhalten hat. Fürth. Am 30. Oktober 1927 fand die Jahresversammlung des Vereins statt, bei welcher der Vorsitzende in seinem Jahresberichte hervorhob, daß die seit 65 Jahren bestehende Israelitische Realschule mit Vorschule wieder eine Vermehrung der Schülerzahl hatte, und ihren guten Ruf bewährte. Besonders melden sich immer mehr Schüler von auswärts, infolge der bewährten Leitung der Anstalt. Hingegen läßt die finanzielle Lage zu wünschen übrig, da die Spenden durch die letztjährige schlechte Geschäftslage und die große Not des Mittelstandes leider zurückgegangen sind. Hoffentlich wird im kommenden Jahre durch den lebhafteren Geschäftsgang wieder ein reichlicherer Zufluß von Spenden der Gönner und Freunde stattfinden. Dankbar wird die Unterstützung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden hervorgehoben, um die einzige israelitische Realschule in Bayern zu erhalten, und die Erwartung ausgesprochen, daß von dieser Seite, sowie von der Kultusgemeinde Fürth auch fernerhin Subventionen gewährt werden. Auch wurde der Tätigkeit der auswärtigen Kuratoriumsmitglieder, Herren Felix Feuchtwanger (München) und Moritz Felsenstein (Frankfurt a. M.) sowie dem Ehrenmitglied, Herrn M. W. Zinner in London und allen Gönnern und Freunden der Anstalt Dank gezollt. Der Kassabericht weist ein Defizit von etwa RM. 5000.— auf, welche im neuen Etatsjahre nur dann beseitigt werden können, wenn die Spenden wieder wie früher reichlicher zufließen. Es ist das um so nötiger, als den Angestellten durch die neue Besoldungsordnung Gehaltserhöhungen bewilligt werden müssen. Wenn der Etat auch ziemlich hoch ist infolge der Vorschriften der staatlichen Aufsicht, so ist es doch wert, den Kindern vor allem eine jüdische Schulbildung verbunden mit allen profanen Wissenschaften von staatlichen Mittelschulen angedeihen zu lassen. Die austretenden Herren wurden wieder ins Kuratorium gewählt. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit dem Appell, gleich den' Vorjahren dafür zu sorgen, daß sich die Schule auch in finanzieller Hinsicht wieder mehr heben wird zum Segen und Stolze für das bayerische Judentum. Bad Dürkheim (Pfalz). Sonntag, den 30. Oktober 1927, wurde in der Synagoge zu Bad Dürkheim (Pfalz) eine Gedenkfeier zu Ehren der Gefallenen veranstaltet. Zwei schlichte Gedenktafeln aus Marmor in dem Gotteshaus der israelitischen Kultusgemeinde sollen nun das Andenken der Gefallenen im Weltkriege aus der Gemeinde festhalten und der Nachwelt Zeugnis von dem Opfermut dieser Männer, die ihr Bestes, das Leben, dem Vaterlande gaben. Dezirksrabbmer Dr. E. Steckelmacher hielt die Weiherede. Ihr folgte eine religiöse Ansprache des Synagogenrates Ludwig Strauß, welche der eindrucksvollen Feier einen würdigen Abschluß Altenstädt a.d. Iller. Man schreibt uns: Der Vorwurf, daß sich der Jsraelite gerne vom Kriegsdienste zu drücken suche, will trotz aller gegenteiligen Beweise nicht aus den Reihen unserer antisemitischen Ankläger schwinden. Weder die große Zahl der jüdischen Todesopfer im letzten Weltkriege noch diejenige der Kriegsdekorierten können das Vorurteil jener unbelehrbaren Kreise korrigieren. Daher darf keine Gelegenheit versäumt werden, die von der Bewährung unserer Glaubensgenossen im Kriege Zeugnis gibt, und zwar nicht erst aus der neuesten Zeit. Die hiesige Kultusgemeinde, welche auf ein Alter von nahezu 300 Jahren zurückblicken kann, liefert den klarsten Beweis, daß der Jude als Staatsbürger bemüht ist, seinen vaterländischen Pflichten voll und ganz nachzukommen. Wir haben hier nicht nur Todesopfer aus dem Weltkriege und aus dem D H A U S MÜNCHEN karlsplatz s D ER Q U A L / 7 Ä T S S N. STARK & Cil T 0 F F E NÜRNBERG i LUITPOLDSTRASSE 11 'S

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