Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 9 (19.9.1927)
- Article
- Tätigkeitsbereich der Hebräischen Sprachschule München über das Wintersemester 1926/27
- Date
- 1927-09-19
- Page
- Seite 286 (sequence 2)
- Language
- German
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286 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 Schülern aller Kurse Gelegenheit geboten wurde, das praktische Sprechen zu erlernen. Es wurden in diesem Semester acht öffentliche Vorträge gehalten (hebräischer Klub). Auf Anregung einiger Chaluzim wurde ein Chaluzkurs am 18. Dezember 1926 eröffnet, jedoch wegen zu geringer Beteiligung am 22. Januar 1927 wieder geschloffen. Der Besuch des hebräischen Klubs sowie des Chaluzkurses war unentgeltlich. Das Schulgeld für die Kurse betrug 24 M. pro Semester. Aus der allgemeinen Vesuchsstatistik geht hervor, daß insgesamt 2l1j2 Wochenstunden erteilt wurden, die von insgesamt 56 Schülern besucht wurden. Davon waren 29 Neueintretende, die übrigen (27) Schüler waren aus dem vorigen Semester. Während der Berichtsperiode wurden insgesamt 308 Unterrichtsstunden abgehalten, davon 2681/s Kursstunden, dö1/» Konversationsstunden und 4 Chaluzkurse (je 1 Stunde). Insgesamt nahmen an dem Unterricht 978 Schüler teil. Die' Teilnahme der Schüler an allen 5 Grundkursen war äußerst rege und gewissenhaft; die 2 Parallelkurse (Kurs la und Kurs Ila), die ausschließlich aus Studenten bestanden, wurden nicht regelmäßig besucht. Im allgemeinen kann die fünfmonatliche Unterrichtsperiode als eine erfreuliche bezeichnet werden. Die Finanzierung der Schule erfolgte aus den Eingängen der Schulgelder und der monatlichen Subvention der Israelitischen Kultusgemeinde. L e h r st o f f Kurs I: In den 421/2 Unterrichtsstunden des Semesters (bei 2 Wochenstunden), wurden die Formen Kal und Piel sowie Deklinationen und Übungen zum Grammatikstoff durchgenommen; außerdem Übersetzungen in's Hebräische und Konversation. Gjftuneherx <jfgiridte 3^e^en&(cidun^ ««cß 9ftaß ßetäailtt Aelt ü&eA 50 £fa&ien SoaJön ^Regenui&tex §>jiaxtan^ü^c Kurs II: In 66^/2 Unterrichtsstunden (bei 5 Wochenstunden) wurde folgender Stoff durchgenommen: Übersetzungen vom Deutschen in's Hebräische aus dem Rathschen Lehrbuch; Wiederholung der Formen Kal, Piel, Nifal; Übersetzungen in's Hebräische: Verele Schweiger und Israel Giladi. Literatur: Träumer und Kämpfer von Jaari. Kurs Ila: In 21 Wochenstunden (bei 6 Wochenstunden) wurde folgender Stoff durchgenommen: Übersetzungen und Konversation aus dem Rathschen Lehrbuch. Wiederholung der Formen Kal, Piel und Hitpael sowie Übungen zum Grammatikstoff. Kurs III: In 551/2 Unterrichtsstunden (bei 5 Wochenstunden) wurde folgender Stofs durchgenommen: Gelesen: Der Fluch einer Sterbenden; Gerschuni, die Liebe vom Buche Sefer Haadam. Wiederholung der Formen Kal und Piel, Nifal und Hitpael und Übungen zum Grammatikstoff. Konversation: Berele Schweiger, Israel Giladi und kleinere Übersetzungen aus dem Buche Jiskor. Literatur: Sefer Haadam von Fichmann, Träumer und Kämpfer von Jaari, Jiskor. Kurs IV: In 38 Unterrichtsstunden (bei 2 Wochenstunden) wurde folgender Stoff durchgenommen: Wiederholung aller sieben Formen in der Grammatik durch schriftliche und mündliche Übungen. Konversation: Dwora Drachler, Manja Schochat. Gelesen: Judenstaat und Judennot von Achad Haam. Literatur: Träumer und Kämpfer von Jaari, Achad Haam. Kurs V: In ölVs Unterrichtsstunden (bei 5 Wochenstunden) wurde folgender Stoff durchgenommen: Wiederholung aller sieben Formen in der Grammatik durch mündliche und schriftliche Übungen. Trumpeldor und Manja Schochat. Konversation. Gelesen: Judenftaat und Judennot von Achad Haam; 12. Kapitel von Jeremia im Original. Literatur: Träumer und Kämpfer von Jaari; Achad Haam: Jeremia. hebräische Sprachschule München. Sommersemester 1927 (2. Hälfte) Die zweite Hälfte des Sommersemsters begann Montag, den 5. September. Sämtliche bestehenden Kurse werden fortgesetzt, außerdem werden Neuanmeldungen für einen Anfängerkurs entgegengenommen. Alle diejenigen, die die Absicht haben,.an diesem teilzunehmen, werden gebeten, sich im Kurslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Rückgebäude, anzumelden. Der Stundenplan bleibt vorderhand der gleiche wie im vergangenen Semester und ist folgender: Montag: 6.30—8 Uhr morgens, Kurs IV. 6.45—8.15 Uhr abends Kurs III. Dienstag: 6.30—8 Uhr morgens, Kurs V. 7—8.30 Uhr abends, Kurs II. 8.30—9.45 Uhr abends, Kurs I. Mittwoch: 6.30—8 Uhr morgens, Kurs III. 8—9.30 Uhr abends Kurs IV. Donnerstag: 6.30—8 Uhr morgens, Kurs II. 7—8.30 Uhr abends, Kurs V. Freitag: 6.30—8 Uhr morgens, Kurs I. Leiter der Kurse: Rachmiel Katz. Unterrichtslokal: Herzog-Rudolf- Straße 1, Rückgebäude. Fräulein Elise Schmal feierte am 15. August ihr fünfundzwanzigjähriges Arbeitsjubiläüm bei Famile Heilbronner, Sofienstraße. Sie wurde aus diesem Anlaß reich beschenkt. vückerschau Jean Richard Bloch, Simler & Co. übertragen von Paul Amann. Rotapsel Verlag, Zürich und Leipzig, 1926. Kein geringerer als Romain Rolland hat zu diesem Buch des französischen Dichters, das nunmehr ins Deutsche übertragen ist, ein Vorwort geschrieben, das folgendermaßen anhebt: „Es ist nicht meine Art, Bücher zu bevorreden, selbst wenn ein Freund als Verfasser zeichnet. Nur dann tue ich es, wenn ein Werk mich leidenschaftlich ergreift, so daß im Augenblicke, da es in die Schranken tritt, ich mich freudig zu seinem Herold aufwerfen, und sogar, wenn es sich fügt, dafür eine Lanze brechen mag. Der Fall ist heute gegeben. Vor dem Kriege habe ich Jean Richard Blochs Werk, Simler & Co., schon im Manuskript gelesen. Ich las es nochmals in der unvollkommenen Erstausgabe, die zu Kriegsende erschien und jetzt wiederum in der endgültigen Fassung. Bei jedem Lesen erschütterte mich die gleiche schöpferische Gewalt. Jedesmal entstand vor