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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1927-09-19 · 9 (19.9.1927) · p. Seite 285

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
3 (1927)
Issue
9 (19.9.1927)
Article
Schopfloch bei Dinkelsbühl
Date
1927-09-19
Page
Seite 285 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 9 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 285 Schopfloch bei Dinkelsbühl. Am 25. Juli konnte Frau Sophie Stern, geb. Nördlinger, im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel die Feier ihres 100. Geburtstages begehen. Die Jubilarin ist in Pflaumloch (Württemberg) geboren und lebt seit 24 Jahren hier. Trotz ihres hohen Aters ist sie körperlich und geistig gesund, dabei lebhaft und humorvoll. Telegramme, Briefe und Ehrengeschenke trafen in sehr großer Anzahl ein; auch der Reichspräsident Exzellenz von Hindenburg sandte Glückwunsch und Ehrengeschenk. Unter den zahlreichen Personen, welche persönlich ihre Glückwünsche darbrachten, waren der 1. Bürgermeister des Ortes, der Kultusvorstand, Bezirksrabbiner Dr. Kroner (Oberdorf-Bopfingen) als Beauftragter des Israelitischen Oberrates von Württemberg und Distriktsrabbiner Dr. Munk aus Ansbach. Der Verband Bayer. Israelitischer Gemeinden übersandte Glückwunschschreiben und Ehrengabe. M. R. ‘ Gunzenhausen. Am Mittwoch, dem 24. August, feierte Herr Heinrich Hellmann, Pferdehändler in Gunzenhausen, mit seiner Gattin Jda, geb. Dingselder, in voller Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Eine zahlreiche Kinder- und Enkelschar, viele Freunde und Bekannte hatten sich eingefunden, um das seltene Fest würdig und freudig zu feiern, das mit dem Minchagebet und einer Ansprache durch Hauptlehrer Levite eingeleitet wurde. Zahlreiche Glückwünsche und Geschenke liefen ein, so von der Kultusgemeinde, Chevra Kedischa, Stadtrat, Veteranenoerein Kronprinz Rupprecht, Bayr. Pserdehändlerverein, Reichsbund jüd. Frontsoldaten usw. Möge dem allseits beliebten Jubelpaare noch ein recht langer, sonniger Lebensabend beschieden sein. Uffenheim. Der Vorstand der Kultusgemeinde, Herr Kaufmann und Stadtrat Gust. Stark I. beging heute mit seiner Ehefrau Rosa, geb. Fröhlich aus Thüngen, das Fest der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubelpaar in der Synagoge eine entsprechende Ehrung zuteil. Dinkelsbühl. Vor dem Amtsgericht Dinkelsbühl fand kürzlich die Verhandlung gegen den Hakenkreuzler und Schuhmacher Bach in Mönchsrot statt. Der Tatbestand war folgender: Der vor über fünfzig Jahren aus der hiesigen Gemeinde nach Amerika ausgewanderte Samuel Elkan hat seiner früheren Heimatgemeinde 200 Dollar zur Verteilung testamentarisch zugewiesen und seinen Bruder Jul. Elkan mit der Vollstreckung des Testamentes betraut, dieser sandte den ganzen Betrag an den früheren Kultusvorstand, welcher denselben nach beigefügter Anweisung weitergab. Der oben erwähnte Angeklagte behauptete nun, in später Nachtstunde eine geheime Versammlung belauscht zu haben, wonach die Juden von Mönchsrot die Hälfte der Erbschaft unterschlagen wollten. In der Verhandlung entpuppte sich die Sache als böswillige Verleumdung, der jede Grundlage fehlte. Für diese Heldentat wurde der Beklagte zu 60 Mark Geldstrafe eventuell 6 Tage Haft verurteilt. Auch der Schriftleiter des „Stürmer", Organ für Wahrheitund Recht, welcher diese aus der Luft gegriffene Anschuldigung zu einer großen antisemitischen Hetze in Versammlungen und in seinem Wochenblatt ausgeschlachtet hatte, wird sich wegen dieses Geistesproduktes zu veranworten haben. — Herr Julius Schulmann übersiedelte vor kurzem nach Ansbach. Mit großer Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit versah er den Posten eines zweiten Vorstandes und Kassiers. Zu seinem Nachfolger wurde Herr E. Levite einstimmig gewählt. Möge unter seiner Mitwirkung die kleingewordene Gemeinde segensreich gedeihen. ttus der Semeinde Zum Tode Albert Landauers. Herr Geheimer Rat Oberbürgermeister Dr. von Vorscht hat sich persönlich in der Verwaltung der Israelitischen Kultusgemeinde München eingefunden, um Vorstand und Rabbinat sein Beileid zum Hinscheiden des von ihm hochgeschätzten Herrn Albert Landauer zum Ausdruck zu bringen. Israelitischer Verein für Ferienkolonien und zur Bekleidung armer Schulkinder in München. Der Verein konnte in diesem Jahre die 25. Wiederkehr des Tages des Erwerbs seines eigenen Heims in Krumbach-Hürben (Schwaben) begehen. Ursprünglich bezweckte der Verein nur die Beschenkung armer Schulkinder zu Chanuka. 1893 konnte er erstmals durch eine große Spende der verewigten Frau Rosa Bergmann 15 Kindern einen Ferienaufenthalt verschaffen, 1901 mietete er in Hürben, dem für einen solchen Aufenthalt geradezu prädestinierten Orte, -hiezu eine Wohnung: am 11. März 1902 wurde hauptsächlich aus Initiative und unter der tatkräftigen Mitwirkung des jetzt verstorbenen Herrn Albert Landauer das heutige Heim erworben. Genau am dem Tage, an welchem Albert Landauer 1927 zur Erholung nach Krumbach kam, wurden 1902 erstmals 25 Mädchen, am 10. August 1902 wiederum 25 Knabei in Aufenthalt dem Heime übergeben. Seitdem wurde, solange die frühere Ferienzeit bestand, jährlich, auch während des Kriegs, über 100 Kindern der Ferienaufhalt gewährt. Seit Kürzung der Hauptferienzeit mußte die Zahl aus technischen Gründen etwas gemindert werden. Seit einiger Zeit wird im Heim außerhalb der Ferienzeit kranken und genesenden Frauen und Mädchen auf Kosten des Israelitischen Frauenvereins und der Israelitischen Krankenfürsorge München Aufenthalt gewährt. Tätigkeitsbericht der Hebräischen Sprachschule München über das Wintersemester 1926/27 Der Bericht über das Wintersemester 1926/27 umfaßt die Monate vom 16. November bis zum 14. April (5 Monate). Es bestanden während dieser Zeit fünf Grundkurse sowie zwei Parallelkurse (Kurs la und Kurs Ha). Außerdem fand jeden Samstag nachmittag eine dreistündige Konversationsstunde statt, bei der den

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